"Die Höhle der Löwen"

Zwei DHDL-Deals sind geplatzt - Antwort der Gründer macht stutzig

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Die Gründer von CHEF.ONE kamen bei Jury und Zuschauern sehr gut an. Doch am Ende reichte das nicht aus.

Im Staffelfinale bekamen vier von sechs Gründer-Teams einen Zuschlag von den Löwen. Doch jetzt kam heraus: Zwei Startups sind bereits wieder abgesprungen.

Das Ende der vierten Staffel am gestrigen Dienstagabend (21. November) hatte es wieder einmal ganz schön in sich: Sechs Jung-Unternehmer stellten den Löwen ihre innovativen Geschäftsideen vor, welche diese kritisch beleuchteten. Vier von ihnen konnten nach ihrem Pitch aufatmen: Sie bekamen den erhofften Zuschlag mit den Investoren. Darunter die Bewerbungs-App Talentcube, der Fensterschnapper, die Social Dining Plattform CHEF.ONE und die Jungs vom Tasting-Probierset Tastillery.

CHEF.ONE und Tastillery: Beide Deals platzen nach Show - woran hat es am Ende gehakt?

Doch nur einen Tag nach dem grandiosen Finale stellt sich jetzt heraus: Bei letzteren beiden ist der Deal hinter den Kulissen bereits geplatzt. Beide aus Hamburg stammenden Startups haben sich gegen die (finanzielle) Unterstützung durch die Löwen entschieden. Und das, obwohl das Gründer-Team von CHEF.ONE in der Sendung 150.000 Euro absahnten und gleich zwei Investoren, Frank Thelen und Judith Williams, mit einstiegen – für 25 Prozent der Firmenanteile. Auch das Konzept von Tastillery konnte überzeugen: Löwin Dagmar Wöhrl war von der der Idee begeistert und bot 100.000 Euro für 20 Prozent der Anteile. Was war in der Zwischenzeit passiert?

Auch dieser Riesencoup ist nach der Sendungsausstrahlung geplatzt - lag es daran, dass allmählich das Geld ausgeht?

CHEF.ONE-Mitgründer Eddy Alim erklärt es gegenüber dem Hamburger Abendblatt diplomatisch: "Es gab teilweise dann doch bei den drei Parteien leicht unterschiedliche Ansichten darüber, wie Chef.ONE strategisch weiterentwickelt werden kann. Daher haben wir uns dann letztlich gemeinsam entschieden, den Deal nicht zu machen." Doch was er nicht erzählt: Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Primera soll bereits 2016 mit an Bord geholt worden sein – für 20 Prozent der Firmenanteile. Ob das wohl der Grund war, den Deal platzen zu lassen? Dabei kam die Social Dining Plattform, bei denen Hobbyköche Fremde gegen Bezahlung zu sich zum Essen einladen können, während der Show noch so gut an. Zudem soll die App schon in mehreren deutschen Großstädten gestartet sein - mit großem Erfolg.

Wird "Die Höhle der Löwen" nur noch ein PR-Aushängeschild für Gründerfirmen?

Das gleiche gilt auch für die drei sympathischen Cousins von Tastillery. Der Name ist Programm: Die Gründer stammen aus einer Winzerfamilie und bieten Tastings im privaten Rahmen an, indem sie kleine Probiersets mit Whiskey, Gin oder Rum an Kunden verschicken. Doch nur sieben Monate nach der Aufzeichnung der Sendung sind sie wieder auf sich allein gestellt. 

"Wir hatten mit den Wöhrls sehr intensive Gespräche, haben über ein riesiges Vertragswerk diskutiert. Die Chemie hat gestimmt, aber letztendlich haben wir als Gründer uns dagegen entschieden", sagt Andreas Wegelin. Dennoch betonen sie, dass es das Verhältnis zu den Löwen nicht beeinträchtig hätte. "Wir telefonieren immer mal wieder, die Wöhrls haben uns interessante Kontakte verschafft." Auch in einer zum Wöhrl-Imperium gehörenden Hotelkette werden die Tasting-Sets verkauft sowie – erstaunlicherweise – im Online-Shop von "Die Höhle der Löwen".

Das gibt allerdings zu denken – schließlich behaupten böse Zungen schon länger, dass es manchen Gründern, die es in die Show schaffen, nur darum geht, mehr Aufmerksamkeit auf sich und ihr Startup zu lenken. Dass es also primär gar nicht ihre Absicht sei, mit einem Deal nach Hause zu gehen, sondern dass sie bereits Investoren in petto haben – und rein aus Publicityzwecken ihr Geschäftsmodell einem breiten Publikum vorstellen wollen. Doch ob das bei den beiden Startups ebenfalls gilt, wissen am Ende nur sie und die Löwen selbst.

