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Beben in Österreich: Kurz tritt ab - und dürfte jetzt Job bei bekanntem Großkonzern im Blick haben

Sebastian Kurz wird alle politischen Ämter ablegen. Was passiert jetzt mit der von ihm stark reformierten Neuen Volkspartei? Wer übernimmt die Führung?

Update vom 3. Dezember, 11.00 Uhr: Nach seinem Rückzug als ÖVP-Parteichef hat Sebastian Kurz wohl bereits eine neue Beschäftigung auf dem Schirm. Unter Berufung auf Insider berichtete OE24, der ehemalige Kanzler wolle in einem „internationalen Konzern“ tätig werden.

Hierfür soll er am 1. und 6. November ins Ausland gereist sein - unter anderem in die irische Hauptstadt Dublin, wo Google Europa und Facebook jeweils ihren Sitz haben. OE24 zufolge könnte Kurz auch nach Berlin geflogen sein, wobei die österreichische Zeitung hier auf gute Kontakte zwischen dem Alt-Kanzler und dem in Berlin ansässigen Axel Springer Verlag hinweist. In der Pressekonferenz bei seinem Rücktritt hatte Kurz gestern (2. Dezember) angegeben, sich „neuen beruflichen Aufgaben“ widmen zu wollen.

Update vom 2. Dezember, 14.45 Uhr: Wie geht es nach dem Rückzug von Sebastian Kurz aus der ÖVP in Österreich weiter? Sicher gilt bisher nur eines: August Wöginger, aktuell Stellvertreter, soll Sebastian Kurzs Amt als ÖVP-Klubobmann übernehmen. Die Rolle des Klubobmanns oder -frau ist mit dem Fraktionsvorsitz im Deutschen Bundestag zu vergleichen.

Sebastian Kurz legt mit seinem Rückzug auch das Amt des ÖVP-Chefs nieder. Als möglicher neuer Vorsitzender der Konservativen in Österreich wird Innenminister Karl Nehammer gehandelt. Weitere personelle Konsequenzen im Regierungsteam der ÖVP gelten als wahrscheinlich. Der neue Parteichef solle auch Kanzler sein, hieß es vonseiten einzelner ÖVP-Granden. Damit gilt der Verbleib von Kanzler Alexander Schallenberg an der Regierungsspitze als unwahrscheinlich. Der Diplomat hatte erst im Oktober Kurz‘ Nachfolge angetreten.

Seine Zukunftspläne ließ Kurz, der Jura nicht zu Ende studiert hat, im Unklaren. Er wolle sich im neuen Jahr neuen beruflichen Aufgaben widmen. Zuvor war spekuliert worden, er übernehme wohl einen Top-Job in der Wirtschaft. Zunächst solle nun seine Familie im Mittelpunkt stehen, gab der Ex-Kanzler zu erkennen. Er war vor wenigen Tagen erstmals Vater geworden. Das Kind heißt Konstantin. Seinen Rücktritt bestätigte Kurz am Donnerstagnachmittag auch auf Twitter.

Österreich-Beben: Ex-Kanzler Kurz tritt aus sehr persönlichen Gründen von allen Ämtern zurück

Update vom 2. Dezember, 11.52 Uhr: Sebastian Kurz beantwortete nur eine einzige Nachfrage. „Ich werde jetzt ins Spital fahren und meine Freundin und meinen Sohn abholen“, sagte der 35-Jährige und verließ die Pressekonferenz. Er wird sich als Vater nun wohl mehr seiner Familie widmen.

Update vom 2. Dezember, 11.50 Uhr: Für Sebastian Kurz sei wichtig, dass die Volkspartei stark bleibe. Der Eindruck, dass der Erfolg der ÖVP nur auf seiner Person basiere, sei falsch. Morgen werde er sein Amt an August Wöginger übergeben.

Update vom 2. Dezember, 11.41 Uhr: Dennoch habe er sich trotzdem manchmal durch die Kritik „gejagt gefühlt“. Das habe ihn und sein Team aber auch motiviert. „Manches wurde dabei vernachlässigt - besonders die eigene Familie“, so Sebastian Kurz. Die Geburt seines Sohnes am Wochenende habe ihm gezeigt, dass es auch sehr schönes außerhalb der Politik gebe.

