Durchbruch

Nordstream-2-Einigung steht: Deutschland und USA legen Streit bei - Merkel ruft sofort Putin an

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von Joe Biden, Präsident der USA, im Weißen Haus begrüßt.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von Joe Biden, Präsident der USA, im Weißen Haus begrüßt. (Archiv)

Deutschland und die USA konnten ihren Streit um die Ostsee-Pipeline Nordstream 2 offenbar beilegen. Das berichtet unter anderen die ARD-Tagesschau.

Washington/Berlin - Deutschland und die USA haben ihren Streit um die Ostsee-Pipeline Nordstream 2* offenbar beigelegt und sich auf eine Vereinbarung verständigen können. Dadurch könne die Pipeline nun fertiggestellt werden, ohne dass neue US-Sanktionen verhängt werden würden. Die Einigung hatte sich bereits abgezeichnet.

Einigung zu Nordstream 2 steht: Sanktionen gegen Russland als Option

Über den Durchbruch habe Außenamtssekretär Nuland den auswärtigen Ausschuss des US-Kongresses informiert, schreibt unter anderem die ARD-Tagesschau.

An Bord des Verlegeschiffes „Audacia“ des Offshore-Dienstleisters Allseas werden im Fließbandverfahren Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 verschweißt und auf dem Grund der Ostsee verlegt. (Archiv)

Demnach sieht das Abkommen allerdings Sanktionen gegen Russland vor, falls das Land „Energie als Waffe“ einsetze, wird Nuland zitiert. Das gelte auch für „aggressives Verhalten gegenüber der Ukraine“. Deutschland habe sich in diesem Fall dazu verpflichtet ebenfalls Sanktionen gegen Russland zu verhängen und auch auf solche auf EU-Ebene hinzuwirken.

Außerdem besteht die Vereinbarung unter anderem darin, dass parallel zu Nord Stream 2 die Beförderung von russischem Gas durch die Ukraine um zehn Jahre verlängert werden soll. Die bisherigen Verträge laufen im Jahr 2024 aus. „Dies ist eine schlechte Situation und eine schlechte Pipeline, aber wir müssen helfen, die Ukraine zu schützen“, führte Nuland aus. Sie „habe das Gefühl, dass wir einige wichtige Schritte in diese Richtung gemacht haben“. Weitere Einzelheiten der Vereinbarung sollen Nuland zufolge noch im Laufe des Mittwochs bekanntgegeben werden.

Einigung im Streit um Nordstream 2: Merkel greift sofort zum Hörer

Als Zeichen der Unterstützung für Kiew kündigte das Weiße Haus ein Treffen von Präsident Joe Biden mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj an. Es soll am 30. August stattfinden. Wohl auch hinsichtlich der Einigung mit den USA telefonierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Nach Angaben der Bundesregierung gehörten „Energiefragen wie der Gastransit durch die Ukraine und die Pipeline Nord Stream 2“ zu den Gesprächsthemen.

Durch die umstrittene Pipeline Nord Stream 2 soll in Zukunft Gas aus Russland direkt nach Deutschland transportiert werden. Kritiker des Projekts befürchten eine stärkere Abhängigkeit Europas von russischem Gas sowie wirtschaftlichen Schaden für die die Ukraine und andere traditionelle Gas-Transitländer.

Im Merkur*-Interview analysierte FDP-Vize Alexander Graf Lambsdorff die sich abzeichnende Einigung vorab und sprach von einem Teil-Sieg für Putin. (rjs/afp) *Merkur-de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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