Partei bestätigt

Bekannter CDU-Politiker Jörg Schönbohm gestorben

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Jörg Schönbohm 1999 bei einem Landesparteitag der CDU Brandenburg.

Der bekannte CDU-Politiker und frühere Landesminister Jörg Schönbohm ist tot. Das bestätigte die Brandenburger CDU.

Potsdam - Jörg Schönbohm, früherer Berliner Innensenator und ehemaliger Innenminister von Brandenburg, ist tot. Der langjährige CDU-Politiker sei in der Nacht zum Freitag in seinem Haus im Brandenburgischen Klein-Machnow an einem Herzinfarkt gestorben, teilte die Brandenburger CDU mit und bestätigte damit einen Bericht von radio B2. Der Christdemokrat wurde 81 Jahre alt. Bereits im Jahr 2012 hatte der Politiker einen Schlaganfall erlitten.

Schönbohm, der dem konservativen Parteiflügel zuzurechnen war, wurde 1937 in Neu-Golm in Brandenburg geboren. Nach dem Abitur in Kassel durchlief er die Offiziersausbildung und später die Generalstabsausbildung der Bundeswehr. 1973 ging er als Generalstabsoffizier ins Nato-Hauptquartier in den Niederlanden. 

Schönbohms Meisterstück: Die Auflösung der NVA

Nach der deutschen Wiedervereinigung war Schönbohm Chef des Bundeswehrkommandos Ost. Die Auflösung der 90.000 Mann starken Streitkräfte der ehemaligen Nationalen Volksarmee und deren teilweise Integration in die Bundeswehr gilt als sein Meisterstück. Außerdem war Schönbohm nach der Wende für den Abzug der russischen Streitkräfte zuständig. 

1996 wurde der Politiker Innensenator in Berlin. Erst zwei Jahre zuvor war er in die CDU eingetreten. Drei Jahre später wechselte Schönbohm in seine Heimat Brandenburg, wo er zwischen 2002 und 2009 in einer rot-schwarzen Koalition als Innenminister und Vize-Regierungschef amtierte. Zu seinen Erfolgen in Brandenburg zählen eine Gemeinde- und Polizeireform. Vor allem die Polizei stärkte er. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke würdigte Schönbohm als einen "Patrioten im besten Sinne". Er habe sich große Verdienste um die Deutsche Einheit erworben, erklärte Woidke in einem Kondolenzschreiben.

Verheiratet war Schönbohm seit 1959, aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

dpa/vg

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