JP Morgan Chase rudert zurück

Deutsche Bank warnt jetzt vor Bitcoin - aus beunruhigendem Grund

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Er sieht doch ganz harmlos aus - aber der Deutschen Bank ist der Bitcoin ein Dorn im Auge.

Viele Finanzexperten raten von der Kryptowährung ab. Nun stimmt auch die Deutsche Bank ein. Dagegen macht JP Morgan Chase eine 180-Grad-Drehung in Richtung Bitcoin.

Immer mehr Finanzgurus scheinen auf den Trichter gekommen zu sein, dass der Bitcoin nicht mehr aufzuhalten ist. Manche munkeln bereits, dass er noch bis zum Ende des Jahres die 10.000 Dollar-Marke knacken soll.

Doch auch wenn dies ein sehr sportliches Ziel ist, breitet sich dennoch eine gewisse Unruhe im traditionellen Finanzgeschäft aus. Dabei fällt auf: Es gibt gerade zwei "Strömungen" – während die einen fest darauf beharren, dass das Digitalgeld eine Blase sei, die bald platze, denken andere allmählich um. Der Erfolg von Bitcoin, der bereits seit Monaten anhält, geht auch an ihnen nicht spurlos vorbei.

"Zu schwankend und nicht genug reguliert": Bitcoin bekommt jetzt mächtig Gegenwind von der Deutschen Bank

Eine, die das gar nicht gerne sieht, ist die Deutsche Bank. Nun hat sie sich ebenfalls zu den Krypto-Gegnern eingereiht – und kritisiert sie als zu unsicher. "Ich bin verblüfft, wie solche Dinge zu einem Hype werden können", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. Auch wenn Bitcoin von der Deutschen Bank genau beobachtet werde, "raten wir von einem Engagement dringend ab", so Stephan weiter.

Der Grund dafür: die extremen Schwankungen der Kryptowährung. Ein Beispiel: Vergangenen Dienstag (21. November) stürzte der Bitcoin-Kurs innerhalb von zwei Stunden um 500 Dollar (etwa 420 Euro) nach unten – um dann fast in derselben Zeit wieder nach oben zu schießen. Angeblich war eine Sicherheitslücke bei einem Konkurrenten schuld daran. Zudem gilt die Währung als nicht genug reguliert. Zuletzt war der Kurs zum Wochenbeginn noch auf einem Rekordhoch von 8.200 Dollar (circa 6.920) Euro, nun (am 23. November) liegt er wieder bei knapp 7.000 Euro.

Bitcoin hat bereits einige Hoch und Tiefs hinter sich - nach der Update-Absage war er ebenfalls hart auf den Boden der Tatsachen gefallen.

Der plötzliche Höhenflug soll angeblich zustande gekommen sein, weil Anleger darauf hoffen, dass Bitcoin bald an der weltgrößten Terminbörse für Finanzderivate CME in Chicago gehandelt wird. Ob das auch JP Morgan Chase dazu bewegt hat, nochmal umzudenken, was seine Haltung gegenüber der Digitalwährung angeht? Schließlich hat die US-Großbank jetzt eine wahre 18-Grad-Drehung an den Tag gelegt.

US-Großbank JP Morgan Chase: Einst Krypto-Gegner, heute dick im Bitcoin-Geschäft?

Noch vor wenigen Monaten wetterte ihr Chef Jamie Dimon auf einer Konferenz, dass Bitcoin seiner Meinung nach reiner "Betrug" sei. Andere Investmentlegenden wie Warren Bufett und sogar der einstige "Wolf of Wall Street", Jordan Belfort, zogen nach. Man nimmt an, dass das traditionelle Finanzgeschäft das Cybergeld als aufstrebende und daher gefährliche Konkurrenz ansieht.

Doch jetzt wurde laut dem "Wall Street Journal" bekannt, dass JP Morgan in Erwägung zieht, Kunden Spekulationen auf den Bitcoin-Preis mithilfe von sogenannten Future-Kontrakten zu ermöglichen. Mit diesen könnten sich Anleger in Zukunft gegen die Preisschwankungen der Kryptowährung absichern.

Das sei ganz im Sinne von JP Morgan Chase, erklärte Finanzchefin Marianne Lake bereits im Oktober. Schließlich sei die Großbank gegenüber digitalen Währungen grundsätzlich aufgeschlossen, hieß es damals – solange sie ordnungsgemäß reguliert sind.

