Sport nur Schlusslicht

Umfrage-Wende im Corona-Lockdown: Deutsche wollen vor allem drei Lockerungen - und Spahn stürzt ab

Der Zuspruch zum GroKo-Krisenmangement ist laut einer Erhebung von 73 auf 35 Prozent gesackt. Viel mehr Menschen als zuletzt befürworten Lockerungen.

  • Lange Zeit stand die Mehrheit der Deutschen hinter den harten Anti-Corona-Maßnahmen.
  • Inzwischen ist die Stimmung laut einer Umfrage gekippt.
  • Schlusslicht in der Öffnungs-Liste bilden demnach Sportveranstaltungen.

Berlin - Die Deutschen finden einer Umfrage zufolge: Es ist Zeit. Für Lockerungen. Zum ersten Mal seit Beginn des harten Lockdowns* Mitte Dezember gibt es in den regelmäßigen YouGov-Umfragen eine Mehrheit dafür.

Das Meinungsforschungsinstitut ermittelte im Auftrag der dpa: 43 Prozent finden, nach dem Bund-Länder-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel* (CDU*) an diesem Mittwoch (3. März) sollte weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. Über den Wunsch nach Lockerungen berichtet aktuell auch msl24.de*.

Nur noch 26 Prozent seien für eine Beibehaltung, 9 Prozent für strengere Einschränkungen. 5 Prozent machten keine Angaben.

Umfrage zu Corona-Lockdown: Diese drei Dinge sind den Deutschen besonders wichtig

Zum Vergleich: Anfangs standen noch 73 Prozent hinter den Maßnahmen von Bund und Ländern. Auch Anfang Januar waren es noch 65 Prozent. Vor der letzten Bund-Länder-Konferenz am 10. Februar war es dann nur noch die Hälfte der Befragten - inzwischen liegt der Anteil also bei 35 Prozent.

Was wollten die Befragten in der aktuellen YouGov-Erhebung am dringendsten gelockert sehen? Ein Überblick:

  • 49 Prozent sagten, dass ihnen die Öffnung von Geschäften besonders wichtig ist.
  • 43 Prozent wollten weniger strenge Regeln, mit wie vielen Menschen man sich treffen darf.
  • 42 Prozent gaben an, dass ihnen die Öffnung von Restaurants besonders wichtig ist.

Erst dann folgten die Schulen mit 32 Prozent, deren Öffnung die Politik als besonders wichtig erachtet.

Die Öffnung von Dienstleistungsbetrieben wie Kosmetik- oder Massagestudios sind 18 Prozent besonders wichtig. Dahinter folgt die Möglichkeit, zum Beispiel in Fitnessstudios Sport zu treiben (16 Prozent). Am Ende der Prioritätenliste sind der Besuch von Kulturveranstaltungen (12 Prozent), das Reisen ohne Beschränkungen (11 Prozent), das Übernachten in Hotels (9 Prozent) und der Besuch von Sportveranstaltungen (5 Prozent) zu finden. Die Befragten konnten jeweils drei Bereiche nennen, die ihnen besonders wichtig sind.

Geht im Nachbarland Österreich bereits wieder: Shoppen.

Umfrage zur GroKo in der Corona-Krise: AfD und FDP besonders unzufrieden

Die Skepsis gegenüber den Einschränkungen überwiegt inzwischen bei den Anhängern aller im Bundestag vertretenen Partei. Am größten ist der Wunsch nach Lockerung bei den Wählern der AfD* (72 Prozent) und FDP* (67 Prozent). Dahinter folgen die Anhänger der Linken* (58 Prozent), der CDU/CSU* (57 Prozent), der SPD* (54 Prozent) und der Grünen* (49 Prozent).

Die Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Pandemie nimmt unterdessen weiter zu:

  • 7 Prozent bewerten das Regierungshandeln „sehr positiv“.
  • 41 Prozenten bewerten es als „eher positiv“.
  • 25 Prozent sagten, sie seien „eher unzufrieden“.
  • 22 Prozent gaben an, „sehr unzufrieden“ zu sein.
  • Keine Angaben machten 5 Prozent.

Anfang Februar waren noch 50 Prozent „eher zufrieden“, im Oktober waren es sogar noch 57 Prozent und während der ersten Corona-Welle im April 67 Prozent. Die YouGov-Umfrage wird alle zwei bis vier Wochen durchgeführt.

Derweil ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut einer Umfrage des Insa-Instituts für die Bild am Sonntag in der Beliebtheit der Bürger abgestürzt. 56 Prozent der Befragten äußerten sich „eher unzufrieden““ mit dessen Arbeit, zufrieden sind nur 28 Prozent. Mit der Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind dagegen 54 Prozent zufrieden, mit der Arbeit von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 45 Prozent. Befragt wurden 1016 Menschen.

(dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gregor Bauernfeind/dpa

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