Überblick

Nach dem Oster-Chaos: Kontakte, Friseure, Urlaub - Diese Corona-Regeln gelten jetzt noch

Ohne die geplante Osterruhe gibt es eine Corona-Regel weniger in Deutschland. Die restlichen Beschlüsse des Corona-Gipfels bleiben erhalten. Ein Überblick.

Berlin - Die Corona-Gipfel-Beschlüsse standen am frühen Dienstmorgen fest, Deutschland bereitete sich darauf vor, in einen Oster-Lockdown zu gehen. Doch weil diese Vorbereitung an vielen offenen Fragen scheiterte, kam bekanntlich die große Merkel-Wende: Am Mittwochmittag stand die Kanzlerin vor der Presse: „Ich habe heute Nachmittag entschieden, die notwendigen Verordnungen für die am Montag vereinbarte zusätzliche Osterruhe, also die Ruhetage am Gründonnerstag und Karsamstag, nicht auf den Weg zu bringen, sondern zu stoppen.“ Damit ist ein zentraler Beschluss der vergangenen Bund-Länder-Konferenz Geschichte.

Aber was gilt nun noch von den Beschlüssen? Hier finden Sie den Überblick. Hinweis: Je nach Bundesland können diese Maßnahmen leicht abweichen

Corona-Lockdown bis 18. April verlängert

Bund und Länder haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie grundsätzlich bis zum 18. April verlängert. Das heißt beispielsweise, dass beim Einkaufen und im ÖPNV weiter OP-Masken oder Masken der Standards KN95 oder FFP2 getragen werden müssen. Arbeitgeber müssen Beschäftigten Homeoffice ermöglichen, zumindest überall dort, wo es möglich ist. Wichtige Inzidenzwerte für Regelanpassungen sind vielerorts 50, 100 und 200.

Corona-Regeln an Ostern und Kontaktbeschränkungen

Der Plan zur „Erweiterten Ruhezeit zu Ostern“ wird nun nicht mehr umgesetzt. Das heißt: An Gründonnerstag und Karsamstag können die Läden weiter je nach Infektionslage öffnen. Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag sind wie sonst auch Feiertage. „Es gelten über Ostern die allgemeinen Regelungen weiter. Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt“, heißt es auf der Seite der Bundesregierung.

Zur Außengastronomie: Nach Merkels Rücknahme der Osterruhe kündigte beispielsweise die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer an, dass in ihrem Bundesland in Kommunen mit Inzidenzen zwischen 50 und 100 und unter Einhaltung der strengen Regeln (also auch mit Schnelltests) Öffnungen möglich sind.

Friseure bleiben über Ostern offen

Seit dem 1. März dürfen Friseure unter strengen Corona-Auflagen wieder Kunden empfangen. Diese Regelung bleibt bestehen und gilt auch für weitere körpernahe Dienstleistungen. Wie der Zentralverband des Deutschen Friseur Handwerks mitteilt, dürften Friseure über die Ostertage, also am 1. und 3. April, regulär offen haben - entgegen des vorherigen Beschlusses einer Oster-“Ruhe“. So steht es auch auf der Seite der Bundesregierung: „Es gelten über Ostern die allgemeinen Regelungen weiter.“

Eine Osterhasen-Skulptur aus Strohballen steht eingezäunt auf einem menschenleeren Platz am Boddenhafen des Erholungsorts an der Ostsee.

Corona-Regeln für Gottesdienste

Präsenzgottesdienste zu Ostern sind nicht verboten. Mittlerweile (Stand: 25.3.) hat auch die Bundesregierung ihre Bitte an die Kirchen zurückgezogen, die Veranstaltungen virtuell abzuhalten. Dennoch müssen für Gottesdienste entsprechende Hygienekonzepte angewendet werden - etwa das Tragen von Masken und Abstandhalten.

Die Notbremse im Corona-Lockdown

Bund und Länder sind sich dem Beschluss zufolge einig, dass die „Notbremse“ bei gestiegenen Infektionszahlen konsequent umgesetzt werden muss. Das heißt: „Steigt die 7-Tage-Inzidenz* pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.“ Anfang März waren beispielsweise viele Geschäfte im Einzelhandel noch nicht geöffnet.

Weitere Hotspot-Maßnahmen in Corona-Deutschland

Neben der „Notbremse“ für stark betroffene Regionen, gibt es noch weitere Maßnahmen, die Bund und Länder besprochen haben. Diese sollen dafür Sorge tragen, dass die Infektionszahlen wieder sinken. In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 sollen deshalb weitergehende Schritte umgesetzt werden: Aufgelistet sind etwa tagesaktuelle Schnelltests in Bereichen, in denen Abstandhalten oder konsequentes Maskentragen erschwert sind; die Tragepflicht medizinischer Masken von Mitfahrern auch im privaten PKW, soweit diese nicht dem Hausstand des Fahrers angehören; Ausgangs- oder verschärfte Kontaktbeschränkungen. Kanzlerin Merkel sagte zu diesen Maßnahmen im Bundestag, dabei gebe es „gewaltige politische Unterschiede, was man für geeignet hält und was nicht“. Deshalb sind diese Maßnahmen nur beispielhaft notiert.

Das Reisen / Der Urlaub im Corona-Lockdown

Es gilt der Appell der Regierung, auf nicht zwingend notwendige Reisen zu verzichten, auch über die Osterfeiertage. Bei der Einreise aus ausländischen Risikogebieten gilt weiterhin die Pflicht zur Eintragung in die digitale Einreiseanmeldung und eine Quarantänepflicht für einen Zeitraum von zehn Tagen nach Rückkehr. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nur durch einen negativen Test möglich, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise abgenommen wurde. Bei Rückreisen aus Virusvariantengebieten hingegen ist strikt eine Quarantäne von 14 Tagen einzuhalten.

Neu folgen soll demnächst, nach Prüfung, eine Testpflicht, nach der vor Abflug als Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland ein Corona-Test gemacht werden muss, unabhängig davon, ob jemand aus einem Risikogebiet kommt.

Deutschlands Corona-Modellprojekte in einzelnen Regionen

In den Ländern und einzelnen Regionen sollen zeitlich befristete Modellprojekte möglich sein. Dies wird an einigen Stellen Deutschlands bereits praktiziert oder ist in Planung. Voraussetzung sind strenge Schutzmaßnahmen und ein Testkonzept, um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen.

Schulen und Kitas in Corona-Zeiten

Genaue Regeln für Schulen und Kitas gibt es im Bund-Länder-Beschluss nicht, die Länder entscheiden in Eigenregie. Ziel ist es, die anwesenden Personen zweimal pro Woche zu testen. (cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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