Inauguration des neuen US-Präsidenten

Amtseinführung live: Biden besucht Gottesdienst und will noch heute Trump-Beschlüsse rückgängig machen

Blick auf das beleuchtete Kapitol und der Bühne am Morgen der Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Joe Biden.
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Blick auf das beleuchtete Kapitol und der Bühne am Morgen der Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Joe Biden.

Die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten folgt gewöhnlich einer strengen Tradition. Wegen Donald Trump und Corona wird es für Joe Biden aber anders laufen als sonst.

  • Der Demokrat Joe Biden* soll am 20. Januar, 12 Uhr Ortszeit als US-Präsident vereidigt werden.
  • In Washington, D.C. schützen Tausende Nationalgardisten die Zeremonie (siehe Update vom 20. Januar, 12.33 Uhr).
  • Joe Biden besucht vor der Vereidigung noch einen Gottesdienst mit seiner Familie und ein paar Kongressabgeordneten (siehe Update vom 20. Januar, 14.16 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 20. Januar, 16.13 Uhr: Auf der Terrasse des Kapitols füllen sich so langsam die Reihen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sowie Hygieneauflagen ist die Militär-Band bereits eingetroffen und spielt etwas Musik. Mehr Gäste werden laut n-tv gegen 16.30 Uhr MEZ erwartet. Joe Biden selbst soll etwa 17.15 Uhr eintreffen. Die Zeremonie wird dann gegen 17.45 Uhr starten, sodass Biden 18 Uhr vereidigt werden kann.

Update vom 20. Januar, 14.59 Uhr: Noch-US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania, komplett in schwarz gekleidet und mit großer schwarzer Sonnenbrille, haben den Boden von Washington verlassen*. Nach einer kurzen Rede bestiegen die beiden die Air Force One ein letztes Mal. Seine letzte offiziellen Worte als US-Präsident nutze Trump zum Dank und um seine Erfolge zu betonen. „Es war ein Privileg meines Lebens, euer Präsident zu sein.“ Er werde das Geschehen folgen und wünsche seinem Nachfolger Joe Biden viel Erfolg. „Ich denke, sie werden auch erfolgreich sein, denn wir haben das Fundament gelegt“, sagte Trump. Er verlies die Bühne mit den Worten: „Wir lieben euch, wir werden auch in irgendeiner Form wiederkommen.“ Darauf folgten Jubelschreie seine Anhänger. Es bleibt also spannend, was Trump in den nächsten Monaten tun wird.

Amtseinführung von Joe Biden: Donald Trump verlässt das Weiße Haus in Washington

Update vom 20. Januar, 14.16 Uhr: Das wars für ihn erst einmal: Soeben hat Donald Trump das Weiße Haus verlassen und ist ist den Hubschrauber Marine One gestiegen. Jetzt geht es auf den Militärflughafen Andrews, wo es eine kurze Abschiedszeremonie geben wird - ein bisschen Musik, ein paar Salutschüsse. Danach begibt sich Donald Trump auf den Weg nach Florida.

Trump hatte sich entschieden, bei der Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden in wenigen Stunden nicht dabei zu sein. Biden hat sich mittlerweile laut n-tv-Informationen auf den Weg zu einem Gottesdienst gemacht hat. Für ihn wird es noch ein langer Tag: An seinem ersten Amtstag will er schon erste politische Beschlüsse von Donald Trump rückgängig machen.

Amtseinführung Joe Biden: Gewaltige Sicherheitsvorkehrungen in Washington, D.C. getroffen

Update vom 20. Januar, 12.33 Uhr: 12 Uhr Ortszeit in Washington, D.C. (18 Uhr MEZ) wird für Joe Biden ein ganz besonderer Moment. Seit Jahrzehnten macht er in den USA Politik, unter anderem als Senator und als Vize-Präsident unter Barack Obama. Am Mittag ergreift er dann selbst das höchste Amt in den USA: Biden wird als US-Präsident vereidigt.

Am Abend hielt Biden eine sehr emotionale Abschiedsrede in seinem Heimatort (siehe Update vom 19. Januar, 21.36 Uhr). Vor der Vereidigung werden Joe Biden und die künftige First Lady Jill Biden noch an einem Gottesdienst in Washington teilnehmen. Statt einer großen Parade mit Tausenden Gästen sind am Mittag nur die wichtigsten Personen für Bidens Vereidigung vor Ort. Die Sicherheitsvorkehrungen in der US-Hauptstadt sind groß: 25.000 Nationalgardisten bewachen die Stadt. Corona und die Sorge vor Angriffen durch Trump-Anhänger überschatten Joe Bidens Amtsantritt.