Lesen Sie auch: Immer mehr DHDL-Deals platzen - ist die beliebte Gründershow am Ende nur Fake?

jp

Fünf Tipps, wie auch Ihr Startup zum Millionenimperium wird

Tipp Nummer Eins: Obwohl der Lebensmittelbereich hart umkämpft ist, haben sich die Gibischs dafür entschieden. Schließlich ist es wesentlich einfacher, ein Produkt zu verkaufen, für das es schon eine Zielgruppe gibt, so die Gründer. Einerseits kann man so eine attraktivere Alternative zu bekannten Produkten bieten und andererseits muss man dem Kunden die Ware nicht noch erklären. Das spart Zeit und Geld.
Tipp Nummer Eins: Obwohl der Lebensmittelbereich hart umkämpft ist, haben sich die Gibischs dafür entschieden. Schließlich ist es wesentlich einfacher, ein Produkt zu verkaufen, für das es schon eine Zielgruppe gibt, so die Gründer. Einerseits kann man so eine attraktivere Alternative zu bekannten Produkten bieten und andererseits muss man dem Kunden die Ware nicht noch erklären. Das spart Zeit und Geld. © Instagram/littlelunchsoup
Tipp Nummer Zwei: Klein anfangen und das Land erobern: Die Little-Lunch-Gründer haben ihre Firma im beschaulichen Augsburg gegründet. "Die lokale Presse wurde schnell auf uns aufmerksam, viel schneller als das in Berlin bei den vielen Startups dort der Fall gewesen wäre", sagt Denis Gibisch gegenüber Gründerszene. Zudem sind die Büromieten günstig und der Arbeitsweg kurz.
Tipp Nummer Zwei: Klein anfangen und das Land erobern: Die Little-Lunch-Gründer haben ihre Firma im beschaulichen Augsburg gegründet. "Die lokale Presse wurde schnell auf uns aufmerksam, viel schneller als das in Berlin bei den vielen Startups dort der Fall gewesen wäre", sagt Denis Gibisch gegenüber Gründerszene. Zudem sind die Büromieten günstig und der Arbeitsweg kurz. © pixabay
Tipp Nummer Drei: Sich im Vorhinein umfassend über den Markt informieren, in dem man Fuß fassen will. "Der größte Fehler ist, in Verhandlungen ohne Vorwissen reinzugehen", findet Denis Gibisch. So hätten sie anfangs von Boni, Streckenlistung & Co. keine Ahnung gehabt - als sie sich damit auseinandersetzten, merkten sie schnell, dass sie von Einkäufern fast um ihr Geld gebracht worden wären. Doch ein Startup muss am Anfang bereits Gewinn abwerfen.
Tipp Nummer Drei: Sich im Vorhinein umfassend über den Markt informieren, in dem man Fuß fassen will. "Der größte Fehler ist, in Verhandlungen ohne Vorwissen reinzugehen", findet Denis Gibisch. So hätten sie anfangs von Boni, Streckenlistung & Co. keine Ahnung gehabt - als sie sich damit auseinandersetzten, merkten sie schnell, dass sie von Einkäufern fast um ihr Geld gebracht worden wären. Doch ein Startup muss am Anfang bereits Gewinn abwerfen. © dpa
Tipp Nummer Vier: Locke schnell Kunden an. Wer erfolgreich sein will, muss das Interesse der Käufer wecken. Ansonsten wird man schnell wieder aus Supermärkten und Läden aussortiert. Daher ist es ratsam, die Marke erstmal bekannt zu machen, bevor man sich an einen Händler wendet. Nutzen Sie dafür am besten soziale Netzwerke und Newsletter.
Tipp Nummer Vier: Locke schnell Kunden an. Wer erfolgreich sein will, muss das Interesse der Käufer wecken. Ansonsten wird man schnell wieder aus Supermärkten und Läden aussortiert. Daher ist es ratsam, die Marke erstmal bekannt zu machen, bevor man sich an einen Händler wendet. Nutzen Sie dafür am besten soziale Netzwerke und Newsletter. © Instagram/littlelunchsoup
Tipp Nummer Fünf: Beobachte die Konkurrenz. Schließlich will man sich mit seinem Produkt von den anderen abheben. Dazu ist es allerdings auch wichtig, flexibel zu bleiben und auch mal umzudenken und zu experimentieren. So verbessert man stets auch das eigene Produkt, um am Ende stärker als die Konkurrenz zu sein.
Tipp Nummer Fünf: Beobachte die Konkurrenz. Schließlich will man sich mit seinem Produkt von den anderen abheben. Dazu ist es allerdings auch wichtig, flexibel zu bleiben und auch mal umzudenken und zu experimentieren. So verbessert man stets auch das eigene Produkt, um am Ende stärker als die Konkurrenz zu sein. © pixabay

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