Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Irre EU-Pläne: Sie nehmen uns den Döner weg!

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Schauen Sie ihn sich noch einmal gut an. Bald könnte es vorbei sein mit dem Döner.

Dem Döner geht es an den knusprigen Kragen. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments will einen bisher üblichen Zusatz verbieten und bringt die Döner-Produktion in Bedrängnis.

Zwischen dem 11. und 14. Dezember geht es für Döner-Produzenten, Döner-Verkäufer, Döner-Esser, kurz: für alle Döner-Liebhaber, um Alles. Wenn das EU-Parlament in seiner Plenarsitzung dem Einspruch des Umweltausschusses zur Verwendung von Phosphat in tiefgefrorenen Dönern zustimmt, ist es erst einmal Aus mit der geliebten Imbiss-Spezialität.

EU-Ausschuss mobbt den Döner

Eine Lücke im EU-Recht hat zu der Situation geführt, dass Phosphat in frischen Döner erlaubt ist, die Verwendung in tiefgefrorenen Spießen aber nicht geregelt ist. Dieser Fall wurde damals schlichtweg vergessen. Die EU-Kommission wollte deshalb die Lücke schließen und die Verwendung von Phosphat ausdrücklich auch für Tiefkühl-Dönerspieße erlauben.

Dagegen hat der Umweltausschuss auf Initiative von Sozialdemokraten und Grünen aber nun Einspruch erhoben. Die Begründung: "Ernstzunehmende Sorgen" wegen möglicher schädlicher Auswirkungen auf die Gesundheit, vor allem auf das Herz- und Kreislaufsystem. Paradox ist, dass dem Zusatz von Phosphat in anderen Fleischzubereitungen 2014 noch zugestimmt wurde. Das heißt in Kassler und Bratwurstbrät ist Phosphat erlaubt, im Döner nicht. Für die Fans ist klar: Der Umweltausschuss hat sich gegen den Döner verschworen.

Das passiert, wenn Sie bei der Bestellung schon Trinkgeld geben

Der Döner und 110.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands sieht gegenüber Bild.de schwarz : "Sofern sich der Einspruch des Europäischen Parlaments durchsetzt, wäre dies das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der Europäischen Union."

Warum? Fast alle Dönerspieße werden gefroren zu den Imbissen geliefert. EU-weit landen pro Tag 500 Tonnen Dönerfleisch in Fladenbroten, Boxen und auf Tellern. Allein 80 Prozent dieser enormen Menge werden in Deutschland produziert. Wenn das Verbot durchkommt, stehen 110.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Wofür wird das Phosphat im Dönerspieß gebraucht?

Ohne Phosphate würde ein Dönerspieß einfach auseinander fallen. Der Stoff bindet Wasser und lässt die einzelnen Bestandteile des Fleischspießes besser zusammenhalten. Ohne den Zusatz würde das Fleisch schlichtweg austrocknen und nicht gleichmäßig garen.

Ist Phosphat wirklich so gefährlich?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft die Aufnahme von bis zu 4.200 mg Phosphat pro Tag als unbedenklich ein. Eine Portion Döner enthält nur 134 mg Phosphat. Renate Sommer (59, CDU), Gesundheitsexpertin im EU-Parlament, spricht deshalb von "Panikmache": "Durch den Verzehr von Döner nimmt ein Unionsbürger im Jahr maximal so viel Phosphat zu sich, wie mit 1,5 Liter Cola." Allerdings will die Lebensmittelbehörde EFSA nach Angaben des EU-Parlaments Ende 2018 die Einschätzung über die Risiken von Phosphatzusatz in Lebensmitteln überarbeiten.

Lesen Sie auch: McDonald's, Hans im Glück und Co. zittern vor diesem Burger.

ante

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