Reaktionen aus Deutschland

US-Wahl 2020: Laschet erteilt Merz für Trump-Aussage doppeldeutigen Rüffel - „Ich finde, ...“

Am 3. November blickt die Welt gespannt nach Washington auf die US-Wahl 2020: Wie reagiert Deutschland auf das Ergebnis und die Folgen?

Update vom 6. November, 13.30 Uhr: Der Fortgang der US-Wahl - und nicht zuletzt die jüngsten Äußerungen Donald Trumps - beunruhigen auch Spitzenpolitiker in Deutschland. Mittendrin sind die Konkurrenten um den CDU-Vorsitz. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sich mit einem Ordnungsruf für Friedrich Merz zu Wort gemeldet. Der hatte am Wahlabend erklärt, er käme mit Donald Trump „schon klar“ (siehe Update vom 5. November, 2.20 Uhr).

„Ich finde: Jeder sollte sich zurückhalten, mit wem er klarkommt. Erst recht, wenn die Stimmen noch nicht ausgezählt sind“, sagte Laschet am Freitag den Sendern RTL und n-tv. Eine Formulierung, die sich durchaus auch als Äußerung zum CDU-internen Wahlkampf verstehen ließe. Zuletzt führte Merz in den Umfragen.

Laschet zeigte sich aber auch besorgt über die Situation in den Vereinigten Staaten. Sollte Trumps Herausforderer Joe Biden siegen, wäre eine Amtsübergabe „in Würde“ wichtig, sagte der CDU-Politiker dem Sender WDR 2. Laschet kritisierte, Trump rufe mit seinen Behauptungen über Verschwörungen in ein Land hinein, in dem es viel Wut und Aggression gebe - das könne die Situation weiter anheizen. Trumps Äußerungen über angebliche Manipulationen bei den Briefwahlen seien haltlos. „Es gibt keine Manipulation.“ Laschet betonte, sein Vertrauen in die US-amerikanischen Institutionen sei in den letzten Tagen aber noch gewachsen. Kaum ein Republikaner sei Trump beigesprungen

US-Wahl 2020: Maas mahnt Trump - „Es ist einfach, ein Gewinner zu sein ...“

Update vom 5. November, 21.04 Uhr: Mittlerweile hat sich auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) noch einmal zur US-Wahl geäußert (siehe Update vom 4. November, 17.56 Uhr). „Was in Amerika passiert, entspricht nicht ganz der demokratischen Kultur, die wir von den USA kennen“, schreibt Maas auf Twitter. Wichtig sei, dass das Ergebnis von allen akzeptiert werde. „Es ist einfach, ein Gewinner zu sein, aber manchmal ist es ganz schön schwer, ein Verlierer zu sein.“

Update vom 5. November, 11.35 Uhr: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, geht von einem knappen Sieg Joe Bidens aus. Das sagte er der Bild. „Aber der Kampf wird nun erst richtig nochmal ausbrechen“, so Röttgen. US-Präsident Donald Trump werde sich nicht einfach geschlagen geben und versuchen, weiter an seiner Legende zu stricken. Es werde Anträge vor Gericht geben, Trump und sein Team würden versuchen, das Auszählen zu stoppen. „Wir werden Tage und Wochen eines Kampfes erleben“, so der CDU-Politiker.

Nun müsse befürchtet werden, dass Anhänger Trumps zu Mitteln greifen könnten, die außerhalb von demokratischer Auseinandersetzung liegen. In Arizona und Michigan kam es am Abend schon zu ersten Protesten vor Einrichtungen, in denen weiterhin Stimmen ausgezählt wurden.

