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Ukraine-Krieg: „Verheerende Verluste“ für Russland – Neue Details bekannt

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Von: Sandra Kathe, Tobias Utz, Lukas Zigo, Vincent Büssow, Nail Akkoyun, Sophia Lother

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Die russische Armee muss im Ukraine-Krieg schwere Verluste hinnehmen: ein Überblick im News-Ticker.

Dieser Ticker zu schweren Verlusten von Russland im Ukraine-Krieg ist beendet: Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie in diesem Artikel.

+++ 10.45 Uhr: Die russische Armee hat laut einer Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums zahlreiche Bataillons- und Brigade-Kommandeure verloren. Grundlage dessen sind Informationen des Geheimdienstes. Demnach müssen insbesondere junge Kommandeure Operationen an der Front selbst organisieren, obwohl es ihnen an Erfahrung und Ausrüstung mangelt. Im Zuge dessen komme es zu „verheerenden Verlusten“, so das britische Verteidigungsministerium.

Verluste im Ukraine-Krieg
Ein zerstörter Panzer der russischen Armee, fotografiert am 29. März nahe der Stadt Trostianets im Donbass. © Fadel Senna / AFP

Update vom Montag, 30.05.2022, 09.00 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat am Sonntag die neuesten Daten zu Russlands schweren Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Der Statistik, welche das Nachrichtenportal Kyiv Independent auf Twitter geteilt hat, zufolge hat die russische Armee bereits mehr als 1338 Panzer und 207 Militärflugzeuge seit Invasionsbeginn am 24. Februar verloren. Mittlerweile sind demnach zudem 30.150 russische Soldaten gefallen.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Der Kreml nennt seit Wochen keine konkreten Zahlen mehr zu den Verlusten im Krieg. Das letzte Statement kam von Präsident Wladimir Putin in seiner Rede am 9. Mai, dem „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland. Damals räumte er ein, dass es schwere Verluste für Russland gebe. Weitere Details nannte er allerdings nicht.

Update vom Samstag, 28. Mai, 08.50 Uhr: Russlands aggressiver Vorstoß im Donbass und in anderen Teilen der Ukraine könnte nach hinten losgehen – meint zumindest der ukrainische Militäranalyst Oleh Zhdanov. Dass Russland 50 Jahre alte T-62-Panzer einsetze, bedeute, „dass der zweitgrößten Armee der Welt die modernisierte Ausrüstung ausgegangen ist“. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selesnskyj schlug in seiner nächtlichen Videoansprache einen selbstbewussten Ton an. „Wenn die Besatzer glauben, dass Lyman oder Sjewjerodonezk ihnen gehören werden, dann irren sie sich. Donbass wird ukrainisch sein“, sagte er.

Ukraine-Krieg: Russland soll fast 30.000 Soldaten verloren haben

+++ 10.00 Uhr: Der neuesten Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums nach setzt die russische Armee offenbar 50 Jahre alte Panzer im Ukraine-Krieg ein. Das betrifft demnach vor allem die Truppen im Süden der Ukraine, beispielsweise rund um Mariupol. Die veralteten Panzer sollen insbesondere „T62“-Modelle sein, berichtet das Ministerium mit Verweis auf britische Geheimdienstinformationen. Der Einsatz der 50 Jahre alten Panzer zeige „Russlands Mangel an moderner und kampfbereiter Ausrüstung“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Update vom Freitag, 27. Mai, 07.00 Uhr: Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk wurde am Donnerstag (26. Mai) mit russischer Artillerie und aus der Luft beschossen, wie Gouverneur Serhij Hajdaj mitteilte. Der ukrainische Generalstab teilte mit, der Angriff auf die Stadt und ihren Vorort Boriwske sei aber nicht erfolgreich. Die Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. In einem anderen Dorf in der Nähe, in Ustyniwka, habe die russische Seite jedoch einen Teilerfolg errungen, hieß es.

Die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind derzeit die äußersten ukrainischen Vorposten im Osten. Kämpfe gibt es aber auch schon im Rückraum dieser Städte, damit drohen ukrainische Truppen abgeriegelt zu werden. Auf der Nordseite dieses möglichen Kessels sei die Stadt Lyman verloren worden, bestätigte Präsidentenberater Olexyj Arestowytsch im ukrainischen Fernsehen. Auf der Südseite gab es Kämpfe um die Orte Komyschuwacha, Nirkowe und Berestowe.

Schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Russland hat „etwa 1000 Panzer“ verloren

+++ 21.35 Uhr: Die russischen Truppen haben im Ukraine-Krieg bisher „etwa 1000 Panzer“ und „weit über 350 Artilleriegeschütze“ verloren, erklärt ein hoher US-Verteidigungsbeamter gegenüber Journalisten. Außerdem habe Russland „fast drei Dutzend Jagdbomber sowie mehr als 50 Helikopter“ verloren. Trotz dieser Verluste hätten die russischen Einheiten „immer noch den Großteil ihrer Ausrüstung zur Verfügung“, fügte der Beamte hinzu. „Sie haben einen großen Teil ihrer Ausrüstung und ihres Personals in diesen Kampf investiert, und die Ukrainer haben Verluste erlitten, die Russen haben Verluste erlitten.“

Der Ausblick des Regierungsbeamten auf den Ukraine-Krieg ist düster: „Die Russen haben hier eine Überlegenheit, was die Anzahl der Mittel angeht, die sie für diesen Kampf einsetzen können, was Menschen, Ausrüstung und Waffen angeht, und das müssen wir einfach berücksichtigen.“

Ukraine-Krieg: Russischer Soldat spricht über schlechte Vorbereitung

+++ 13.00 Uhr: Ein russischer Soldat hat mit dem Guardian über die schlechte Vorbereitung der russischen Armee gesprochen. Der 21-Jährige war zunächst auf der Krim stationiert, bevor seine Einheit in den Krieg geschickt worden war. „Sie haben uns erst im allerletzten Moment davon erzählt, in der Nacht vor der Invasion“, berichtet der junge russische Soldat. Er sei „komplett unvorbereitet“ in den Ukraine-Krieg geschickt worden, heißt es.

Als seine Einheit in ein Feuergefecht mit den ukrainischen Truppen geraten war, sei die Kapitulation die einzige Option gewesen: „Es war unsere erste Konfrontation mit dem Feind; wir hatten noch nicht einmal einen Schuss abgefeuert. Sie überfielen uns aus dem Hinterhalt und wir konnten uns nicht wehren. Wir mussten uns ergeben.“ Nach 45 Tagen in ukrainischer Kriegsgefangenschaft wurde der 21-Jährige ausgetauscht.

Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland – Fast 30.000 tote Soldaten

+++ 10.15 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat erneut Daten zu Russlands Verlusten im Krieg veröffentlicht. Demnach sind fast 30.000 Soldaten aus Russlands Armee gefallen, gerundet spricht der Generalstab von 29.600 toten Streitkräften. Zudem hat das russische Militär circa 1300 Panzer, 200 Flugzeuge und 170 Helikopter verloren. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Einem Bericht zufolge bereitet die Armee dennoch eine neue Offensive vor.

Update vom Donnerstag, 26. Mai, 06.30 Uhr: In der Region Charkiw im Donbass häufen sich offenbar die Verluste der russischen Armee. Videoaufnahmen, welche das Medium Nexta auf Twitter veröffentlicht hat, zeigt wohl zerstörtes militärisches Gerät. Die Aufnahmen lassen sich nicht verifizieren beziehungsweise unabhängig prüfen. Allerdings ist auf mehreren Panzern, die im Nexta-Video zu sehen sind, das „Z“-Symbol zu erkennen. Es wurde auf zahlreichen Militärgeräten der russischen Armee gesichtet. Trotz schwerer Verluste zieht Russland derzeit Truppen im Donbass zusammen.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu nahm an dem Besuch drei Monate nach Beginn der russischen Offensive gegen das Nachbarland ebenfalls teil. Russland macht nur selten Angaben zur Zahl der Opfer im Ukraine-Konflikt. Die letzten Zahlen wurden am 25. März veröffentlicht. Damals gab die Armee die Zahl der getöteten Soldaten mit 1351 an, die der Verletzten mit 3825.

+++ 22.00 Uhr: Wladimir Putin hat erstmals beim Militäreinsatz in der Ukraine verletzte Soldaten besucht (s. Update v. 12.30). Dabei unterhielt sich der russische Präsident mit mehreren Soldaten über ihre Heimatstädte und ihre Familiensituation, wie im russischen Fernsehen zu sehen war. Die Soldaten standen aufrecht neben ihren Betten, ihre Verletzungen waren nicht sichtbar. 

