Virtuelle Konferenz im Ticker

Bidens Klimagipfel: Merkel-Rede sorgt für Kopfschütteln - Greta Thunberg spricht von „Schande“

US-Präsident Joe Biden hat die 40 Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Nationen zum Klimagipfel geladen. Angela Merkels Rede kam bei Umweltaktivisten nicht gut an.

  • US-Präsident Joe Biden hat zum virtuellen Klimagipfel geladen.
  • Angela Merkel, Wladimir Putin, Jair Bolsonaro und Xi Jinping* sind unter den Gästen.
  • Merkels Rede sorgte bei Umweltschützern für wenig Begeisterung (siehe Update vom 22. April, 18.46 Uhr).
  • Als „Schande“ bezeichnete Greta Thunberg, dass 2021 noch immer über die Notwendigkeit einer Verringerung der Emissionen diskutiert werde (siehe Update vom 22. April, 18.46 Uhr).
  • Der News-Ticker wird laufend aktualisiert.

Update vom 23. April, 16.55 Uhr: Biden sagte bei dem zweiten Tag seines Klima-Gipfels erneut, dass die Vereinigten Staaten beim Klimaschutz wieder eine Führungsrolle einnehmen wollen. Er dankte den Staats- und Regierungschefs beim Gipfel für ihre Klimaschutz-Zusagen. „Dieser Gipfel ist ein Anfang“, betonte er. Ausdrücklich ging Biden auf die Ansprache des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein: Putin hatte in seiner Gipfelrede am Donnerstag ungeachtet zahlreicher politischer Konflikte zwischen Russland und dem Westen den Klimaschutz als verbindendes Element bezeichnet und gemahnt, beim Kampf gegen die Erderwärmung müsse die gesamte Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen vereinen. Biden nannte diese Botschaft Putins „ermutigend“ und sagte, die USA würden einer Zusammenarbeit mit Moskau in dieser Frage entgegensehen.

Update vom 23. April, 13.30 Uhr: Ab 14 Uhr (MEZ) geht es weiter: Tag zwei des von US-Präsident Joe Biden ins Leben gerufenen Klima-Gipfels. Am Donnerstag hatten bereits zahlreiche Staatschefs einen Redebeitrag zur Klimakrise gehalten. Während die USA ambitionierte Ziele verkündete (siehe Erstmeldung), blieb der Großteil der Politiker bei altbekannten Aussagen. Die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgte bei der Klima-Aktivisten und Umweltschutzverbänden für Kopfschütteln.

Die USA wollen ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 halbieren.

Update vom 23. April, 11.25: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat auf ihren Social-Media-Kanälen den britischen Premier Boris Johnson aufs Korn genommen. Damit reagierte sie auf seine eher eigenwillige Aussage auf Joe Bidens Klimagipfel. Auf Instagram änderte Thunberg ihren Namen in „Bunny Hugger“, auf Twitter wählte sie dieselben Worte als Profil-Beschreibung- Wörtlich übersetzt bedeutet das „Häschen-Umarmerin“. Den Ausdruck „bunny hugging“ hatte Johnson in seiner Rede auf dem Online-Klimagipfel verwendet.

Johnson hatte damit am Donnerstag erklären wollen, wie Klimaschutzmaßnahmen mit der Schaffung von Arbeitsplätzen zusammenhängen. „Es ist für uns alle wichtig, zu zeigen, dass es hier nicht nur um teure, politisch korrekte, grüne Taten des Häschen-Umarmens geht“, so der Brite. „Es geht um Wachstum und Jobs.“

Bidens Klimagipfel: Merkel-Rede sorgt für Kopfschütteln - Greta Thunberg spricht von „Schande“

Update vom 22. April, 18.46 Uhr: Klima-Aktivisten und Umweltschutzverbände haben am Donnerstag enttäuscht auf die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim virtuellen US-Klimagipfel reagiert. Die Organisationen Germanwatch und Greenpeace kritisierten, dass die Kanzlerin keine neuen Botschaften zum Kampf gegen den Klimawandel gesendet habe.

