Organisation Wünschewagen

Das krank sein kurz vergessen

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Der Sternenhimmel und die liebevollen Details sollen den umgebauten Krankenwagen für die Reisenden gemütlicher machen. Daher sind auch alle medizinischen Geräte weitgehend in Schränken und Schubladen versteckt.

Häufig sind es die kleinen, alltäglichen Dinge, die sich ein schwerstkranker Mensch am Ende seines Lebens wünscht: noch einmal vom Berggipfel in die Ferne schauen, einen Sonnenuntergang am See erleben, beim Fußballspiel des Lieblingsvereins dabei sein oder einfach nur nach Hause zur Familie fahren.

In der Ratsch- und Tratsch-Stunde für Vereinsmitglieder des FC Mintraching stellte sich der außergewöhnliche Verein „Wünschewagen“ vor. Der Wünschewagen des ASB München bringt Menschen in ihrer letzten Lebensphase noch einmal an einen Sehnsuchtsort. Das ehrenamtliche Team des Wünschewagens holt sterbenskranke Menschen im Hospiz, auf der Palliativstation oder auch von zu Hause ab und fährt sie an Orte, die sie ein letztes Mal besuchen möchten. Der Wünschewagen erfüllt letzte Wünsche! Qualifizierte Rettungs- und Pflegekräfte, psychosoziale Fachkräfte und Ärzte begleiten die Wunschfahrten. Sie alle arbeiten ehrenamtlich und werden für ihre Einsätze laufend geschult. Moderne medizinische Technik und trotzdem eine angenehme Atmosphäre bietet der speziell für die Bedürfnisse von schwerkranken Menschen ausgestattete Krankenwagen. 

Der Wünschewagen finanziert sich komnplett über Spenden- und Sponsorenmittel sowie über Mitgliedsbeiträge des ASB München. Daher ist es für den Fahrgast und einen Angehörigen auch komplett kostenlos. Bis jetzt hat der Wünschewagen im Standort Bayern über hundert Wünsche erfüllt, bei denen Menschen ihr „krank sein kurz vergessen können“, wie die Projektleiterin Claudia Karner-Hillebrand erzählte. Gerne würden sie die Anzahl der Fahrten steigern, Vorraussetzung ist allerdings, dass die Menschen den gemeinnützigen Verein publik machen. Helfen kann daher jeder, in dem er Leute den Verein weiterempfiehlt oder selbst ehrenamtliches Mitglied des Wünschewagens wird. Vorraussetzung ist ein Erste-Hilfe-Kurs und eine Wochenend-Schulung, die von der Organisation veranstaltet wird. 

Außerdem wird es Ende des Jahres noch zwei weitere Wünschewagen im Gebiet Bayern geben, damit garantiert kein Wunsch unerfüllt bleibt. „Bei größeren Ausflügen arbeiten wir auch mit anderen Organisationen zusammen. Wir hatten mal ein Kind, dass unbedingt noch einmal nach Sylt wollte. Wir haben dann mit einer Organisation gesprochen, die Flüge für Schwerkranke organisiert und so hat selbst der Meerausflug geklappt“, erklärte die Stellvertretende Projektleiterin Jennifer Zeller. Nähere Informationen gibt es auch auf www.wuenschewagen.de.

Quelle: freising-online

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