Zentralbanken experimentieren schon

Blockchain-Technologie greift um sich: Wird Bargeld überflüssig?

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Die Deutschen zahlen immer noch am liebsten mit Bargeld. Aber wird Bitcoin dem Euro den Rang ablaufen?

Der Bitcoin-Kurs nimmt Fahrt auf. Nach dem Allzeithoch der Kryptowährung bricht nun eine neue Ära. Wird das Bargeld dabei auf der Strecke bleiben?

Obwohl Finanzexperten immer wieder eine Blase befürchten, steigt der Bitcoin-Kurs weiter an. Im Gegensatz zu bewährten Geldanlagen wie Gold oder Immobilien, ist sein Wert zwar noch starken Schwankungen unterworfen – dennoch konnte die Kryptowährung bereits ein Allzeithoch erzielen und die 4.000 Dollar-Marke knacken. Zwischenzeitlich ist der Kurs eingebrochen, doch er hat wieder Fahrt nach oben aufgenommen.

Bitcoin & Co.: Digitalwährungen sind auf dem Vormarsch dank Blockchain-Technologie

Sogar die US-Börsenaufsicht hat den Handel mit der Digitalwährung für größere Institutionen freigegeben - und das, obwohl nun die chinesische Regierung dem Treiben Einhalt geboten hat. Längst ist das einst als dubios erachtete Digitalgeld auch bei einigen nationalen Zentralbanken angekommen – die Europäische Zentralbank soll bereits gezielt für diverse, kommende Finanzprodukte die von Kryptowährungen zugrundeliegende Blockchain-Technologie für sich nutzen.

Doch könnte das bedeuten, dass die befürchtete Angst vor einer Bargeldabschaffung schon bald Realität werden könnte? "Das hat ein enormes disruptives Potenzial für die Art und Weise, wie Zentralbanken arbeiten", ist sich auch Hans Kuhn von der Universität Luzern sicher. "Wir sind an einem Punkt, wo es zur größten tektonischen Verschiebung seit der Aufgabe des Goldstandards 1973 kommen könnte", erkärt er gegenüber dem Handelsblatt.

Schließlich müssen auch Banken im heutigen digitalen Zeitalter weiterdenken und für die Zukunft vorbauen. Die Blockchain-Technologie bietet Annehmlichkeiten – schließlich verschlüsselt sie Daten von Transaktionen, fasst sie zu Blöcken zusammen und hängt sie aneinander. Daher auch der englische Begriff "blockchain".

Wird Bitcoin etwa die Weltreservewährung der Zukunft werden?

Wird Bargeld bald abgeschafft? Zentralbanken experimentieren mit Blockchain-Technologie

Vor allem Geld-Überweisungen profitieren davon, da Banken als Schnittstellen dann nicht mehr gebraucht werden. Das spart viel Zeit und Geld. Schließlich macht die Bereitstellung von Bargeld in Industrieländern bereits ein bis zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Zudem sägt die innovative Technologie am Statusthron des liebsten Zahlungsmittel der Deutschen: dem Bargeld.

Wenn Banken dieses abschaffen würden und stattdessen Digitalgeld zum Einsatz käme, würde das die Geldpolitik komplett revolutionieren. So könnten Zinsen etwa unendlich ins Minus gedrückt werden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Schließlich kann das Digitalgeld von den Kunden weggenommen werden.

Vorreiter soll hier die schwedische Riksbank sein. Sie könnte, vermuten Finanzexperten, die erste Zentralbank werden, die eine eigene Digitalwährung in Umlauf bringt. Das ist auch kein Zufall – in Schweden ist das Bezahlen mit Bargeld in den letzten Jahren weniger geworden. Zahlungen mit Karte dagegen werden immer populärer.

Schon Ende 2018 soll die Entscheidung fallen, ob die Riksbank eine sogenannte "E-Krone" in Form einer eigenen App oder einer Karte einführen wird. Doch ob das in Deutschland oder der Schweiz so bald der Fall sein wird, bleibt fraglich.

Lesen Sie hier auch, was ein Finanzexperte über den Wert von Bitcoin in zehn Jahren prophezeit.

jp

Euro, Dollar oder Yen: Das sind die Währungen weltweit

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