Verkündung am Mittwoch

Plan für „Angriff aus dem Weltraum“? Nato trifft weitreichenden Beschluss

Die 29 Nato-Staaten haben sich an einen sehr grundsätzlichen Beschluss gewagt: Künftig ist der Weltraum ein eigenständiges „Operationsgebiet“. 

  • Die Nato will am Mittwoch einen weitreichenden Beschluss bekannt geben.
  • Es geht um ein neues „Operationsgebiet“: Den Weltraum.
  • Wappnen will sich das Militärbündnis offenbar auch für Angriffe aus dem All.

Brüssel - Die Nato wappnet sich für Kriege im Weltraum. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben die 29 Bündnisstaaten am Dienstag beschlossen, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. Die Entscheidung soll an diesem Mittwoch bei einem Außenministertreffen offiziell bekannt gegeben werden.

Nato beschließt: Weltraum ist zukünftig eigenes Operationsgebiet - Bündnisfall bei Angriff aus dem All?

Konkret könnte der Beschluss der Nato bedeuten, dass mögliche Angriffe aus dem Weltraum künftig als Bündnisfall behandelt werden - also so wie bislang Angriffe am Boden oder im Luft-, See- oder Cyberraum. Das zuletzt teils harsch kritisierte Bündnis - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte es „hirntot“ - soll zudem zu einem Schlüsselforum für den Austausch von Fähigkeiten und Informationen werden. Ohne dabei allerdings selbst den Einsatz von Weltraumwaffen zu unterstützen oder diese sogar zu entwickeln.

Nato plant neue Regeln für den Weltraum: „Müssen sicherstellen, dass wir passende Unterstützung haben“

„Die Nato hat nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren, aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Missionen und Operationen die passende Unterstützung haben“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag kurz vor dem Beschluss in Brüssel. Das All sei zum Beispiel für Frühwarnsysteme, die Kommunikation und Navigation von entscheidender Bedeutung. 

Der Norweger spielte damit darauf an, dass die Nato immer mehr von Technik im All abhängig ist. Über Satelliten läuft die Kommunikation bei Militäreinsätzen, sie werden zur Aufklärung und Spionage sowie für Navigationssysteme genutzt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Angriff auf Satelliten der Nato-Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich einschränken könnte.

Nato im Weltall: Russland, China und Co. bauten Weltraum-Kompetenzen deutlich aus

Neben dem Nato-Land USA haben zuletzt vor allem Staaten wie Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten im Weltraum erheblich ausgebaut. Indien testete zuletzt im Frühjahr durch das Abschießen eines eigenen Satelliten erfolgreich eine Anti-Satelliten-Rakete. Zudem werden zunehmend Fähigkeiten erprobt, Satelliten zum Beispiel durch Laser oder Cyberattacken auszuschalten. 

Neben der Drohkulisse wird auch der möglicherweise entstandene Weltraumschrott als Gefahr gesehen. So könnten Satelliten oder Teile von ihnen zum Beispiel die Internationale Raumstation ISS beschädigen. Derzeit umkreisten rund 2000 Satelliten die Erde, sagte Stoltenberg am Dienstag. Rund die Hälfte davon werde von Nato-Staaten betrieben. Am Rande des Nato-Gipfels sorgte ein Video für Aufsehen: Darin sind mehrere

Regierungschefs zu sehen, die über Donald Trump lästern

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Die Nato beschäftigte sich zuletzt vor allem mit der Türkei und ihrer Militär

offensive in Nordsyrien - in Deutschland verursacht das Militärbündnis mit seinen Rüstungsforderungen stetig Streit. Mit einem sehr irdischen Plan hatte zuletzt die Bundeswehr Zündstoff geliefert: Sie eröffnete in München in einem Einkaufszentrum eine Pop-Up-Lounge, wie Merkur.de* berichtete.

Forscher haben im Weltraum eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Sie fanden in einer Galaxie gleich drei Schwarze Löcher.Dafür gibt es eine erstaunliche Erklärung.

dpa/fn

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Rubriklistenbild: © dpa/ESA

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