Ab August 2021

Neuer Personalausweis kommt und wird teurer - Persönliches Merkmal künftig Pflicht

Im neuen Jahr gelten neue Regelungen für den Personalausweis. Was vielen sauer aufstoßen wird: Die Beantragung wird teurer.

  • Ab August 2021 gelten neue Regeln für den Personalausweis.
  • Die wichtigste Änderung betrifft die Notwendigkeit von Fingerabdrücken.
  • Kritik gibt es von Kommunen und der Opposition.

Berlin - Zehn Jahre ist es schon her. Damals wurde der Personalausweis im Scheckkartenformat eingeführt. Eine an sich praktische Sache, wäre nicht auch die Gebühr für den Ausweis von acht auf 28,80 Euro angestiegen. Schon vor zehn Jahren für viele ein großes Ärgernis. Ab dem 2. August 2021 steht die nächste Veränderung an. Denn ab dann muss der Personalausweis einen Chip mit zwei Fingerabdrücken enthalten.

Der EU-weiten Regelung hatte zuvor bereits der Bundestag mit den Stimmen der CDU, CSU und SPD gebilligt, nun folgte auch der Bundesrat in Berlin. Damit ist auch klar: Der Personalausweis wird wie vor zehn Jahren teurer. Statt den 28,80 Euro müssen jetzt 37 Euro für die Ausstellung des Ausweisdokuments bezahlt werden. Das teilte das Bundesinnenministerium in seiner Verordnung mit. Die bisherigen Personalausweise sollen laut Ministerium ihre Gültigkeit bis zu ihrem Ablaufdatum behalten. Ein vorzeitiger Umtausch sei aber natürlich jederzeit möglich.

Vor zehn Jahren kam der Personalausweis im Scheckkarten-Format - jetzt steht die nächste Neuerung an

Neuer Personalausweis: Chip mit zwei Fingerabdrücken verpflichtend

Schon vor einem Monat hatten Kommunen und Opposition Zweifel geäußert, dass der Gesetzentwurf die entsprechenden EU-Vorgaben sinnvoll umsetzt. Konstantin von Notz von den Grünen, der auch Mitglied des Innenausschusses ist, kritisierte: „Bis auf die Bundesdruckerei gibt es nur Verlierer dieser Reform.“ Ein Zugewinn an Sicherheit sei hingegen fraglich.

Veränderungen wird es auch bei der Übermittlung von Passbildern geben. Die Änderung greift aber erst ab Mai 2025. Gedruckte Fotos aus dem Automaten oder vom Fotografen können dann nicht mehr einfach so mit in die Behörde gebracht werden. Vielmehr können die Passbilder ausschließlich digital erstellt und auf sicherem Weg an die Passbehörde übermittelt werden. Eine andere Möglichkeit: Das Foto wird gleich vor Ort gemacht. Durch die neuen Sicherheitsanforderungen sollen Fälschungen verhindert werden. Beispielsweise wenn mehrere Fotos zu einem künstlichen Bild „verschmolzen“ werden (das sogenannte Morphing).

Personalausweis-Änderung kommt - Antragstellung wird erneut teurer

Gute Nachrichten gibt es für Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen. Diese können sich künftig in ihrem Reisepass ein „X“ statt einem „F“ (Frau) oder einem „M“ (Mann) eintragen lassen. Diese neue Regelung soll schon eher in Kraft treten. Beim Personalausweis bleibt alles erstmal beim Alten. Hat sich eine Person behördlich als divers oder ohne Geschlecht registrieren lassen, wird im Pass weiter an der bisherigen Geschlechtsangabe festgehalten. Dies soll dem Schutz
vor möglicher Diskriminierung beim Grenzübertritt dienen.

Reisepässe von Kindern gelten künftig nur noch für ein Jahr, können aber mehrmals um jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden. Alternativ kann auch ein sechs Jahre gültiger biometrietauglicher Pass beantragt werden. Das dazugehörige Foto muss jedoch nach der Vorgabe aufgenommen werden, dass eine Vermessung der Proportionen des Gesichts erlaubt.

Rubriklistenbild: © Tim Brakemeier/dpa/picture alliance

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