Ukraine-Krieg

Schwere Verluste für Russland: Verteidigungsminister in der Kritik – „Kriminelle Fahrlässigkeit“

Der innenpolitische Druck in Russland wächst nach schweren Verlusten im Ukraine-Krieg weiter. Nach dem Generalstabschef gerät der Verteidigungsminister in die Kritik.

Moskau – Russlands Plan die Ukraine innerhalb von 15 Tagen einzunehmen, scheiterte früh. Die Regierung in Kiew bezeichnete diesen Ansatz zuletzt als „Phase eins“ des Ukraine-Kriegs. Nach der verlangsamten Offensive im Donbass („Phase zwei“), befindet sich die russische Armee nun offenbar in „Phase drei“. Diese bedeutet laut einem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dass die Streitkräfte bisherige Gebietsgewinne verteidigen, bevor neue Regionen attackiert werden sollen.

Abzulesen an den schweren Verlusten Russlands – laut ukrainischen Generalstabsinformationen vom 14. Mai sind mittlerweile mehr als 27.000 russischen Soldaten gefallen – wächst auch der innenpolitische Druck auf den Kreml. Nachdem Wladimir Putin zuletzt in Generalstabschef Waleri Gerassimow den Schuldigen für die Verluste suchte und fand, muss nun Verteidigungsminister Sergej Schoigu herhalten.

Ukraine-Krieg: Russisches Militär erleidet schwere Verluste

Igor Girkin, ein in Russland bekannter ehemaliger Kommandeur, kritisierte den Verteidigungsminister kürzlich scharf. „Ich beschuldige Sergej Schoigu direkt mindestens der kriminellen Fahrlässigkeit“, schrieb er auf Telegram. „Ich habe keinen Grund, ihn des Verrats zu beschuldigen. Aber ich würde das vermuten.“ Der Kreml äußerte sich bislang nicht zu Girkins Vorwürfen. Diese sind die bislang schärfste öffentliche Kritik an der Militärführung.

Schoigu und Putin am 9. Mai in Moskau.

Schoigu und Putin zeigten sich stattdessen Seite an Seite auf der Militärparade anlässlich des „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai. Trotz wiederholter Rückschläge im Ukraine-Krieg vermied es der russische Präsident bislang sich von Schoigu zu distanzieren. Der Verteidigungsminister war vor mehreren Wochen überraschend wieder aufgetaucht, nachdem bereits vermutet wurde, dass er in Putins Ungnade gefallen war.

Sergej Schoigu am 9. Mai in Moskau.

Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes vermutet indes, dass es schon bald einen politischen Wechsel im Kreml geben wird. Er sieht zudem einen Wendepunkt im Ukraine-Krieg. (tu)

Rubriklistenbild: © Mikhail Metzel/Imago Images

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