„Muss einfacher werden“

Lindner will die Steuererklärung verändern - und den Bürgern damit viel Zeit sparen

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) plant, digitale Reformen schnell umzusetzen. (Archiv)
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Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) plant, digitale Reformen schnell umzusetzen. (Archiv)

Der FDP sind digitale Reformen sehr wichtig, wie die Partei immer wieder betont. Eine erste Neuerung plant Finanzminister Lindner bei der Steuererklärung.

Berlin - „Durch digitale Verfahren soll die Erfüllung der steuerlichen Pflichten für die Bürgerinnen und Bürger erleichtert werden“, schreiben die Ampel-Parteien in ihrem Koalitionsvertrag. Christian Lindner will dieses Vorhaben schnell in die Tat umsetzen. „Die Steuererklärung muss einfacher werden“, sagte der Bundesfinanzminister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Christian Lindner will Digital-Reform bei Steuererklärung, die Zeit sparen könnte

Daten, die den Behörden bereits vorliegen, sollen nach den Plänen des FDP*-Politikers künftig vorausgefüllt angeboten werden, sodass Bürgerinnen und Bürger nicht nach jeder einzelnen Information in ihren Unterlagen suchen müssen. „Wir leiten jetzt die erforderlichen Schritte ein, um diese Erleichterung schnellstmöglich in die Praxis zu bekommen.“

Durch digitale Verfahren soll die Erfüllung der steuerlichen Pflichten für die Bürgerinnen und Bürger erleichtert werden, wie zum Beispiel durch vorausgefüllte Steuererklärungen (Easy Tax). Wir werden daher die Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens konsequent weiter vorantreiben und dafür sorgen, dass steuerliche Regelungen grundsätzlich auch digital umsetzbar sind. Unser Ziel ist es, dass die gesamte Interaktion zwischen Steuerpflichtigen und Finanzverwaltung digital möglich ist.

Koalitionsvertrag von SPD, Grüne und FDP, S. 166

Offen zeigte sich Christian Lindner zudem mit Blick auf eine dauerhafte steuerliche Absetzbarkeit für das Homeoffice: „Ich halte es für denkbar, dass wir aus der Ausnahmeregel eine dauerhafte Regel machen“, sagte Lindner den Funke-Zeitungen. „Zahlreiche Beschäftigte wünschen sich mehr Selbstbestimmung. Ich begrüße und fördere das“, sagte er weiter. Viele arbeiteten aber auch lieber im Büro.

Christian Lindner (FDP): Homeoffice-Regelung könnte auch nach Corona-Pandemie bleiben

Die derzeitige Homeoffice-Regelung gilt befristet für die Zeit der Pandemie. Wer kein separates Arbeitszimmer hat, der kann pro Homeoffice-Tag für 2021 pauschal fünf Euro von der Steuer absetzen. Maximal dürfen so 600 Euro geltend gemacht werden. Wer ein separates Arbeitszimmer hat und dieses zu mindestens 90 Prozent für die Arbeit nutzt, kann die tatsächlichen Kosten absetzen.

Lindner will zudem das Steuerrecht stärker an die Bedürfnisse von Frauen anpassen. Ein Ziel dabei sei „die Ausgestaltung der Steuerklassen zugunsten von Frauen“, sagte der Finanzminister den Zeitungen. Er habe das Thema „Teilzeitfalle“ auf dem Radar. „Ich werde zu Beginn des neuen Jahres auf die Länder zugehen und für eine rasche Lösung werben“, sagte der FDP-Politiker, den das Magazin Foreign Policy als den nächsten „Big Player“ der Weltwirtschaft bezeichnet hat.

Video: Ampel-Koalition will Deutschland „besser machen“

Christian Lindner (FDP): Steuerliche Situation für Frauen verbessern

Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP hat vereinbart, zu verhindern, dass Minijobs als Ersatz für reguläre Arbeitsverhältnisse missbraucht oder zur Teilzeitfalle insbesondere für Frauen werden. Viele Frauen arbeiten nach der Geburt zunächst Teilzeit, um sich um die Kindesbetreuung zu kümmern. Eine Rückkehr auf Vollzeit ist häufig schwierig, weil die Arbeitgeber unwillig sind oder es sich finanziell nicht lohnt.

Durch das sogenannte Ehegatten-Splitting werden Paare, in denen ein Partner deutlich mehr verdient als der andere, häufig steuerlich bevorteilt. Das senkt den Anreiz zur Vollzeit-Arbeit für die meist weniger verdienenden Frauen zusätzlich. (AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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