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten bei „Moskwa“-Versenkung „zum Ertrinken zurückgelassen“

+++ 11.00 Uhr: Berichten zufolge haben russische Streitkräfte eine Operation durchgeführt, um die Toten aus dem gesunkenen Flaggschiff „Moskwa“ zu bergen. Der Kreuzer war am 14. April durch einen mutmaßlichen ukrainischen Raketenangriff versenkt worden.

Die enorme Zahl der Todesopfer wurde von Russland noch immer nicht offiziell bestätigt. Der ukrainische Militärgeheimdienst behauptet jedoch, Moskau habe nach dem Untergang eine zweiwöchige Bergungsaktion mit sieben Schiffen durchgeführt. Bei der „Moskwa“ handelt es sich um das größte Kriegsschiff, das seit dem Zweiten Weltkrieg versenkt wurde. „Sie haben die Leichen geborgen, alle als geheim eingestuften Ausrüstungsgegenstände entfernt und den Kreuzer gesäubert“, sagte Wadim Skibitskyi, Sprecher der Hauptabteilung für Nachrichtendienste des Kiewer Verteidigungsministeriums. Junge Marinesoldaten seien „zum Ertrinken zurückgelassen“ worden, während „Offiziere wie Ratten vom Schiffen flohen“.

Ukraine-Krieg: Russland plant neue Strategie angesichts schwerer Verluste

Update vom Mittwoch, 25. Mai, 08.15 Uhr: Angesichts schwerer Verluste im Ukraine-Krieg verändern die russischen Truppen nun ihre Strategie im Donbass. Das hat das „Institute for the Study of War“, ein Thinktank mit Sitz in den USA, beobachtet. In der neuesten Analyse heißt es: „Die russischen Streitkräfte haben wahrscheinlich die Bemühungen aufgegeben, große ukrainische Verbände in der Ostukraine einzukesseln.“

Die russischen Soldaten „versuchen stattdessen, kleinere Umzingelungen zu sichern und sich auf Sievierodonetsk zu konzentrieren“, berichtet das Thinktank am Mittwochmorgen (24. Mai). Das bestätigt auch der ukrainische Generalstab: Demnach zieht Russland aktuell Truppen im Donbass zusammen.

+++ 15.00 Uhr: Russlands Armee ist geschwächt, die Kriegspläne des Kreml scheitern. Präsident Putin benötigt personellen Nachschub, um die schweren Verluste im Ukraine-Krieg zu verschleiern. Deshalb wurde in der Staatsduma nun eine Gesetzesänderung eingereicht, wonach die Altersgrenze für den Wehrdienst gestrichen werden soll. Bislang lag diese für die russische Bevölkerung bei 40 Jahren.

„Für den Einsatz von hochpräzisen Waffen sowie den Betrieb von Waffen und militärischer Ausrüstung werden hoch­professionelle Spezialisten benötigt. Erfahrungsgemäß besteht die Spezialisierung im Alter von 40 bis 45 Jahren“, heißt es in der Begründung der Gesetzesänderung.

Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland – Offenbar Militärstützpunkt zerstört

Update vom Dienstag, 24. Mai, 11.30 Uhr: Ukrainische Truppen haben offenbar einen russischen Militärstützpunkt beschossen und zerstört. Das erklärte die 128. Transkarpatische Gebirgsjägerbrigade laut einem Bericht der Daily Mail am Montag. Demnach kamen dabei Waffen zum Einsatz, welche aus Nato-Staaten geliefert wurden. Der Militärstützpunkt sei aus einer Entfernung von zwölf Meilen (rund 20 Kilometer) beschossen worden. Dabei wurden laut Bericht zahlreiche russische Soldaten getötet. Die Angaben der ukrainischen Gebirgsjägerbrigade lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Charkiw öffnet U-Bahn-System wieder

+++ 22.15 Uhr: Bürgermeister der nordostukrainischen Stadt Charkiw, Ihor Terechow, kündigte an, dass das U-Bahn-System der Stadt am Dienstag (24. Mai) wieder in Betrieb genommen wird, nachdem es monatelang als Zufluchtsort für Bürger gedient hatte, die dem russischen Bombardement entkommen wollten.

