Scholz` Sozialdemokraten schrumpfen

SPD mit empfindlichem Dämpfer nach Umfrage-Hoch: Massive Parteiaustritte trotz Wahlsieg

SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz kommt in aktuellen Umfragen gut an, doch seine Partei schrumpft.
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SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz kommt in aktuellen Umfragen gut an, doch seine Partei schrumpft.

Die SPD hat im Moment gut lachen. Entgegen allen Sommer-Vorhersagen von 2021 stellt sie mit Olaf Scholz den Kanzler und dominiert in Umfragen. Doch die Mitgliederzahl drückt auf die Stimmung.

Berlin - Mit Olaf Scholz* sitzt erstmals seit 2005 wieder ein SPD-Mitglied im Bundeskanzleramt. Das Wahlergebnis im September 2021 war für die Sozialdemokraten nach jahrelanger Talfahrt historisch. Seit gut einem Monat ist Scholz als Chef der Ampel-Regierung nun im Amt. Der rote Höhenflug scheint trotz Coronawirren* und Impfpflicht-Frage* weiterzugehen – wäre da nicht eine Zahl, die auf die Stimmung drückt.

Die Omikron-Wochen der Pandemie sind keine leichte Zeit, um eine neue Regierung zu etablieren. Mal fehlt der Impfstoff*, mal herrscht Verwirrung um den komplizierten Coronaregel-Flickenteppich – und immer öfter treibt es die Spaziergänger* auf die Straße. Dementsprechend uneins sind sich die aktuellen Erhebungen zur Beliebtheit der Politiker. Die SPD* schneidet dennoch recht gut ab.

SPD im Umfrage-Hoch: Scholz kommt sogar bei Unions-Wählern gut an

So vermissen zwar laut einer aktuellen Insa-Umfrage* für die Bild am Sonntag 71 Prozent der Befragten bei der neuen Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz einen klaren Kurs in der Corona-Politik. Aber trotzdem: Scholz kommt gut an*: Im aktuellen „Politbarometer“ des ZDF bewerteten 65 Prozent aller Befragten die Arbeit des SPD-Mannes als „eher gut“. Nur 17 Prozent finden, dass Scholz seine Arbeit „eher schlecht“ macht.

Sogar aus den Reihen der Union bekommt der Sozialdemokrat Zustimmung: Mit 53 Prozent bewerten mehr als die Hälfte der konservativen Befragten im „Politbarometer“ seine Arbeit als gut. Und in SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der sich auf dem Weg zum beliebtesten Politiker Deutschlands* befindet, hat Scholz den perfekten Wegbegleiter in der Coronakrise gefunden.

SPD-Mitglieder: Trotz Sieg bei der Bundestagswahl geben 22.000 ihr Parteibuch zurück

Was soll die SPD da noch schocken? Die Mitgliederzahlen! Trotz ihres Sieges bei der Bundestagswahl hat die SPD im vergangenen Jahr Mitglieder verloren. Zum Jahreswechsel hatte die Partei nach Angaben einer Sprecherin 393.727 Mitglieder – ein Jahr zuvor waren es noch 404.305.

Den Angaben zufolge gaben im Jahresverlauf mehr als 22.000 Mitglieder ihr Parteibuch zurück oder starben. Dem gegenüber standen 12.266 Eintritte - die meisten davon im September und Oktober, direkt vor und nach dem Sieg bei der Bundestagswahl*. Rund ein Drittel der SPD-Mitglieder sind Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 61 Jahren. (jo/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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