Experten glauben indes, dass der krasse Kurswechsel von JP Morgan damit zusammenhängt, dass die Wall-Street-Banker das Stillsitzen nicht mehr länger aushalten können - und auch noch ihr Stück vom großen Bitcoin-Kuchen abhaben wollen.

Lesen Sie auch: Mit dieser fiesen Masche zocken Kryptobetrüger jetzt zahlreiche ahnungslose Anleger ab.

jp

Diese Finanzgurus wettern gegen Bitcoin - und sagen ihm DAS voraus

Jordan Belfort, auch genannt der "Wolf of Wall Street", verriet vor kurzem in einem Interview, dass er keine Zukunft für den Bitcoin sehe. Die Kryptowährung sei dem berüchtigten Hochstapler, der wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrugs 22 Monate im Gefängnis saß, einfach zu unsicher. Der heutige Motivationstrainer investiere daher lieber in Gold. Dennoch findet er die Blockchain-Technologie dahinter sehr spannend und kann sich eine Digitalwährung an sich vorstellen, betonte er. Allerdings ausgehend von den Zentralbanken.
Jordan Belfort, auch genannt der "Wolf of Wall Street", verriet vor kurzem in einem Interview, dass er keine Zukunft für den Bitcoin sehe. Die Kryptowährung sei dem berüchtigten Hochstapler, der wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrugs 22 Monate im Gefängnis saß, einfach zu unsicher. Der heutige Motivationstrainer investiere daher lieber in Gold. Dennoch findet er die Blockchain-Technologie dahinter sehr spannend und kann sich eine Digitalwährung an sich vorstellen, betonte er. Allerdings ausgehend von den Zentralbanken. © picture alliance / dpa / Robin Van Lonkhuijsen
James "Jamie" Dimon zeigte sich vor kurzem öffentlich sehr ungehalten, als die Sprache auf den Bitcoin kam. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase hält die Kryptowährung für überbewertet und bezeichnete sie sogar als "Betrug". Außerdem drohte er Mitarbeitern, die mit dem Cybergeld Handel treiben würden, sie sofort zu entlassen, da sie "dumm" seien.
James "Jamie" Dimon zeigte sich vor kurzem öffentlich sehr ungehalten, als die Sprache auf den Bitcoin kam. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase hält die Kryptowährung für überbewertet und bezeichnete sie sogar als "Betrug". Außerdem drohte er Mitarbeitern, die mit dem Cybergeld Handel treiben würden, sie sofort zu entlassen, da sie "dumm" seien. © Pixabay
Warren Buffett gilt als einer der einflussreichsten Investoren weltweit. Doch auch der 87-jährige Milliardär hält nichts vom Bitcoin. Bereits 2014 sagte er in einem Interview mit CNBC, dass die Kryptowährung reine "Abzocke" sei. Er rät sogar, sich von dem Cybergeld fernzuhalten, da es keinen großen inneren Wert habe. Zwar ist der Kurs seitdem enorm angestiegen - dennoch investiert er lieber weiter in (Apple-)Aktien und ist nun sogar zum Hauptaktionär der Bank of America aufgestiegen.
Warren Buffett gilt als einer der einflussreichsten Investoren weltweit. Doch auch der 87-jährige Milliardär hält nichts vom Bitcoin. Bereits 2014 sagte er in einem Interview mit CNBC, dass die Kryptowährung reine "Abzocke" sei. Er rät sogar, sich von dem Cybergeld fernzuhalten, da es keinen großen inneren Wert habe. Zwar ist der Kurs seitdem enorm angestiegen - dennoch investiert er lieber weiter in (Apple-)Aktien und ist nun sogar zum Hauptaktionär der Bank of America aufgestiegen. © picture alliance / dpa / Larry W. Smith
Axel A. Weber ist seit 2012 Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS Group AG. Auch er sieht den Aufstieg von Bitcoin kritisch - und bezeichnete sie jüngst als bloße "Transaktionswährung". Doch für einen Notenbanker wie ihn müsse eine richtige Währung mehrere Funktionen erfüllen. Unter anderem müsse sie allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung und offizielles Zahlungsmittel dienen. Daher vertraue er dem Cybergeld nicht.
Axel A. Weber ist seit 2012 Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS Group AG. Auch er sieht den Aufstieg von Bitcoin kritisch - und bezeichnete sie jüngst als bloße "Transaktionswährung". Doch für einen Notenbanker wie ihn müsse eine richtige Währung mehrere Funktionen erfüllen. Unter anderem müsse sie allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung und offizielles Zahlungsmittel dienen. Daher vertraue er dem Cybergeld nicht. © picture alliance / dpa / Thomas Delley

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