Amtseinführung von Joe Biden im News-Ticker: Abschied aus Delaware - „Entschuldigen Sie die Emotionen“

Update vom 19. Januar, 21.36 Uhr: Der künftige US-Präsident Joe Biden hat sich am Vortag seiner Amtseinführung auf den Weg nach Washington gemacht. Am Dienstag verabschiedete er sich in einer emotionalen Ansprache von den Bewohnern seines Heimatstaates Delaware. Er sei „stolz, ein Sohn Delawares“ zu sein, sagte Biden auf einem Stützpunkt der Nationalgarde in New Castle. „Entschuldigen Sie die Emotionen, aber wenn ich sterbe, wird Delaware auf meinem Herzen geschrieben stehen.“

Biden erinnerte auch an seinen 2015 an den Folgen eines Hirntumors verstorbenen Sohn Beau, nach dem der Stützpunkt benannt ist. „Das einzige, was ich bedaure, ist, dass er nicht hier ist“, sagte der gewählte US-Präsident, dem Tränen über die Wangen rollten. „Denn wir sollten ihn als Präsidenten vorstellen.“

Anschließend flog er mit seiner Ehefrau Jill Richtung Washington. Eigentlich wollte Biden, wie jahrzehntelang als Senator, mit dem Zug fahren. Wegen der heiklen Sicherheitslage war das zu seinem Amtsantritt als US-Präsident nicht möglich.

Der designierte US-Präsident Joe Biden und und seine zukünftige Vize-Präsidentin Kamala Harris

Vor der Amtseinführung und Vereidigung: Joe Biden nimmt an Gottesdienst mit Republikanern teil

Update vom 19. Januar, 17.56 Uhr: Joe Biden wird kurz vor seinem Amtsantritt einen Gottesdienst in der Kathedrale St. Matthews mit den Spitzen von Demokraten und Republikanern im Kongress besuchen (siehe Erstmeldung). Auch der scheidende republikanischen Senats-Mehrheitsführers Mitch McConnell wird teilnehmen, dass bestätigte ein Mitarbeiter.

Ebenfalls eingeladen wurden der republikanische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, und die Anführer der Demokraten im Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer. Mit dem gemeinsamen Gottesdienst setzt der gläubige Katholik Biden ein Zeichen, dass er auf eine Zusammenarbeit mit dem Kongress und den fortan oppositionellen Republikanern setzt.

Amtseinführung von Joe Biden: Zeitplan und Tagesablauf anders als bei Vorgängern - Schuld daran ist Donald Trump

Erstmeldung vom 19. Januar 2021:

Washington, D.C. - Am Mittwoch, dem 20. Januar 2021, wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Der Wahlsieger Joe Biden* löst dann seinen Vorgänger Donald Trump* ab.

Die Amtseinführung* oder Inauguration, wie es auf Englisch heißt, ist eigentlich ein Riesen-Event und folgt einer strengen Tradition. Dieses Jahr wird aber alles anders. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Amtseinführung von Joe Biden: Keine Parade und Partys wegen Corona

Die Corona-Pandemie lässt keine große Party und Menschenmengen zu. In keinem anderen Land der Welt wütet das Virus so heftig wie in den USA. Auch ohne Corona wäre alles anders, da das Kapitol*, wo die Amtseinführung stattfindet, so streng und weiträumig abgesperrt ist wie nie zuvor. Wegen des Sturms auf das Parlamentsgebäude* am 6. Januar, bei dem aufgestachelte Trump-Fans in das Gebäude eindrangen und Chaos hinterließen, mussten die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft werden. Die Spaltung in den USA ist nach Trumps Amtszeit so groß wie nie.

Bidens Inauguration: Donald Trump würfelt Tagesablauf durcheinander

Auch der traditionelle Tagesablauf rund um die Vereidigung wurde von Donald Trump* durcheinander gewürfelt. Joe Biden und seine Familie werden zwar wie üblich die Nacht im Gäste Haus des Weißen Hauses verbringen und den Tag mit einem Gottesdienst beginnen. Im diesjährigen Zeitplan fällt das traditionelle Teetrinken im Weißen Haus mit dem scheidenden Präsidentenpaar allerdings aus.*

Trump hatte schon angekündigt nicht an Bidens Inauguration teilzunehmen und auch die First Lady Melanie soll kein Interesse daran haben ihre Nachfolgerin durch das weiße Haus zu führen. Ein solches Verhalten gab es noch nie zuvor. Die Trumps wollen das Weiße Haus angeblich morgens verlassen und auf einem Militärflugplatz außerhalb Washingtons eine eigene Abschiedsfeier inszenieren.

Biden-Vereidigung in Washington: Die Inauguration - Ablauf und Zeitplan der Zeremonie

Was Joe Biden statt des Treffens am Vormittag tun wird, ist nicht bekannt. Um 12 Uhr (18 Uhr deutscher Zeit) wird er aber dann nach der Vereidigung seiner Vizepräsidentin Kamala Harris selbst den Amtseid der US-Präsidenten* ablegen: „I do solemnly swear that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.“ (zu Deutsch: Ich schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten treu ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften bewahren, schützen und verteidigen werde.“)

Inauguration von Joe Biden im News-Ticker: Besuch von Soldaten-Friedhof am Nachmittag - Abendshow mit Stars

Nach der Vereidigung wird Lady Gaga die Nationalhymne singen. Am Nachmittag folgt für Joe Biden und seine Frau Jill der Besuch des Soldaten-Friedhofs in Arlington dem auch die ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama und ihre Ehefrauen beiwohnen werden.

Abends gibt es dann noch eine von Tom Hanks moderierte Fernsehshow, bei der Biden und Harris Reden halten sollen. Auch Auftritte von Demi Lovato, Jennifer Lopez, Jon Bon Jovi und Justin Timberlake sind geplant. (md)

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