Ex-Präsident meldete sich schon zu Wort

Wird Trump nach Durchsuchungen bei Anwalt Giuliani ans Messer geliefert? Ex-Vertrauter geht fest davon aus

Räumlichkeiten von Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani sind im Zuge der Ukraine-Affäre durchsucht worden. Nun droht auch dem ehemaligen US-Präsidenten Ärger, wie ein Ex-Vertrauter versichert.

Update vom 1. Mai, 15.45 Uhr: Droht Donald Trump Ungemach wegen der Durchsuchungen des Wohnsitzes und des Büros seines Anwalts Rudy Giuliani? Michael Cohen geht fest davon aus, denn der frühere Rechtsvertreter des Republikaners erwartet, dass Trumps vermeintlicher Freund einen Deal eingehen wird, um nicht hinter Gitter zu müssen. „Es gibt keine Zweifel, dass er nervös ist. Und das hat auch seine Gründe, denn er kennt die unbegrenzte Macht des Southern District of New York und diese Macht werden sie nutzen“, stellte Cohen in einem CNN-Interview über die Ermittlungen gegen Giuliani, der früher Bürgermeister von New York war, fest.

Es sei völlig klar, dass der 76-Jährige „kein Interesse daran hat, ins Gefängnis zu gehen und seine goldenen Jahre hinter Gittern zu verbringen“. Und Giuliani werde keine Probleme damit haben, Trump ans Messer zu liefern, ist sich Cohen sicher: „Es gab niemals eine Beziehung zwischen den beiden. Bevor Donald Präsident wurde, mochte Rudy Donald nicht und Donald mochte Rudy sicher auch nicht. Denke ich, also Rudy würde Donald binnen eines Herzschlags fallen lassen? Absolut.“

Cohen hatte 2018 vor Gericht illegale Wahlkampffinanzierung und Steuerbetrug sowie die Zahlung von Schweigegeld an frühere Affären von Donald Trump zugegeben - er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Diesen Weg werde Giuliani nicht gehen wollen und deshalb auspacken über Trump, dessen Sohn Donald Jr., Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner. Cohen will Trumps aktuellen Anwalt einst gewarnt haben: „Ich habe es ihm gesagt. Er wird der nächste sein, der (von Trump) vor den Bus geschubst wird.“

Allzu große Stücke hält Cohen ohnehin nicht von Giuliani: „Wir haben keine Ahnung, wie weitreichend diese Untersuchung am Ende sein wird, denn Rudy ist ein Idiot. Das ist das Problem. Rudy trinkt zu viel. Rudy verhält sich so unberechenbar, wer weiß schon, was sie auf seinen Telefonen und Computern finden werden?“ Trump würde es wohl lieber nicht wissen.

Sie standen sich stets nahe: Ex-Präsident Donald Trump (l.) und sein Anwalt Rudy Giuliani.

Trump wütet wegen Hausdurchsuchung bei seinem Anwalt Giuliani - Ex-Präsident spricht von Korruption

Update vom 30. April, 12.15 Uhr: Donald Trump reagiert erbost auf die Ermittlungen gegen seinen Anwalt Rudy Giuliani, dessen Wohnsitz und Büro durchsucht worden sind. Im TV-Sender Fox verteidigte der ehemalige US-Präsident den früheren New Yorker Bürgermeister und nannte diesen einen „großartigen Patrioten. Er macht diese Sachen - er liebt dieses Land und sie durchsuchen seine Wohnung.“ Dieses Vorgehen sei „so unfair“, der Republikaner wirft den Behörden vor, „mit zweierlei Maß“ zu messen, „wie man es noch nie gesehen hat.“

„Ich weiß nicht, wonach sie suchen, was sie machen. Sie sagen, es hat mit Papieren zu tun, Lobbyvorwürfen“, echauffiert sich Trump weiter: „Es ist eine sehr, sehr unfaire Situation. Man muss Rudy verstehen. Rudy liebt dieses Land so sehr. Es ist so schrecklich, wenn man sieht, was in unserem Land passiert - die Korruption, die ganzen Probleme. Und dann verfolgen sie Rudy Giuliani. Das ist doch einfach nur traurig.“

Ermittlungen gegen Trump-Anwalt Giuliani: Elektronische Gegenstände beschlagnahmt

Erstmeldung vom 29. April:

New York City - Bisher hat ihn Donald Trump wohl geschützt - nun muss sich Rudy Giuliani vor dem Gesetz verantworten. Die Polizei hat den Wohnsitz und das Büro des ehemaligen Bürgermeisters von New York durchsucht. Dabei seien elektronische Gegenstände beschlagnahmt worden, berichtete die New York Times unter Berufung auf anonyme Quellen.

Dabei geht es laut Berichten der Zeitung sowie der Fernsehsender CNN und NBC um die Verwicklung des 75-Jährigen in die Ukraine-Affäre. Diese hatte zum ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump* (74) geführt. Giuliani ist Trumps Anwalt. US-Medien hatten wiederholt berichtet, dass eine Strafverfolgung Giulianis bisher von Trump blockiert worden war - mittlerweile ist jedoch der Demokrat Joe Biden* (78) im Amt. Die Beschlagnahmung markiert daher einen Wendepunkt.

Ermittlungen konzentrieren sich angeblich auf die Ukraine-Affäre

Trumps Lager hatte demnach versucht, Bidens Sohn Hunter mit angeblichen zwielichtigen Geschäften in der Ukraine in Verbindung zu bringen. Giuliani drängte die ukrainischen Behörden dabei angeblich vergeblich zu Ermittlungen gegen Biden senior und junior. Die New York Times berichtet, dass die Ermittlungen sich auch darauf fokussieren, ob Giuliani unlauteren Einfluss auf die Regierung von Trump im Auftrag von Geschäftsleuten aus der Ukraine ausgeübt habe.

Die von einem Richter genehmigte Ermächtigung zur Grundstücksuntersuchung bei einem Anwalt, besonders dem eines Ex-Präsidenten, ist selten - es darf also davon ausgegangen werden, dass bereits eindeutige Indizien gegen den ehemaligen New Yorker Bürgermeister vorliegen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jim Watson/afp

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