Weihnachten in Europa

O du Köstliche: Sie glauben nicht, was man in Polen an Weihnachten isst

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So lecker isst man in Europa an Weihnachten.

Ein Weihnachtsfest ohne traditionelles Essen ist in den meisten Familien undenkbar. Aber was kommt bei unseren europäischen Nachbarn eigentlich auf den Tisch?

Jedes Land hat seine eigenen Spezialitäten, das zeigt sich an Weihnachten besonders deutlich. Unsere Nachbarn legen dabei genauso viel Wert auf ein traditionelles gemeinsames Essen, wie wir. Aber die Geschmäcker und Bräuche sind so unterschiedlich, dass sich ein Blick auf die Teller lohnt.

Weihnachtsessen in Schweden

Die Schweden lieben Weihnachten und zelebrieren das Fest leidenschaftlich und sehr traditionell. Der Hauptfeiertag ist der Heilige Abend, aber schon am 13. Dezember wird mit dem Luciafest die vorweihnachtliche Stimmung genossen. Am Abend vorm Heiligen Abend, dem Lillejulafton wird der traditionelle Weihnachtsschinken Julskinka gekocht, der am nächsten Tag beim Weihnachtsessen gegessen wird. Der kulinarische Mittelpunkt ist das Smörgåsbord. Darauf finden sich Leckereien wie Fleischklösschen, Rotkohl, Rippchen, Schweinesülze, Janssons frestelse („Janssons Versuchung“ - ein Gratin aus Kartoffelstäbchen und Hering), Lutefisk (Trockenfisch), Reispudding, Käse und Brot. Dazu wird Bier, Julmust (Kräuterlimonade), Glögg (ein Glückwein mit Mandeln und Beeren) und Schnaps getrunken.

Weihnachtsessen in Polen

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Ein Kühlschrank reicht den meisten Polen nicht, wenn die Vorbereitung für das Weihnachtsessen erst einmal in vollem Gange ist. Am 24. Dezember kommen ab 18 Uhr nämlich nicht nur drei, sondern zwölf verschiedene Gerichte auf den Tisch. Die Anzahl orientiert sich an den zwölf Aposteln und den Monaten, die ein Jahr hat. Während schon eine Scheibe Brot als Gericht gilt, spielt Fleisch überhaupt keine Rolle. An Heiligabend isst man in Polen Fisch, vor allem Karpfen, und die Rote-Bete-Suppe Barszcz. Damit man die zwölf Speise auch verdrücken kann, bleiben die Polen bis zum Weihnachtsessen am Abend nüchtern. Getränke sind aber erlaubt.

Weihnachtsessen in Griechenland

In Griechenland ist das typische Weihnachtsessen süß. Unter den griechischen Weihnachtsplätzchen sind Kourabiedes und Melomakarona die klassischen Renner. Die Kourabiedessind weiß und mit Puderzucker überzogenen. Sie  symbolisieren Reinheit und enthalten traditionell griechische Mandeln. Melomakarona sind braune Kekse, die dank Sirup wunderbar saftig sind. Beide Weihnachtsklassiker fehlen in Griechenland unter keinem Weihnachtsbaum.

Weihnachtsessen in Island

Ab dem 12. Dezember beginnen die Isländer, das Laufabraud (Schneeflockengebäck) zu backen. Die Familien kommen jedes Weihnachten in Island zu diesem Anlass zusammen. Natürlich hat jede Familie ein eigene Variante, aber das Grundrezept ist immer dasselbe und besteht aus Mehl, Zucker und Milch. Das ist sogar für Kinder leicht zu backen. Beim Weihnachtsessen in Island ist das Gebäck Beilage zu geräuchertem Lammfleisch.

Weihnachtsessen in Italien

In Italien zum Weihnachtsessen etwas ganz Besonderes schmecken: Tartufolin da Credaro. Das sindsüße Gnocchi aus Zucker, Eiern, Sahne und Mehl. Sie werden frittiert und schließlich in Kristallzucker gewendet. Das große Weihnachtsfest mit mehrgängigem Festtags-Menü findet am 25. Dezember statt. Die Weihnachtszeit in Italien geht dann mit dem Ghibinet-Fest am 6. Januar zu Ende, zu dem Kinder von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten bekommen.

