Verbote beim Einkauf

Dürfen wir im Supermarkt schon zu naschen anfangen?

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Auch in Supermärkten müssen wir uns an Regeln halten.

In Zeitschriften lesen, eine Weintraube in den Mund stecken oder Packungen öffnen: Was dürfen wir uns im Supermarkt eigentlich erlauben?

Klar, auch im Supermarkt ist der Kunde König: Doch ab wann ist es zu viel des Guten? Und muss ich mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn ich mich unartig benehme? Hier eine kleine Aufzählung von sündigem Verhalten im Supermarkt:

Zeitschriften lesen und doch nicht kaufen

Oft fallen uns interessante Schlagzeilen ins Auge und ruckzuck blättern wir durch die Zeitschriften – eine Kaufabsicht haben wir allerdings nicht. Das ist tatsächlich erlaubt, wie Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke Express.de verrät:

"Der Kunde darf grundsätzlich vor dem Kauf die Zeitschriften durchlesen. Wie bei anderen Waren, darf er diese vor dem Kauf prüfen und anschauen. Für Zeitschriften gelten keine gesonderten Regelungen. Wird die Zeitschrift durch das Blättern jedoch unverkäuflich, muss der Kunde den Schaden ersetzen. Durch das bloße Lesen wird die Zeitschrift allerdings nicht entwertet.“

Eine Ausnahme wäre es, wenn der Händler ein solches Verhalten im Hausrecht ausdrücklich verbietet.

Die Waren in der eigenen Tasche durch den Supermarkt tragen

Was nicht böse gemeint ist, kann unerfreulich enden: Denn indem Sie die Waren in Ihre eigene Tasche legen, bringen Sie sie in Gewahrsam und signalisieren dem Supermarkt eventuell einen Diebstahl. Bei fremden Gegenständen also lieber beim Einkaufswagen bleiben.

Erfahren Sie hier, wie Kunden im Supermarkt durch Einkaufswägen manipuliert werden.

Packungen öffnen und Produkte ausprobieren - ohne sie zu kaufen

Ähnlich wie bei den Zeitschriften ist es erlaubt, die Produkte zu testen, solange sie dadurch nicht unverkäuflich werden.

Leider passiert das oft bei geöffneten Packungen, da das Produkt beschädigt wird oder wenn Sie Kosmetika ausprobieren, da danach die Hygiene nicht mehr gewährleistet werden kann.

Dürfen Sie Lebensmittel umtauschen?

Grundsätzlich hat der Kunde das Recht eine mangelhafte Ware umzutauschen – die Schwierigkeit liegt allerdings darin, nachzuweisen, dass das Produkt schon im Supermarkt von Schaden behaftet war.

Gute Chancen haben Sie, wenn Ihnen bereits kurz nach dem Einkauf der Mangel auffällt und Sie den Kassenzettel noch bereit haben.

Obst und Gemüse naschen

Wenn Sie das Obst oder Gemüse vor dem Kauf probieren möchten, sollten Sie den Händler vorher um Erlaubnis bitten. In allen anderen Fällen ist das Naschen von Lebensmitteln nicht erlaubt:

"Das ist Diebstahl. Früher wurde diese Tat als Mundraub bezeichnet. Heute spricht man von einem Diebstahl geringwertiger Sachen. Eine solche Tat wird selten strafrechtlich verfolgt. Meistens verlangt der Besitzer des Supermarkts nur die Bezahlung des Obstes", erklärt Solmecke.

An der Käsetheke nach einer Kostprobe verlangen

Ein "Recht auf Probieren" haben Kunden nicht. Bei einer netten Anfrage wird Ihnen eine Kostprobe aber nur in den seltensten Fällen verwehrt.

Schokoriegel vernaschen und erst hinterher zahlen

Selbst wenn Sie den Schokoriegel mit der Absicht verzehren, hinterher die leere Verpackung zu zahlen, machen Sie sich rechtlich gesehen strafbar.

"Für verpacktes Essen, das vor der Bezahlung verzehrt wird, gilt nichts anderes als für Obst und Gemüse. Auch hier handelt es sich um Diebstahl. Solange das Essen noch nicht bezahlt ist, stellt es für den Kunden im Supermarkt eine fremde Sache dar, die er nicht einfach wegnehmen und sich aneignen darf. Zum Eigentumserwerb kommt es bekanntlich erst nach dem Passieren der Kasse."

In der Realität zeigen sich Supermärkte zumeist kulant in dieser Angelegenheit – nichtsdestotrotz handeln Sie in diesem Fall nicht rechtmäßig.

Was passiert, wenn ich etwas kaputt mache?

Eine Flasche Wein oder ein Sixpack Bier – wenn Sie Produkte im Supermarkt zerstören, sind Sie rechtlich dazu verpflichtet, den Schaden zu ersetzen.

Auch hier zeigen sich die meisten Händler aber kulant, da sie versichert sind, sodass Sie vermutlich mit einem blauen Auge davonkommen.

Waren im Einkaufswagen bis nach Hause schieben

Selbst wenn Sie hoch und heilig versprechen den Einkaufswagen wieder zurückzubringen, ist es nicht erlaubt ihn vom Gelände des Supermarktes zu entfernen – er ist nämlich Eigentum des Händlers.

Solmecke erklärt: "Wer den mitnimmt, könnte dem Vorwurf des Diebstahls ausgesetzt werden. Meist bestimmt zudem das Hausrecht des Supermarkts, dass die Einkaufswagen nicht das Gelände verlassen dürfen."

Darf ich zu viel Wechselgeld behalten?

Sie machen sich nicht strafbar, wenn Sie zu viel Wechselgeld behalten. Fällt der Kassiererin aber im Nachhinein der Fehler auf, sind Sie zivilrechtlich zu einer Rückzahlung verpflichtet, da Sie sich ungerechtfertigt bereichert haben.

Ein Besuch im Supermarkt ist manchmal recht nervenaufreibend: Diese sieben Dinge nerven uns am meisten.

Auch interessant: Mit diesen Werbe-Versprechen werden Kunden zum Einkaufen gelockt.

Von Franziska Kaindl

Woher kommen eigentlich bekannte Markennamen?

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