„Während der neue US-Präsident mit glänzenden Augen seine Vision von Klimaschutz als Jobmotor präsentiert, spult Angela Merkel müde Altbekanntes ab. Am Ende von 16 Jahren Merkel ist die Pandemie die beste Klimaschützerin in Deutschland“, sagte Greenpeace-Chef Martin Kaiser. Germanwatch erklärte, dass die Kanzlerin die „Chance verpasst“ habe, für mehr Dynamik im internationalen Klimaschutz zu sorgen. Nun bleibe zu hoffen, dass der für Anfang Mai geplante Petersberger Klimadialog neue Zusagen bringen werde, schrieb die Organisation.

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future (FFF) forderten von den Staats- und Regierungschefs ein Ende staatlicher Subventionen für fossile Energieträger wie Kohle und Öl. Dass im Jahr 2021 überhaupt noch über die Notwendigkeit einer Verringerung der Emissionen diskutiert werde und fossile Brennstoffe weiter direkt oder indirekt bezuschusst würden, sei „eine Schande“, sagte die schwedische FFF-Aktivistin Greta Thunberg am Donnerstag.

Die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer kritisierte auf Twitter Merkels Aussage, wonach Deutschland bis 2038 spätestens aus der Kohleverstromung aussteigen werde. Die Aktivisten halten dieses Zieldatum für viel zu spät.

Joe Bidens Klimagipfel: Bolsonaro geht in die Offensive - Brasilien soll bis 2050 klimaneutral sein

Update vom 22. April, 16.20 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro* kündigte an, dass sein Land bis 2050 klimaneutral sein wolle - und dieses Ziel somit um zehn Jahre vorziehe. Bolsonaro war bislang eher nicht für seine Klimaschutzpolitik bekannt, gelobte aber nun Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft. Brasilien werde bis 2030 illegale Abholzung im Amazonas-Regenwald eliminieren, durch die strikte Durchsetzung existierender Forstgesetze. Bis dahin werde Brasilien seine Treibhausgas-Emissionen zudem um 50 Prozent gesenkt haben - auch das ist neu. Bisher hatte Brasilien von „rund 40 Prozent“ gesprochen. „Brasilien ist eines der wenigen Entwicklungsländer, das absolute Emissionsziele ausgibt”, betonte Bolsonaro. Schon jetzt habe das Land dank Investitionen in Wind, Solar, Wasserkraft und Biomasse eines der klimafreundlichen Energiemixes der Welt.

Update vom 22. April, 15.55 Uhr: Eine kuriose Szene während der Online-Übertragung des Klima-Gipfels: Frankreichs Premier Emmanuel Macrons wurde einfach unterbrochen. „Vielen Dank, Herr Präsident. Ich übergebe nun das Wort an den Präsidenten Russlands, seine Exzellenz Wladimir Putin“, sagte US-Außenminister Antony Blinken inmitten von Macrons Rede.

Macron sprach zunächst weiter, dann wurde Präsident Putin zugeschaltet, der aber offenbar noch gar nicht bereit für seine Rede war - und erst nach einiger Zeit zu sprechen begann. Macron bekam dann später allerdings noch eine zweite Chance - seine Rede wurde noch einmal vollständig gezeigt. Aus Élyséekreisen hieß es kurz darauf, es habe ein technisches Problem auf der US-Seite gegeben.

Update vom 22. April, 15.09 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin* ergreift das Wort. Die Zukunft werde zeigen, ob die gemeinsamen Anstrengungen genügen werden, so der Kreml-Politiker. Russland investiere in seine Infrastruktur, unter anderem in seine Pipelines. Putin verwies auf ein Pilotprogramm zum Emissionshandel auf der Halbinsel Sachalin, das es der Region erlaube, schon 2025 kohlenstoffneutral zu werden. Es reiche aber nicht, die Emissionen künftig zu vermeiden, sagte Putin. Man müsse auch der Atmosphäre das bereits emittierte Kohlenstoffdioxid entziehen und speichern. „Russland trägt gewaltig zur CO2-Speicherung bei“, so Putin. Sein Land könne jedes Jahr 2,5 Milliarden Tonnen CO2 speichern. Putin forderte zudem ein stärkeres Augenmerk auf die Methan-Emissionen. „20 Prozent der vom Menschen verursachten Emissionen entfallen auf Methan“, sagte Putin. Dieses habe eine Treibhaus-Wirkung, die 25 bis 28 mal so stark ist wie jene von Kohlendioxid. „Wenn wir die Methan-Emissionen halbieren, würde dies einer Temperatursenkung von 0,18 Grad entsprechen“.

