Union weiter im Sinkflug

Bundestagswahl: Union verliert weiter, SPD baut Vorsprung aus

Kanzlerkandidat Olaf Scholz
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Die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz baut ihren Vorsprung gegenüber der Union weiter aus.

Die SPD lässt die Union in Umfragen immer weiter hinter sich. Drei neue Erhebungen bestätigen den Trend.

Update vom Freitag, 03.09.2021, 05.45 Uhr: Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl 2021 ist die SPD in der Gunst des Volkes die klare Nummer eins. Auch eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov bestätigt jetzt den Aufwärtstrend der SPD. Die Sozialdemokraten kommen demnach ebenso wie in der Umfrage des ARD-Deutschlandtrends (s. Meldung vom 2.9., 18.45 Uhr) auf 25 Prozent und erzielen damit einen Punkt mehr als in der Vorwoche. Die Union rutscht dagegen um zwei Punkte auf 20 Prozent ab. Die Grünen verlieren einen Punkt auf 15 Prozent. Die FDP bleibt bei 13 Prozent, die AfD kommt auf 12 Prozent (plus eins). Die Linke liegt unverändert bei 8 Prozent.

Der Umfrage zufolge will jeder fünfte Befragte, der bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 die Union wählte, dieses Mal für die SPD stimmen. Auch 17 Prozent der damaligen Grünen-Wähler wollen demnach zur SPD wechseln - im Gegenzug aber auch 13 Prozent der früheren SPD-Wähler zu den Grünen. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, sich endgültig entschieden zu haben, wen sie wählen wollten. 27 Prozent wollen das erst zu einem späteren Zeitpunkt tun.

Könnte man am Wahltag direkt über den Kanzler oder die Kanzlerin abstimmen, würden sich 27 Prozent für den SPD-Kandidaten Olaf Scholz entscheiden. Auf Platz zwei liegt in der Umfrage der Spitzenkandidat der FDP, Christian Lindner. Nur 9 Prozent würden die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock direkt zur Kanzlerin wählen, nur 8 Prozent den Kandidaten der Union, Armin Laschet. Auch diejenigen, die 2017 die Union wählten, kreuzten hier am häufigsten Scholz an.

SPD25 %
CDU/CSU20 %
Grüne15 %
FDP13 %
AfD12 %
Linke8 %
Sonstige8 %

Umfrage zur Bundestagswahl: SPD jetzt fünf Prozent vor CDU – Scholz deutlich vorn

Update vom Donnerstag, 02.09.2021, 18.45 Uhr: Die SPD ist weiter im Höhenflug. Seit Anfang August konnte die Sozialdemokratie mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz im ARD-“Deutschlandtrend“ sieben Punkte auf nun 25 Prozent zulegen und geht somit weniger als einen Monat vor der Bundestagswahl deutlich in Führung. Die CDU hingegen musste ihrerseits seit Anfang August sieben Prozent abgeben und liegt nun nur noch bei 20 Prozent und somit deutliche fünf Prozentpunkte hinter der SPD.

Im gleichen Zeitraum verloren die Grünen drei Prozentpunkte und liegen nun nur noch bei 16 Prozent, die FDP hingegen konnte einen Prozentpunkt zulegen und liegt mit nun 13 Prozent nur noch drei Prozentpunkte hinter der Partei um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Somit haben die Grünen nun nur noch ein kleines Polster auf den vierten Platz, wohingegen sie fast zweistellig hinter der wiedererstarkten SPD zurückliegen. Die AfD legte im letzten Monat zwei Prozentpunkte auf nun 12 Prozent zu, die Linkspartei würde mit unverändert sechs Prozent in den Bundestag einziehen.

Olaf Scholz legt deutlich an Beliebtheit zu, Baerbock und Laschet hinter Habeck und Spahn

In der Kanzlerfrage liegt Rot noch deutlicher vor Schwarz und Grün. 43 Prozent der Befragten wünschen sich Olaf Scholz als Kanzler, lediglich 16 respektive zwölf Prozent wollen Armin Laschet oder Annalena Baerbock im Kanzleramt sehen. Auch in der Rangliste der beliebtesten Politikprofis hat Olaf Scholz einen deutlichen Sprung gemacht. 56 Prozent gaben an, mit der Arbeit des Finanzministers „sehr zufrieden“ oder zumindest „zufrieden“ zu sein, nur Angela Merkel (64 Prozent) kommt auf eine noch höhere Zustimmung. Knapp hinter Scholz liegt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit 54 Prozent.

Dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet bescheinigen lediglich 20 Prozent, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit seiner Arbeit zu sein, Grünen-Chefin Annalena Baerbock kommt in dieser Frage auf 25 Prozent – und somit auf zwölf Prozent weniger als Gesundheitsminister Jens Spahn, der mit 37 Prozent außerdem deutlich vor dem Kanzlerkandidaten der eigenen Partei liegt. Auch Grünen Co-Chef Robert Habeck (36 Prozent) und FDP-Chef Lindner (32 Prozent) liegen deutlich vor Laschet und Baerbock. Auf eine vergleichsweise niedrige Zustimmung kommt Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch (16 Prozent), der damit aber noch vor AfD-Spitzenkandidatin und -Fraktionschefin Alice Weidel liegt, die auf nur 13 Prozent Zustimmung kommt.

Umfrage zur Bundestagswahl: Auf einmal reicht es für Rot-Grün-Rot

Erstmeldung vom Donnerstag, 02.09.2021, 14.26 Uhr: Berlin – Für Olaf Scholz* läuft es immer besser, bei Armin Laschet* dagegen dürften die Sorgenfalten größer werden. In einer neuen Umfrage legt die SPD* weiter zu, die Union verliert immer mehr an Boden. Sogar ein linkes Bündnis nach der Bundestagswahl 2021* wäre - Stand jetzt - möglich.

In der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar kommen die Sozialdemokraten auf 25 Prozent, im Vergleich zur Vorwoche sind das zwei Prozent mehr. CDU/CSU* verlieren in der Erhebung, die im Auftrag des Nachrichtenmagazins Focus durchgeführt wurde, zwei Prozentpunkte und kommen auf nur noch 21 Prozent.

Umfrage zur Bundestagswahl 2021: Rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Grünen und Linken möglich

Die Grünen*, die weiterhin drittstärkste Kraft in Deutschland sind, sind leicht im Aufwind. Sie legen einen Prozentpunkt zu und liegen bei 19 Prozent. FDP* (minus einen Prozentpunkt) und AfD* (unverändert) liegen laut Kantar mit je elf Prozent gleichauf, gefolgt von der Linkspartei* mit sieben Prozent (unverändert).

Für mögliche Koalitionsbildungen heißen die Ergebnisse der Umfrage: Eine rot-rot-grüne Koalition ist rein rechnerisch möglich. SPD, Grüne und Linke kommen gemeinsam auf 51 Prozent – das linke Bündnis hätte damit eine absolute Mehrheit im Bundestag.

Neben Rot-Rot-Grün wäre eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP möglich. Die drei Parteien kommen in der Kantar-Erhebung auf 54 Prozent. Zustande kommen könnte auch eine Deutschland-Koalition aus Union, SPD und FDP (57 Prozent) sowie ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP (51 Prozent).

Umfrage zur Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz hat viele Optionen, Armin Laschet nur eine

Würden Wähler:innen bereits nächsten Sonntag zu Urne gehen, hätte Olaf Scholz deutlich mehr Optionen als Armin Laschet. Mit einem rot-rot-grünen Bündnis, einer Ampel- oder einer Deutschland-Koalition wäre der frühere Hamburger Oberbürgermeister Bundeskanzler. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet könnte ausschließlich mit Jamaika zum neuen Regierungschef werden. Annalena Baerbock* hätte in keiner der Szenarien eine Chance aufs Kanzleramt.

Nicht möglich wären eine schwarz-grüne (40 Prozent) sowie eine schwarz-gelbe Koalition (32 Prozent). Vor einigen Monate galt ein Bündnis aus Union und Grünen noch als wahrscheinlichste Option im Bund, der Absturz der Christdemokraten macht die Koalition, die auch auf Landesebene in Baden-Württemberg existiert, allerdings unmöglich. Ein Zweierbündnis von SPD und Grünen (44 Prozent) scheint dagegen nicht mehr völlig außer Reichweite. Sollte eine der beiden Parteien noch zulegen, wäre Rot-Grün erreichbar.

Wahlumfragen spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten, die in Deutschland zahlreich angesiedelt sind, die Gewichtung der erhobenen Daten. (tvd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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