Videobotschaft

Corona-Proteste: Merkel wendet sich in Video-Botschaft an die Demonstranten - und wird persönlich

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht in ihrer wöchentlichen Videobotschaft über die Demonstrationen gegen Corona-Auflagen. Und hat eine unerwartete Botschaft.

  • In ihrer wöchentlichen Videobotschaft spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)* über den Tag der Demokratie am kommenden Dienstag.
  • Im Zuge dessen zeigt sie auch Verständnis für die Menschen, die gegen Corona*-Maßnahmen auf die Straße gehen.
  • Sie macht sich stark für eine Demokratie, die „keine Selbstverständlichkeit sei“.

Berlin - Am Samstag fanden unter anderem in München und Wiesbaden erneut Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen statt. Mehrere Tausend Menschen gingen auf die Straße, um gegen die wegen der Pandemie* verhängten Auflagen zu demonstrieren. Immer wieder wird Kritik daran laut, dass sich auch Anhänger rechter Ideologien unter die Demonstranten mischen oder sogar zu den Veranstaltern gehören. In der Politik hat das bereits zu hitzigen Debatten geführt.

In ihrem wöchentlichen Video-Podcast hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)* das Recht auf Kritik an den Auflagen als Ausdruck von Demokratie und Meinungsfreiheit betont. Ihr Dank galt allerdings anderen.

Corona-Maßnahmen: Angela Merkel (CDU) dankt Bürgern in ihrer Videobotschaft

„Wir in Deutschland können uns glücklich schätzen, dass Demokratie und Freiheit, Rechtsstaat und politische Mitverantwortung bei uns fest verankert sind. Dass das seit der Wiedererlangung der Deutschen Einheit vor fast genau 30 Jahren in ganz Deutschland gilt, empfinde ich auch ganz persönlich als großes Glück“, sagte die Kanzlerin. Der Blick in andere Staaten zeige, „dass dies leider keine Selbstverständlichkeit ist“, sagte sie unter anderem mit Blick auf die Lage in Belarus.

Sie dankte in ihrer Videobotschaft vor allem „der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger“, die die Maßnahmen* mittragen, auch aus Sorge „um die Schwächeren in der Gesellschaft“. Dies habe geholfen, „eine unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie zu verhindern“.

Verständnis für die Anti-Corona-Demonstranten: Angela Merkel (CDU) in ihrer Videobotschaft

Ungewöhnlich aber ist, dass sich Merkels Botschaft aber auch an die Demonstranten richtet - mit einer verständnisvollen Haltung. Ihr sei bewusst, sagte Merkel zu den Demonstrationen, „dass einige Menschen mit den Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie hadern“, und ergänzte dann klar: „Ich verstehe das.“

Und dann wurde sie nochmal sehr persönlich: Viele der Entscheidungen für Einschränkungen seien auch ihr „sehr schwergefallen, die Kontaktbeschränkungen und die Einschränkungen des kulturellen Lebens seien „demokratische Zumutungen“, so Merkel.

„Dass die ganz große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dies mitträgt“, zeige jedoch, „wie ausgeprägt unser Gemeinsinn ist“, hob Merkel weiter hervor. Die Corona-Maßnahmen „haben gewirkt und bleiben wichtig“. Gleichwohl stehe es auch „jedem frei, diese Entscheidungen der Regierung offen zu kritisieren.“ Mit Blick auf die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen, die unter anderem am Samstag in München stattfanden, sagte sie: „Jeder kann seine Haltung bei friedlichen Demonstrationen zum Ausdruck bringen“. (kat/dpa) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Ein Bericht des RKI befeuert den Glauben vieler Corona-Zweifler, dass es gar keine Pandemie gibt.

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber/dpa/AP POOL

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