Reaktionen aus Deutschland zur US-Wahl: Trump laut Röttgen kein „Irrtum“

Update vom 5. November, 9.40 Uhr: Trumps Präsidentschaft ist für CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen nicht nur ein Ausrutscher der Geschichte. Im Deutschlandfunk sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag am Donnerstag: „Man kann nicht sagen, das war ein Irrtum und die Amerikaner haben es gemerkt und die werden das jetzt leicht und schnell wieder korrigieren.“

Abtreibung, niedrige Steuern oder Waffenrechte nannte Röttgen als Beispiel für Themen, die vielen Wählern wichtig seien. „Den Trump wähle ich, egal wie er ist, weil er mein Thema nach vorne bringt“ - das gelte für Millionen von Wählern. Die Aufgabe Joe Bidens, sollte er US-Präsident werden, sei es, die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft zu überwinden.

Reaktionen aus Deutschland zur US-Wahl: Friedrich Merz erntet Spott für Äußerung

Update vom 5. November, 2.20 Uhr: Noch immer steht in den USA kein Gewinner der Präsidentenwahl fest. Angesichts guter Chancen für Herausforderer Joe Biden warnen die Grünen aber vor voreiligen Schlüssen. „Die Wahl ist erst beendet, wenn alle Stimmen ausgezählt sind“, erklärte Parteichefin Annalena Baerbock am Mittwochabend in einem Tweet. „Voreilige Gratulationen verhöhnen die Rechte der Wähler*innen.“

Unterdessen erntet CDU-Vorsitzanwärter Friedrich Merz Spott für einen Auftritt in einem Stream der Bild. „Wir kämen schon klar“, erklärte Merz, der auch Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt werden will. „Yoah, das glaube ich sofort“, ätzte daraufhin SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Hintergrund könnte auch das Verhalten Trumps in den vergangenen Stunden sein. Der US-Präsident sprach von Betrug und rief sich mehrfach voreilig oder gar fälschlich zum Sieger aus. Angesichts dessen brachen sogar wichtige Vertreter des sonst präsidentennahen Senders Fox News mit Trump.

Update vom 4. November, 19.14 Uhr: Noch einer, der die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft nach eigener Aussage schon länger beobachtet, ist Friedrich Merz*, Bewerber für den CDU-Vorsitz. Er möchte sich jedoch aktuell mit „öffentlichen Meinungen“ und „öffentlichen Empfehlungen“ raushalten, wie er bei Bild Live sagte. Aber er wisse aufgrund zahlreicher Reisen nach Amerika, „wie die Amerikaner ticken“. Und wenn er zukünftig als Bundeskanzler über den Ozean fliegen würde, wisse Merz auch mit Donald Trump umzugehen: „Wir kämen schon klar“.

US-Wahl 2020: Reaktionen aus Deutschland - Merkels Außenminister äußert klare Kritik

Update vom 4. November, 17.56 Uhr: Ursprünglich wollte Heiko Maas (SPD) heute Mittag ein Pressestatement abgeben, doch das sagte er kurzfristig ab (siehe Update vom 4. November, 12.24 Uhr). Jetzt äußert er sich in mehreren Nachrichten auf Twitter noch einmal zur US-Wahl. Aufgrund des knappen Rennens und der vielen Stimmen, die noch ausgezählt werden müssen, schreibt Maas: „Es wäre verfrüht, heute die Wahl zu kommentieren.“ Die Wahlbeteiligung war bei der Wahl „historisch hoch - leider auch die Polarisierung. Deshalb ist es wichtig, dass alle Politiker, die die Menschen direkt erreichen, Vertrauen in den Wahlprozess und die Ergebnisse herstellen.“

Nach dem Statement von Donald Trump heute Morgen, in dem er sagte, er habe die Wahl gewonnen, obwohl noch gar nicht alle Stimmen ausgezählt sind, kritisieren einige sein Vorgehen als „antidemokratisch“. Maas dazu: „Amerika ist eine starke Demokratie, die mit ihren „Checks und Balances“ in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt hat, dass sie auch in schwierigen Situationen funktioniert und kritische Fragen im Sinne demokratischer Prinzipien klären kann.“

Weitere entscheidende Entwicklungen zur US-Wahl finden Sie in beidem Beitrag auf Merkur.de.