Joe Bidens Klimagipfel: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht

Update vom 22. April, 14.55 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt die Ankündigung der USA, bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 2005 halbieren zu wollen. Dieses nationale Ziel sei ein klares Bekenntnis im Kampf gegen die Erderwärmung und ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft. Um die globalen Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen erreichen zu können, sei die Welt auf den Beitrag der Vereinigten Staaten angewiesen, sagte Merkel. Es sei auch ein wichtiges Signal, dass die USA zur Bewältigung der Klimafrage wieder mit am Verhandlungstisch sitzen.

Deutschland habe seine Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 40 Prozent gesenkt. Diesen Weg werde das Land weiter beschreiten, erklärte die Bundeskanzlerin. Deutschland werde seinen Beitrag leisten, um das nun verbindliche EU-Ziel, die Treibhausgase bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent zu senken, erreichen zu können, sagte Merkel weiter. Spätestens bis 2038 werde auch der Kohleausstieg geschafft sein. Parallel dazu investiere Deutschland weiter in erneuerbare Energien. Bereits im vergangenen Jahr sei 46 Prozent des Stroms aus sauberen Energiequellen gewonnen worden.

Auch sei es von großer Bedeutung, den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen und 30 Prozent der Land- und Meeresflächen zu schützen, sagte Merkel. Auch die Solidarität mit Entwicklungsländern sei im Kampf gegen den Klimawandel ein zentrales Element. Die Industriestaaten hätten sich dazu bekannt, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren, um Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Klimaanpassung zu unterstützen. Diese Verpflichtung müsse mindestens bis 2025 ausgeweitet werden, sagte die Kanzlerin. Deutschland habe bereits die eigene Verpflichtung von zwei Milliarden Euro auf vier Milliarden Euro jährlich verdoppelt. Die Kanzlerin versprach, weiterhin einen fairen Beitrag leisten zu wollen.

Update vom 22. April, 14. 50 Uhr: Japans Regierungschef Yoshihide Suga* kündigt an, sein Land wolle die Emissionen bis zum Fiskaljahr 2030/2031 um 46 Prozent im Vergleich zum Fiskaljahr 2013 verringern. Bislang war eine Senkung um nur 26 Prozent vorgesehen. Gemeinsam mit den USA wolle Japan Entwicklungsländer bei der Dekarbonisierung unterstützen, sagte Siga.

Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau* gibt ebenfalls ein neues Klimaziel bekannt: Kanada will nun bis 2030 seine Emissionen um 40-45 Prozent gegenüber 2005 senken. Zuvor hatte das Ziel 30 Prozent gelautet. Kanada sei aber schneller vorangekommen, so Trudeau. “Wir werden diese Klimazusage gesetzlich festschreiben - ebenso wie das Ziel der Kohlenstoffneutralität in 2050.” Trudeau erwähnte zudem eine Verschmutzungssteuer, die das Land als einziges der Welt eingeführt habe. Sein Land werde zudem 30 Prozent der Land- und Wasserfläche unter Schutz stellen und zwei Milliarden Bäume pflanzen.

Scheich Hasina, die Ministerpräsidentin von Bangladesh, ist in der Rednerliste prominent platziert - als eine der führenden Stimmen der verletzlichen Entwicklungsländer. Weite Teile ihres Landes liegen unterhalb des Meeresspiegels und würden bei einem Anstieg dauerhaft verloren gehen. Zugleich ist es ein sehr armes Land. Bangladesh gebe jedes Jahr etwa fünf Milliarden Dollar aus für die Anpassung an Klimafolgen und Klimaresilienz aus. Zugleich bemühe sich ihr Land um einen klimafreundlichen Umbau Hasina forderte die Industrieländer zu mehr finanzieller Unterstützung auf.