Seine Begeisterung für die Politik habe in der letzten Zeit abgenommen. „100-Prozentige“ Begeisterung sei das Wichtigste in der Politik. Die Umstände der letzten Monate hätte seine Leidenschaft minimiert: Die Situation habe seine „Flamme ein bisschen kleiner werden lassen.“

Bezogen auf die Vorwürfe, die im Raum stehen, hielt er fest, dass er sich auf den Tag freue, an dem vor Gericht bewiesen werden könne, dass die Vorwürfe gegen ihn als Person falsch sind.

Pressekonferenz JETZT live: Kurz tritt von allen Ämtern zurück

Update vom 2. Dezember, 11.36 Uhr: „Ich stehe heute hier und darf auf 10 Jahre in der österreichischen Bundespolitik zurückblicken“, sagte Kurz. Er sei dankbar und hoffe einen Beitrag geleistet zu haben „unser schönes Österreich“ weiterzubringen. Seine „klaren Positionen“ hätten Zustimmung und auch Ablehnung mit sich gebracht. Persönlich habe Kurz den Diskurs geschätzt.

Update vom 2. Dezember, 11.33 Uhr: Sebastian Kurz ist wie angekündigt gegen halb zwölf vor die Kameras getreten, um sich zu erklären. Der ORF überträgt die Pressekonferenz live. Zuvor verkündeten mehrere Medien, dass er von all seinen politischen Ämtern zurücktreten werde.

Update vom 2. Dezember, 11.21 Uhr: Durch den Kurz-Rücktritt soll angeblich auch der aktuelle Kanzler ins Wanken geraten sein. Karl Nehammer - derzeit Bundesinnenminister - könnte wohl nicht nur ÖVP-Chef werden, sondern auch den aktuellen Kanzler Alexander Schallenberg ablösen. Das berichtet die österreichische Krone. Der Zeitung zufolge sei die „Gerüchteküche am brodeln“, mehrere Personen würden über Nehammer als neuen Kanzler spekulieren. In wenigen Minuten startet die Pressekonferenz mit Sebastian Kurz.

Update vom 2. Dezember, 10.30 Uhr: Medienberichten zufolge soll Sebastian Kurz seine Ämter als ÖVP-Chef und als Fraktionschef im österreichischen Nationalrat niederlegen. Wer könnte auf den türkisen Partei-Reformer nachfolgen? Sowohl Der Standard als auch die Kronen-Zeitung berichten, dass Karl Nehammer Kurz Aufgaben übernehmen könnte. Nehammer ist seit Januar 2020 Bundesinnenminister.

Erstmeldung vom 2. Dezember, 09.27 Uhr:

Wien - Offenbar wieder große Unruhe in Österreich: Laut Kronen-Zeitung will Sebastian Kurz, Ex-Kanzler von Österreich, von allen politischen Ämtern zurücktreten.

Kurz tritt offenbar von allen politischen Ämtern zurück

Die österreichische Zeitung beruft sich auf Kurz-Vertraute. Ausschlaggebend für seine Entscheidung soll die Geburt seines Sohnes gewesen sein. Als er ihn gesehen hat, „hat es Klick gemacht“. Der ehemalige Kanzler und Parteichef der ÖVP wolle sich die Politik Österreichs nicht mehr antun. Auch Der Standard berichtet, ÖVP-Kreise hätten den Rücktritt bestätigt. In der Krone heißt es weiter, dass auf Sebastian Kurz ein Top-Job in der Privatwirtschaft warten solle.

Kurzfristig wurde ein Termin angesetzt: In einer „Persönlichen Erklärung von Bundesparteiobmann Sebastian Kurz“ will der Ex-Kanzler um 11.30 Uhr zu seiner Entscheidung Stellung nehmen.

Österreichischen Medien zufolge soll Sebastian Kurz (ÖVP) alle politischen Ämter niederlegen.

Sebastian Kurz war am 9. Oktober 2021 von seinem Amt als Bundeskanzler Österreichs zurücktreten. Er steht unter Korruptionsverdacht. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss und Verdacht auf Untreue. Sein Weg ins Kanzleramt soll mithilfe von Steuergeldern geebnet worden sein. Am 18. November 2021 hat das österreichische Parlament daher die Immunität des 35-Jährigen aufgehoben. (cibo/lb/dpa)

Rubriklistenbild: © Georg Hochmuth/dpa

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