Redaktionen aus Deutschland zu US-Wahl 2020: Merkel hält sich mit Kommentaren bisher zurück

Update vom 4. November, 16.15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bisher nicht näher zur US-Wahl geäußert. Ihr Sprecher Steffen Seibert sagte: „Die Bundesregierung hat Vertrauen in die demokratische Tradition und in die rechtsstaatlichen Institutionen“ der USA. Solange es kein endgültiges Ergebnis gibt, wolle er „den Stand der Dinge“ nicht kommentieren.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) besteht unterdessen darauf, „dass demokratische Wahlen auch komplett stattfinden“ sollten. „Und das heißt sie sind dann beendet, wenn alle Stimmen ausgezählt werden.“ Mit dieser Aussage bezieht er sich auf den vorzeitigen Ausruf von US-Präsident Donald Trump, er und die Republikaner hätten die Wahl gewonnen, obwohl noch gar nicht alle Stimmen ausgezählt sind. Laut einer Mitteilung des SPD-Parteivorstands kritisiert auch SPD-Chefin Saskia Esken Trumps Vorgehen scharf. „Ein Kandidat, auch wenn er der amtierende Präsident ist, der dazu aufruft, Briefwahlstimmen nicht weiter auszuzählen, handelt antidemokratisch.“

CDU-Außenexperte Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, befürchtet Unruhen und Ausschreitungen in den USA. Er kritisiert ebenfalls den Sieges-Ausruf durch Trump: „Das kann zu Wochen des Streits führen und hat ein hohes Konfliktpotential in sich“, sagte Röttgen RP Online. Die USA seien „gesellschaftlich und politisch“ tief gestalten. Diese US-Wahl zeige, dass sich daran nichts geändert habe.

US-Wahl 2020: Markus Söder wünscht sich ein stärkeres Europa

Update vom 4. November, 12.24 Uhr: Egal wie die US-Wahl ausgeht, die EU muss nach Ansicht von Markus Söder (CSU) geeinter auftreten, um gegenüber den USA mehr Gewicht zu erlangen. „Europa muss viel stärker werden, wirtschaftlich, technologisch, auch sicherheitspolitisch, um am Ende eine eigenständige Position mehr auf Augenhöhe als bislang mit den USA zu entwickeln - egal, wer Präsident ist“, sagte Söder.

„Europa muss sich wirklich noch einmal grundlegend bewusst sein, dass sich im transatlantischen Verhältnis eine Veränderung vollzogen hat.“ Söder forderte deswegen: „Weniger Klein-Klein unter uns in Europa, vielmehr eine starke gemeinschaftliche Basis.“

US-Wahl: AKK spricht von „explosiver Situation“ - Maas sagt Statment ab

Update vom 4. November, 12.24 Uhr: Maas hat nun sein angekündigtes Statement kurzfristig wieder abgesagt. Die Gründe sind unklar. Mutmaßlich ist dem Auswärtigen Amt die Lage in den USA noch zu unübersichtlich. AKK überraschte dagegen mit sehr deutlichen Worten und einer düsteren Prognose (siehe Update von 10.08 Uhr).

Update vom 4. November, 12.15 Uhr: In Kürze will der Bundesaußenminister Heiko Maas live vor der Kamera ein Pressestatement abgeben. Das könnte insofern spannend sein, als der SPD-Politiker ein erklärter Trump-Kritiker ist und andererseits möglicherweise Deutschland noch vier weitere Jahre mit einem US-Präsidenten namens Trump zusammenarbeiten muss.

