Vorgänge in den USA

Maischberger zu Tod von George Floyd: Aufstand gegen ARD bereits vor dem Talk - „Euer Ernst?!“

Maischberger: Die ARD-Talkshow kassiert wegen ihrer Gäste einen heftigen Shitstorm. Auch die Entschuldigung ging mächtig in die Hose.

  • Am Mittwochabend läuft die ARD-Talkshow mit Sandra Maischberger
  • Diese wurde jetzt bereits vor der Ausstrahlungen heftig kritisiert
  • Der Grund: Die Auswahl der Gäste zum Thema Rassismus in den USA*

München -  In der Medienlandschaft die Aussage „jede Form von Publicity ist gute Publicity“ als Leitsatz zu betiteln, ist vermutlich etwas zu gravierend. Zumal diese Form der Aufmerksamkeit wie im Fall der Talkshow „maischberger. die woche“ definitiv eher schädlich ist.

So wollte Sandra Maischberger am Mittwochabend um 23 Uhr, mit ihrer letzten Sendung vor der Sommerpause*, mit illustren Gästen über das aktuelle Weltgeschehen diskutieren. Hauptpunkt natürlich die Vorfälle in den USA, wo in der vergangenen Woche der afroamerikanische US-Bürger George Floyd *von einem Polizisten getötet wurde und was massive Proteste und einen absolut nicht deeskalierenden US-Präsidenten* zur Folge hatte. 

USA: Maischberger zum Tod George Floyds - ARD-Talkshow kassiert heftigen Shitstorm

Soweit ist die Themenauswahl der Redaktion von Maischberger absolut nachvollziehbar. Was allerdings bereits vor der Ausstrahlung der Sendung für harsche Kritik sorgte, war die Auswahl der Gäste. So sind am Mittwochabend neben Außenminister Heiko Maas, Journalist Dirk Steffens und Börsenexpertin Anja Kohl noch Kolumnist Jan Fleischhauer und die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff in der Talkshow zu Gast. 

Auf Twitter beschwerten sich viele User darüber, dass man über den Rassismus in den USA* diskutieren will, aber keinen einzigen schwarzen Gast eingeladen hat. „Euer Fucking Ernst?! I mean, euer fucking, fucking Ernst?!“, schrieb Autorin Jasmina Kuhnke und echauffierte sich weiter: „Hey, es fehlen noch Höcke, Weidel und Palmer in eurem Slot.“

Sandra Maischberger (ARD): Thema Proteste in den USA - heftige Kritik an den Gästen

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass die Talkshow-Teilnehmer bei vielen Leuten Verwunderung auslösen. Nicht ganz glücklich ist die anschließende Reaktion der „maischberger“-Redaktion. Die bezog nämlich nach der Kritik auf Twitter Stellung und schrieb: „Da es hier ja nun leider ein bisschen Verwirrung gab: Wie jeden Mittwoch machen wir auch morgen eine Sendung, in der wir die wichtigsten Themen der Woche diskutieren. Und natürlich beherrschen die Proteste in den USA aktuell die Schlagzeilen“, hieß es im Tweet: „Daneben wollen wir uns aber z.B. auch den weiteren Entwicklungen in der Coronakrise* widmen, den Reisewarnungen, der Impfstoffentwicklung und dem Konjunkturpaket. Lasst uns doch erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?“ Abschließend gab es noch einen nettgemeinten Zwinkersmiley. Der kam aber auch nicht gut an.

Jan Böhmermann antwortete nur: „Nein, das machen wir nicht so“ und die Abgeordnete Aminata Toure stellte süffisant fest: „Schwarze Menschen können sich tatsächlich auch zu diesen Themen positionieren.“ Auch Grünen-Politiker Özcan Mutlu kritisierte die Gästeauswahl und wurde gar prompt von der ARD auf Twitter blockiert, was dann ebenfalls zu Diskussionen führte. 

Maischberger: ARD-Talkshow lädt zum Thema „Proteste in den USA“ keinen schwarzen Gast ein

Der Shitstorm zeigte allerdings offenbar Wirkung, denn am Mittwochnachmittag reagierte die „maischberger“-Redaktion abermals: „Die Redaktion war seit Sonntag im Kontakt mit mehreren möglichen, auch schwarzen, Gesprächspartner*innen zum Thema #Rassismus in den #USA. Zugesagt hat jetzt eine afro-amerikanische Germanistikprofessorin aus North Carolina.“

Die Unruhen in den USA* beschäftigen aber nicht nur die Talkshow am Mittwochabend in der ARD. Auf Instagram startete am Dienstag eine Aktion, bei der Millionen User ein schwarzes Bild mit dem Hashtag #BlackLivesMatter posteten. 

Auch NBA-Legende Dirk Nowitzki postete auf Instagram ein Bild mit bewegenden Worten und rief dabei zum gesellschaftlichen Wandel auf. Zudem warnt das Auswärtige Amt vor gewalttätigen Ausschreitungen bei Reisen in die USA

Und Donald Trump*? Der US-Präsident* spaltet das Land mit seinen Aussagen weiter und sorgt so dafür, dass die Lage sich nicht entspannt. Dadurch schlitterte die USA nach der noch nicht einmal im Ansatz ausgestandenen Corona-Krise vermutlich in das nächste Trump-Gate*. Man darf gespannt sein, welche Auswirkungen das auf die US-Präsidentschaftswahl im November hat...

Derweil wird in den USA vor der erhöhten Corona-Infektionsgefahr im Zuge der Massendemonstrationen gegen die gesellschaftlichen Missstände gewarnt.

Zu einem Eklat kam es bei einem Floyd-Protest im US-Bundesstaat New York. Dort stießen Polizisten einen älteren Demonstranten zu Boden, dieser wurde dabei schwer verletzte.

Die Sendung am 3. Juni ist die letzte vor der Sommerpause. 

smk

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Rubriklistenbild: © dpa / Markus Tedeskino

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