Klimagipfel/Joe Biden: Xi Jinping: Chinas größtes Klimaproblem ist die Kohle

Update vom 22. April, 14.45 Uhr: Als erster ausländischer Staatschef ist Chinas Präsident Xi Jinping* dran - ein wichtiges diplomatisches Signal an China, wie wichtig seine Teilnahme an den globalen Klimaschutz-Bemühungen ist. Xi sagte zu, dass China mit der internationalen Gemeinschaft beim Klimaschutz zusammenzuarbeiten - blieb aber dabei, dass Industrieländer und Entwicklungsländer zu dem gemeinsamen Bekenntnis auf unterschiedliche Weise beitragen müssen. Sich selbst sah China dabei stets als Entwicklungsland - auch wenn es inzwischen eher ein Schwellenland ist. Chinas größtes Klimaproblem ist die Kohle, die bislang noch knapp 59 Prozent zum Stromverbrauch beiträgt*. Xi sagte dazu, China werde die Zunahme des Kohleverbrauchs bis 2050 „strikt kontrollieren“. Dach werde der Kohleverbrauch sinken. Xi bekräftigte Chinas 30/60-Ziele - Emissionshöhepunkt vor 2030, und Klimaneutralität vor 2060. „China wird den Weg vom Höhepunkt zur Neutralität wesentlich schneller zurücklegen als andere Länder“, so Xi. Das erfordere große Anstrengungen.

Update vom 22. April, 14 Uhr: Joe Bidens Klimagipfel hat begonnen. Vize-Präsidentin Kamala Harris begrüßt die Teilnehmenden. Die Welt sei im Kampf gegen die Klimakrise vereint, betont die US-Politikerin. Denn kein Land sei „immun“ gegen die Gefahr der Klimaveränderung. Im Anschluss ergreift Joe Biden in dem von ihm ins Leben gerufenen Online-Gipfel das Wort. Auch er unterstreicht die Bedeutung eines gemeinsamen Kampfes gegen die menschengemachte Erderwärmung. Und ruft die Weltgemeinschaft zu ehrgeizigeren Zielen im Kampf gegen den Klimawandel auf. „Wir müssen handeln - wir alle“, sagt Biden am Donnerstag zum Auftakt. Die Vereinten Staaten gehören zu den weltweit größten Kohlendioxidproduzenten. Nun müsse man „nach vorne treten“. Die Zeit sei knapp, doch er glaube daran, dass gemeinsam die Klimakrise zu bewältigen sei. „Wir haben keine Wahl, wir müssen das hinbekommen“, beendet der US-Präsident seine Ausführungen.

„Mutter Natur wartet nicht“, macht auch António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, deutlich. Junge Menschen zeigten der älteren Generation bereits, was der richtige Weg sei. Guterres kritisierte, dass der Anteil der Ausgaben für den Klimaschutz in den Pandemie-Wiederaufbauprogrammen vieler Länder zu niedrig sei.

Joe Bidens Klimagipfel hat begonnen - Joe Biden und Kamala Harris eröffnen zweitägige Veranstaltung

Update vom 22. April, 13.55 Uhr: Der virtuelle Klimagipfel beginnt in wenigen Minuten. Eröffnet wird er von US-Präsident Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris.

Update vom 22. April, 12.38 Uhr: Die USA wollen ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 halbieren. Diesen Plan werde Präsident Joe Biden am Donnerstag beim von den USA ausgerichteten virtuellen Klimagipfel vorstellen, erklärte ein Regierungsvertreter in Washington. Ziel sei es, auch andere Länder zu einem ehrgeizigeren Vorgehen im Kampf gegen die Erderwärmung zu ermuntern. Den Angaben zufolge sieht Bidens Plan eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 50 bis 52 Prozent zwischen 2005 und 2030 vor.

Klimagipfel von Joe Biden: Merkel, Putin, Xi Jinping und Bolsonaro nehmen teil

Erstmeldung vom 22. April: Washington, D.C. - US-Präsident Joe Biden kommt an diesem Donnerstag und Freitag mit 40 Staats- und Regierungschefs zu einem Online-Klimagipfel zusammen. Das Treffen soll die Dringlichkeit und den wirtschaftlichen Nutzen von stärkeren Klimaschutzmaßnahmen auf dem Weg zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen im November in Glasgow unterstreichen. Es wird erwartet, dass Biden ein neues Ziel bei der Verringerung der Treibhausgase seines Landes für 2030 als Beitrag zum Pariser Klimaabkommen* verkündet, in das er die USA nach dem Austritt durch seinen Vorgänger Donald Trump* zurückgeführt hat.