Update vom 4. November, 10.08 Uhr: Annegret Kramp-Karrenbauer, Noch-CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin, spricht im ZDF-Morgenmagazin. „Das ist eine sehr explosive Situation.“ Expertinnen und Experten warnten zu Recht vor einer Verfassungskrise in den USA. „Und das ist etwas, das uns insgesamt sicherlich sehr beunruhigen muss.“

US-Wahl: Erste Reaktionen aus Deutschland

Update vom 4. November, 9.33 Uhr: Einige Politiker in Deutschland reagieren schockiert auf Trumps Rede. FDP-Chef Christian Lindner spricht im ZDF „von einer bestürzenden Situation“ - und wagt eine düstere Prognose:

„Damit bahnt sich eine dramatische Konfliktsituation in der amerikanischen Demokratie an mit unabsehbaren Folgen nicht nur für das amerikanische Volk, sondern darüber hinaus - auch für die Welt und mithin auch uns in Europa.“

„Das ist wirklich undemokratisch“, sagte Gregor Gysi (Linke) im ZDF. „Er will die Leute aufputschen.“ Gysi kritisierte Trumps Ankündigung, die Auszählung von Stimmen gerichtlich stoppen lassen zu wollen. Damit habe der Präsident „weder sich noch seinem Land noch der Menschheit einen Gefallen getan“.

Update vom 4. November, 7.13 Uhr: Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung Peter Beyer rechnet mit gewalttätigen Ausschreitungen, sollte es kein baldiges klares Ergebnis in der US-Wahl geben. „Wenn es dauert, bis es eine rechtskräftige Entscheidung über den Wahlsieger gibt, ist zu befürchten, dass es auch auf den Straßen zu Konfrontationen zwischen beiden Lagern kommt“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochmorgen der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube aber nicht, dass es einen flächendeckend bürgerkriegsähnlichen Zustand geben wird.“ Es gebe keine Anführer und keine Organisationen, die so etwas ad hoc auf die Beine stellen könnten. „Das Szenario eines Bürgerkriegs halte ich für völlig übertrieben.“ Auch bei einem Sieg Trumps müsse sich Deutschland um eine bessere Beziehung mit den USA bemühen, so Beyer weiter.

Update vom 4. November, 5.49 Uhr: In fast alles US-Bundesstaaten sind nun die Wahllokale geschlossen. Hier die drei wichtigsten Nachrichten aus der Wahlnacht.

US-Wahl 2020: Christian Lindner hegt „Sympathien“ für Joe Biden

Update vom 4. November, 5.38 Uhr: Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, hat sich in einem Gespräch mit ntv zur US-Wahl geäußert. Er glaubt, dass sich zumindest im Stil der amerikanischen Politik etwas mit dem Demokraten Joe Biden ändern würde. „Deshalb hätte ich auch Sympathien“ für einen Gewinn von Biden. Doch Politik sei kein Wunschkonzert.

Aber mit Joe Biden würde sich nicht alles ändern. Lindner warnt vor „Naivität“ bei dem Gedanken, dass „die Substanz amerikanischer Politik anders wird“. Immerhin mehr Multilateralismus und internationale Zusammenarbeit traut er Biden zu. Dennoch müsse Europa und Deutschland „selbstständiger“ werden, verstärkt eine „eigenständige Rolle“ einnehmen.

Auf die Frage, wie der Umgang mit Trump werde, wenn der Präsident doch noch einmal vier Jahre im Weißen Haus verbringt, antwortete Lindner: „Ein Neustart mit Donald Trump ist schwer möglich.“

Update vom 4. November, 3.32 Uhr: Auch in Deutschland berichten einige Sender die gesamte Nacht durch über die US-Wahl. Die Sondersendung der ARD muss nun in den Sozialen Medien sehr viel Kritik einstecken. Warum Zuschauer die Berichterstattung als „unterirdisch“ einstufen, lesen Sie in diesem Bericht auf Merkur.de.

Ein übergroßer Pappaufsteller mit dem Bild des US-Präsidenten Trump steht vor dem Brandenburger Tor.