„Morgen, am 24. Mai, werden wir die U-Bahn wieder in Betrieb nehmen“, sagte Terechow in einer Fernsehansprache. „Alle Linien werden in Betrieb genommen. Der U-Bahn-Verkehr wird von 7:00 Uhr morgens bis 19:00 Uhr abends stattfinden. Die Intervalle werden nicht dieselben sein wie in Friedenszeiten. Das U-Bahn-Depot wurde während der Bombardierung und des Beschusses beschädigt, so dass die Intervalle länger sein werden.

Schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Militär-Experte äußert sich zu Putins Gesamtstrategie

+++ 20.30 Uhr: Bei CNN hat sich der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Montag (23. Mai) ebenfalls über eine mögliche  „Gesamtstrategie“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin geäußert. Diese sei „unbekannt“. Auf die Frage, ob Putin seine langfristige Strategie auf den Einsatz von Waffen in Bereichen wie Lebensmittel, Energie und Einwanderung umstellt, sagte Austin, die Welt habe gesehen, wie der russische Führer „von Anfang an eine Reihe verschiedener Hebel eingesetzt“ habe.

„Wir haben gesehen, dass sie wirklich sehr langsam und erfolglos auf dem Schlachtfeld vorgehen, und man würde erwarten, dass er versuchen würde, andere Hebel der Macht oder andere Instrumente der Macht zu nutzen, und das tut er auch. Aber was seine Gesamtstrategie ist, das ist unbekannt“, sagte der Experte.

Schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Militär-Experte sieht Russland aber nicht besiegt

+++ 17.45 Uhr: Mick Ryan, Militärexperte aus Australien, geht von einem baldigen Strategiewechsel der russischen Armee aus. Hintergrund seiner Analyse, welche er unter anderem auf Twitter veröffentlichte, ist, dass Russland „immer noch Probleme“ hat, „große Fortschritte zu erzielen“ – eine Anspielung auf die stark verlangsamte Offensive im Donbass. Ryans Ansatz spiegelt sich unter anderem in einer Einschätzung des ukrainischen Generalstabs wider. Die Verantwortlichen hatten jüngst von „Phase drei“ des Ukraine-Kriegs gesprochen, in welcher das russische Militär lediglich gewonnene Gebiete versuche zu sichern, statt neu anzugreifen. Vor dem Hintergrund schwerer Verluste prognostiziert auch Ryan, dass „in den nächsten Monaten“ Ressourcenknappheit herrschen wird. Russland sei keineswegs besiegt, betont der Militärexperte in seiner Analyse.

Dennoch erwarte er den bereits angesprochenen Strategiewechsel – von der Offensive in die Defensive. Darin sieht Ryan jedoch Probleme für Russlands Armee. „Die Ukrainer könnten entscheiden, wo und wann sie die Russen angreifen“, betont er in seiner Analyse. Zudem sei das russische Militär nicht dafür ausgebildet, die bereits eroberten Gebiete zu verwalten. Unter anderem deshalb hat der Kreml Statthalter eingesetzt, wie in Cherson, wo bald ein illegales Referendum stattfinden wird. Die Verwaltung bringe zudem hohe, nicht einkalkulierte Kosten mit sich, so Ryan. Hinzu komme möglicherweise das Wiedererstarken der Regionalbewegungen im Süden und Osten der Ukraine. Westliche Waffenlieferungen spielen dabei möglicherweise eine große Rolle.

Zur Person

Mick Ryan ist pensionierter Generalmajor der australischen Armee. Er war Kommandant auf Zug-, Geschwader-, Regiments-, Task-Force- und Brigadeebene. Quelle: Center for strategic international studies

„Die russische Armee wird mit einer neuen Bandbreite von schwierigen Herausforderungen konfrontiert sein“, resümiert der Militärexperte.

Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland – Neue Daten veröffentlicht

Erstmeldung vom Montag, 23. Mai, 13.00 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Daten zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach sind bisher 29.200 russische Soldaten gefallen. Das Militär hat außerdem 1293 Panzer, 204 Flugzeuge und 170 Helikopter verloren. Auf diese Angaben bezieht sich das Nachrichtenportal Kyiv Independent. Die Informationen lassen sich jedoch nicht unabhängig prüfen. Zuletzt hat auch die ukrainische Armee bekannt gegeben, dass es hohe Verluste im Krieg gebe.

(nak/tu/vbu/lz/ska mit dpa/AFP/epd)

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