Die neue US-Regierung will den Kampf gegen den Klimawandel ins Zentrum ihrer Außen- und Sicherheitspolitik stellen und eine Vorreiterrolle spielen. Mit einer eigenen neuen Zielsetzung will Washington auch andere Länder zu ehrgeizigeren Absichten bewegen. Umweltverbände und Wirtschaftsvertreter haben die neue US-Regierung dazu aufgefordert, als neues Klimaziel für 2030 eine Verringerung der Treibhausgase um mindestens 50 Prozent des Niveaus von 2005 anzustreben.

Online-Klimagipfel von Joe Biden: Merkel, Putin, Xi Jinping und Bolsonaro nehmen teil

Für den zweitägigen Gipfel haben neben Bundeskanzlerin Angela Merkel der russische Präsident Wladimir Putin*, Chinas Staatschef Xi Jinping* und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro* ihre Teilnahme zugesagt. Die USA und China sind die weltweit größten Kohlendioxidproduzenten, so dass es besonders auf ihre Bemühungen ankommt. Kein Eingeladener hat nach Angaben des Weißen Hauses* abgesagt.

Washington dringt auf einen globalen Kraftakt: Ein Regierungsbeamter betonte vor dem Gipfel, dass die USA für etwa 13 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich seien. „Wenn wir das Problem lösen wollen, müssen wir in den anderen mehr als 85 Prozent der Welt Maßnahmen ergreifen.“

US-Präsident Joe Biden hat zum digitalen Klimagipfel geladen (Archivbild).

Am Tag vor dem Klimagipfel verpflichtete sich die Europäische Union offiziell zu einer Senkung der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent bis 2030 und eine Wirtschaft ohne neue Klimalasten bis 2050. Will die EU ihre neuen Ziele erreichen, muss sie in den kommenden Jahren ihre Wirtschaft komplett umbauen. Die Hoffnung ist, dass die USA, China* und andere große Verschmutzer mitmachen, um die gefährliche Erwärmung der Erde zu stoppen.

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow sollen alle Partner des Pariser Klimavertrags offiziell ihre Klimaziele nachschärfen. Andernfalls würde das Vertragsziel verfehlt, die globale Erwärmung bei unter 2 Grad - und möglichst bei nur 1,5 Grad - zu halten. Vergleichsmaßstab ist die vorindustrielle Zeit. Die Corona-Pandemie* hatte die Klimadiplomatie der Vereinten Nationen ins Stocken gebracht. Die Konferenz in Glasgow sollte eigentlich schon Ende letzten Jahres stattfinden.

Klimagipfel von Joe Biden: Aktivistin Greta Thunberg spricht vor Ausschuss

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg* soll am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Kongresses sprechen. Die Aktivisten von Fridays for Future haben für Freitag zu weltweiten Protestaktionen aufgerufen. Unter dem Motto „No more empty promises“ („keine leeren Versprechungen mehr“) will die Bewegung mit kreativen Aktionen für mehr internationalen Klimaschutz auf die Straße gehen. Auch in mehreren deutschen Bundesländern sind unter Einhaltung der pandemiebedingten Sicherheitsvorkehrungen Kundgebungen geplant. Wie Fridays for Future Deutschland mitteilt, wollen die Aktivisten am Freitagmittag auch bei einer Aktion vor dem Kanzleramt ein „Ende der Symbolpolitik“ fordern.

Die Klimaaktivisten dringen auf ein klares Bekenntnis der globalen Entscheidungsträger zu „schnellstmöglicher Klimaneutralität“. Investitionen in und Subventionen für fossile Energieträger wie Kohle und Gas müssten ein Ende haben, lautet eine der Kernforderungen. Außerdem fordert die Bewegung einen Kohleausstieg bis 2030 sowie eine zu 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035. (dpa/fmü) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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