US-Wahl 2020: SPD-Mann Lars Klingbeil hält Donald Trump für einen „Rassisten“

Update vom 4. November, 1.04 Uhr: Sehr deutliche Worte gegen Donald Trump findet SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: „Ich feier, wenn der weg ist“, sagte er bei Bild Live. „Ich halte den für einen Rassisten, ich halte den für jemanden, der selbst in der Corona-Pandemie spaltet. Und ich möchte nicht, dass solche Leute die Weltpolitik bestimmen.“ Und er fügte hinzu: „Ich glaube sogar, ich kann das für die ganze SPD sagen.“

Update vom 4. November, 0.46 Uhr: Ein Mitglied der Bundesregierung, den die Wahl besonders interessieren dürfte, ist Außenminister Heiko Maas (SPD*). Er hofft, dass sich das transatlantische Verhältnis nach den vergangenen vier Jahre wieder verbessert. „Wir brauchen einander“, sagte er am Dienstag in der ARD. Die Partnerschaft habe unter US-Präsident Donald Trump* „nicht mehr funktioniert“. Neue Krisen und Konflikte seien hinzugekommen, aber keine mehr gelöst worden. Doch nur durch eine Abwahl Trumps würde sich auch nicht direkt alles ändern. Es wäre eine „Illusion“ zu glauben, dass unter einem US-Präsidenten Biden wieder alles so werde, wie die Europäer sich das wünschten.

In Berlin sagte Maas außerdem: „Wir wollen einen New Deal in dieser Partnerschaft und wir sind bereit, in unsere Beziehung zu investieren.“ Er sprach wie schon Olaf Scholz (siehe Update vom 3. November, 16.56 Uhr) von einer „richtungsweisenden Wahl“. Trump stehe in erster Linie für America First, Joe Biden* für mehr internationale Zusammenarbeit.

Der außenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, drückt unterdessen ausdrücklich Joe Biden die Daumen. Im Deutschlandfunk nannte er seinen Beweggrund: „Weil für die USA, aber auch für die Menschheit Trump doch eine ungeheure Belastung ist.“

US-Wahl 2020: Scholz hofft auf Versöhnung statt Spaltung in den USA

Update vom 3. November, 16.56 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat die US-Wahl als richtungsweisend bezeichnet - für die USA, aber auch den Rest der Welt. Er blickt mit Hoffnung auf die Zeit nach der Wahl: „Ich hoffe für die Bürgerinnen und Bürger der USA, dass die Zukunft nach der heutigen Wahl durch Versöhnung geprägt ist und nicht durch Spaltung“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Deutschland fühle sich durch die gemeinsame Vergangenheit den USA eng verbunden: „Wir werden immer an der Seite derer stehen, die sich für Freiheit, eine regel- und wertebasierte Weltordnung und Multilateralismus einsetzen“, so Scholz.

US-Wahl 2020: Reaktionen aus Deutschland - Kretschmann (Grüne) hofft auf einen Sieg Bidens

Update vom 3. November, 13.29 Uhr: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hofft auf einen Sieg von Joe Biden bei der US-Wahl. Auch angesichts wirtschaftlicher Beziehungen zum Südwesten wünsche er sich einen Wechsel an der Spitze. „Natürlich wünsche ich mir das, aber mein Wunsch hat wahrscheinlich darauf keinen Einfluss“, sagte Kretschmann am Dienstag im Stuttgarter Landtag.

Die Wahl ist nach Ansicht Kretschmanns von historisch großer Bedeutung. Die bisherigen Beziehungen mit Donald Trump seien kein Pfad gewesen, der für die Südwest-Wirtschaft der richtige gewesen sei. Wir dürfen also gespannt sein, wer der nächste US-Präsident wird.

US-Wahl 2020: Reaktionen aus Deutschland - ändert Merkel ihre Worte?

