Corona

„Querdenker“ und Ungeimpfte machen mobil in Frankfurt – diverse Demos geplant

Gegenprotest während der „Querdenken“-Zusammenkunft in Frankfurt im April 2021: Klare Worte gegen Verschwörungsgläubige.
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Gegenprotest während der „Querdenken“-Zusammenkunft in Frankfurt im April 2021: Klare Worte gegen Verschwörungsgläubige.

„Worldwide Walkout“ und Solidaritätprotest für Ungeimpfte in Österreich: Die Frankfurter Szene aus „Querdenkern“, Impfgegner und Verschwörungsgläubigen regt sich.

Frankfurt – Wenn es nach der Szene der Kritiker:innen der Corona*-Maßnahmen geht, wird Frankfurt zum Schauplatz ihres Protestes. Für Samstag, den 20. November 2021, wird zu gleich zwei Veranstaltungen aufgerufen. Dabei handelt es sich zum einen um die Frankfurter Ausgabe des „Worldwide Walkout“ und zum anderen um eine Solidaritätsdemonstration mit Gegner:innen der Corona-Maßnahmen in Österreich.

Den Anfang macht, geht es nach den Veranstalter:innen, die ursprünglich aus den USA stammende „Worldwide Walkout“-Bewegung. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Organisation „Children‘s Health Defense“, einer Gruppe, die laut dem traditionsreichen Wissenschaftsmagazin Scientific American als eine der Hauptquellen für Fehlinformationen über Impfstoffe gilt. Angeführt wird die Gruppierung vom US-amerikanischen Rechtsanwalt, Umweltaktivist, Autor und Impfgegner Robert F. Kennedy Jr., dem dritten Sohn von Robert „Bobby“ Kennedy, Bruder des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy*.

Gleich zwei Demonstrationen in Frankfurt gegen Corona-Maßnahmen

Die Gruppe wirbt in den Vereinigten Staaten für eine Impfstoffverweigerung und ermutigt Bürger und Politiker dazu, Anti-Impfstoff-Vorschriften und -Gesetze zu unterstützen. Auch wenn ihre Argumente gegen Impfungen durch den überwiegenden wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen widerlegt werden, hat es die Gruppe in den USA inzwischen zu einer großen Anhängerschaft gebracht.

Nun expandiert „Worldwide Walkout“ nach Europa und ruft deutsche Impfgegnerinnen und das Umfeld der „Querdenken“-Szene dazu auf, sich ab 13 Uhr unter dem Motto „5G-frei gegen Zwangsimpfung“ am Willy Brandt Platz in Frankfurt einzufinden. Ein Sprecher der Frankfurter Polizei sprach auf Anfrage von fr.de von erwarteten 60 Teilnehmenden. Im Anschluss an ihre eigene Demonstration könnten sich die Verschwörungsgläubigen und Skeptikerinnen sich umgehend der nächsten Veranstaltung anschließen.

Frankfurt: „Querdenker firmieren unter „Kinderschutz“

Denn nur zwei Stunden später, um 15 Uhr, wollen die „Querdenker“ vor dem österreichischen Konsulat ihre Solidarität mit Gleichgesinnten im Nachbarland bekunden, die unter den inzwischen strengen Corona-Maßnahmen in ihrem Land aufstöhnen. Doch damit nicht genug. Im Jargon heißt es in der Telegram-Gruppe „Querdenken 69 Frankfurt“: „Der Aufzug durch die Innenstadt ist ebenfalls angemeldet. Kommt zahlreich – jeder Einzelne zählt! Die Zeit zum Handeln ist gekommen.“

Die Frankfurter Polizei teilte fr.de mit, dass die Demonstration der „Querdenker“, die unter dem Titel „Kinderschutz“ firmiert, um 15 Uhr am Konsulat beginnen und dort nach einem Rundgang durch die Stadt auch wieder ankommen soll. Das Ende der Veranstaltung ist für 19 Uhr geplant, erwartet werden 200 bis 300 Teilnehmemende.

Neben „Querdenkern“ und Impfgegnern weitere Demos in Frankfurt

Aufgrund der Tatsache, dass am selben Tag auch eine stationäre Kundgebung zum Transgender Day (Goetheplatz, 13.30 bis 16.30 Uhr) und eine Demonstrationsmarsch gegen Gewalt gegen Frauen (Start 14 Uhr am Kaisersack, Ende 19 Uhr am Opernplatz) mit 100 respektive 200 bis 300 Teilnehmenden stattfinden, wird die Polizei an verschiedenen Schauplätzen gleichzeitig gefordert sein.

Der Sprecher der Frankfurter Polizei bekräftigte gegenüber fr.de, dass alles getan werde, um in allen Fällen einen friedlichen und ordnungsgemäßen Ablauf der verschiedenen Kundgebungen zu garantieren. Sollten Hygienemaßnahmen missachtet werden, werde die sich die Polizei wie gehabt an die Veranstaltungsleitungen werden und mit eigenen Lautsprecherdurchsagen einwirken. Sollten diese Maßnahmen erfolglos bleiben, sind weitere möglich. Allerdings werde stets zunächst mit den verhältnismäßig mildesten Mitteln auf die Teilnehmenden der Demonstrationen eingewirkt.

Über Gegenproteste gegen die „Querdenker“ und Impfgegner:innen liegen bisher keine Informationen vor. (Mirko Schmid) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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