Weihnachtsessen in Dänemark

In Dänemark hat Weihnachten einen ähnlich hohen Stellenwert wie bei den skandinavischen Nachbarn. Zur Adventszeit lassen sich die Dänen viele klassische Gerichte schmecken. Der kulinarische Höhepunkt ist der 23. Dezember. Am "lillejuleaften" besteht das Weihnachtsessen in Dänemark aus gefüllter Ente oder Gans mit Weißkohl und kandierten Kartoffeln. Als Nachspeise genießen die Dänen dann Ris à l’amande, Milchreis mit gehackten Mandeln. Traditionell wird im Milchreis eine ganze Mandel versteckt. Wer diese findet, darf sich über ein kleines Geschenk freuen.

Weihnachtsessen in den Niederlanden

Kerstmis, der niederländische Heiligabend, ist ein Familienfest, bei dem weniger auf Geschenke als auf ein üppiges Festmahl wert gelegt wird. Immer öfter kommen beim Weihnachtsessen in den Niederlanden die Gourmetten auf den Tisch, eine Art Raclette. Anders als beim Raclette kommt in die kleinen Pfännchen kein Käse, sondern Eier, Frühlingszwiebeln oder Kartoffeln. Auf dem oberen Teil grillen die Niederländer Fleisch und Fisch.

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Weihnachtsessen in Österreich

Zum Weihnachtsessen in Österreich kommen traditionell Kletzenbrot, Bachlkoch (eine Milch-Mehl-Suppe) und Karpfen auf den Tisch. Das Kletzenbrot ist dabei ein typisches Weihnachtsgebäck im Salzburger Land. Der Sauerteig ist mit Rosinen, Nüssen und gedörrten Birnen (österreichisch Kletzen) gefüllt und ein fruchtiger Genuss.

Weihnachtsessen in der Schweiz

Ein besinnliches Weihnachtsessen in der Schweiz kommt nicht ohne diesen Klassiker aus: Fondue Chinoise mit Rindfleisch und Geflügel. Besonders an Heiligen Abend holt man in der Schweiz den Feuertopf hervor, füllt ihn mit Früher und gart Fleisch und Gemüse darin. Die Vorbereitung des Weihnachtsessens ist einfach und man kann lange gemütlich zusammensitzen.

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Weihnachtsessen in Spanien

Heiligabend heißt in Spanien La Noche Buena. Man trinkt am liebsten heiße Schokolade und isst dazu Ensaïmades. Diese typischen Schmalzgebäck-Schnecken sind vor allem Auf Mallorca verbreitet. Auch die süße Weihnachtsleckerei Turrón ist beim Weihnachtsessen in Spanien beliebt. Diese Variante des weißen Nougats besteht aus Eiklar, Zucker, Honig und Mandeln und lässt sich mit türkischem Honig vergleichen.

Weihnachtsessen in Bulgarien

Die Bulgaren sind sehr religiös und zelebrieren das Weihnachtsfest entsprechend. Bevor am 25. Dezember der Höhepunkt des Weihnachtsfestes gefeiert wird, beginnt für die Anhänger der orthodoxen Kirche schon am 15. November die traditionelle Fastenzeit.

Beim Weihnachtsessen in Bulgarien am 24. Dezember werden zunächst einfache Linsen gereicht. Dann gibt es ein Mahl, das ausschließlich aus veganen Gerichten besteht. Dabei kommen in Bulgarien unter anderem Bohnen, gefüllte Paprika, Nüsse, Äpfel und Brot auf den Tisch. Jeder bekommt eine Nuss auf seinen Teller gelegt. Nach dem Knacken wird gemeinsam überlegt, was der Inhalt über das neue Jahr aussagen könnte. Im Anschluss reicht der Tischälteste den Gästen Brot, in das eine Münze eingebacken ist. Wer sie findet, darf sich im nächsten Jahr über besonders viel Glück freuen. An den Tagen nach dem 24. sind dann wieder deftiger Fleisch-Gerichte erlaubt.

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