Erstmeldung vom 30. Oktober:

Berlin - Die Tage bis zur US-Wahl 2020 waren von den letzten Zügen des Wahlkampfs geprägt. Der Ausgang der Wahl ist natürlich nicht nur für die Vereinigten Staaten relevant. Im Gegenteil. Weltweit blickt man am 3. November mit Spannung nach Washington*. Was würde eine zweite Amtszeit Donald Trumps bedeuten, was ein Machtwechsel zu Joe Biden? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Länder. Hier im News-Ticker erfahren Sie am Wahltag, welche Reaktionen die Politik in Deutschland auf das Ergebnis der US-Wahl zeigt. Die jeweils aktuellsten Neuigkeiten, welcher Kandidat vorne liegt, Hochrechnungen und Zwischenergebnisse aus den USA erhalten Sie im allgemeinen Live-Ticker zur US-Wahl 2020.

US-Wahl 2020: Trumps Verhältnis zu Deutschland bröckelt - „Da ist einfach eine Grenze überschritten worden“

Das deutsch-amerikanische Verhältnis hat unter Trump Risse bekommen. Die teils kontroverse Politik des Republikaners* hat ihre Spuren hinterlassen. Sei es beim Klimaschutz, beim Handel, der Flüchtlingspolitik oder aktuell in der Corona-Krise*. Zuletzt drifteten Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusehends auseinander. Ein Tiefpunkt der Beziehungen war erreicht, als Trump die Europäische Union im Jahr 2018 als „Feind“ bezeichnet hatte: „Das ist einfach eine Grenze überschritten worden“, meinte der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer jüngst gegenüber der Deutschen Welle.

Auch das generelle Auftreten des Präsidenten hätte in Berlin für Irritationen gesorgt. „Wir waren eigentlich gewohnt, dass man Dinge miteinander abspricht. Da mussten wir viel lernen“, meinte Beyer. Trumps Ankündigung, US-Truppen aus Deutschland abziehen zu wollen „haben wir durch einen Zeitungsartikel im Wall Street Journal erfahren und dann herrschte eine ganze Woche lang Schweigen. (...) Da kam nichts weiter.“

US-Wahl 2020: Trump oder Biden? Reaktionen aus Deutschland

Dass mit einem Machtwechsel urplötzlich alles besser wird, glaubt Beyer indes aber nicht. Der Kommunikationsstil wäre zwar ein anderer, doch „die Anforderungen der USA an uns würden mindestens ebenso hoch sein wie unter Donald Trump.“ Dennoch scheint sich die deutsche Politik nach Joe Biden zu sehnen. Wie wäre aber die deutsche Reaktion auf einen erneuten Sieg von Donald Trump?

Nach der Wahl 2016 beglückwünschte Angela Merkel Trump förmlich und schrieb in einer Regierungserklärung: „Ich gratuliere Donald Trump zu seinem Wahlsieg. Wen das amerikanische Volk in freien und fairen Wahlen zu seinem Präsidenten wählt, das hat Bedeutung weit über die USA hinaus“ Die Kanzlerin stellte klar: „Für uns Deutsche gilt: Mit keinem Land außerhalb der Europäischen Union haben wir eine tiefere Verbindung als mit den Vereinigten Staaten von Amerika.

Wie tief ist die Verbindung nach vier Jahren Amtszeit von Donald Trump?

US-Wahl 2020: Falls Trump gewinnt - wird Merkels Reaktion anders ausfallen als zuvor?

Deutschland und die USA seien „durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika*, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an.“ Diplomatische und nette Worte der Kanzlerin. Aufgrund der durch Trump erfahrenen Enttäuschungen könnte die CDU-Politikerin* nach dieser Wahl allerdings ihre Reaktion ändern.

Wie reagiert Merkel auf den Ausgang der US-Wahl 2020 und wie verhält sich Donald Trump am Wahltag? Wie lautet die generelle Wahrnehmung in der deutschen Politik? In diesem Text lesen Sie nach Bekanntgabe des Ergebnisses alle wichtigen Reaktionen aus der Bundesrepublik. An anderer Stelle informieren wir Sie darüber, wie Joe Biden die US-Wahl erlebt. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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