Stromwechsel lohnt sich

Krass: So sparen Sie bei Strom 114 Euro an Steuern

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Wenn die Mehrwertsteuer auf Strom nur etwas geringer wäre, würden sich deutsche Haushalte viel Geld sparen können.

Schätzungen zufolge müssten Verbraucher 3,7 Milliarden Euro weniger zahlen, wenn Strom endlich als lebensnotwendiges Gut geringer besteuert würde.

Deutsche Stromkunden zahlen jährlich 5,8 Milliarden Mehrwertsteuer auf Strom. Würden auf Strom nur sieben statt aktuell 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben, könnten Verbraucher um 3,7 Milliarden Euro entlastet werden. Das ergibt eine Berechnung der Tarifexperten von Verivox. Die Mehrwertsteuer belastet vor allem kleine Einkommen und Renten überproportional.

Stromkunden zahlen jährlich 5,8 Milliarden Mehrwertsteuern

Demnach zahlen deutsche Stromkunden für einen bundesweiten Gesamtverbrauch von etwa 128,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) aktuell rund 5,8 Milliarden Euro Mehrwertsteuer pro Jahr.

Bei einem verringerten Steuersatz von sieben Prozent wären es nur 2,1 Milliarden Euro – das wäre schließlich eine Entlastung für deutsche Haushalte von insgesamt 3,7 Milliarden Euro.

Erfahren Sie hier, wer die vier größten Stromversorger Deutschlands sind.

Eine Familie könnte zehn Prozent der Stromkosten sparen

"Die Steuerlast trifft vor allem Haushalte mit kleineren Einkommen und Renten, weil Strom- und Mehrwertsteuer nicht progressiv erhoben werden, wie etwa die Einkommenssteuer", erklärt Mathias Köster-Niechziol, Energie-Experte von Verivox.

Das heißt konkret: Würde Strom wie andere lebensnotwendige Güter mit nur sieben Prozent besteuert, könnte eine Familie mit 4.000 kWh Jahresverbrauch durchschnittlich rund zehn Prozent (114 Euro) ihrer Stromkosten einsparen.

Doch noch immer befinden sich laut Bundesnetzagentur viele Haushalte in teuren Stromverträgen und verschenken so Milliarden. Würden diese Haushalte zu einem günstigeren Anbieter wechseln, summierte sich die Ersparnis auf rund neun Milliarden Euro.

Der Strompreis soll sogar gestiegen sein - welche anderen Güter ebenfalls bald teurer werden sollen, erfahren Sie hier.

Lebensnotwendige Güter: Strom zählt bis jetzt noch nicht dazu

Auf der Liste der "Güter des lebensnotwendigen Bedarfs", die mit der Steuerreform von 1967 entstanden ist, fehlt Strom jedoch. Neben Lebensmitteln wie Gemüse, Fleisch oder Milch sind dort auch Produkte wie Schnittblumen, rohe Knochen oder Münzsammlungen aufgeführt.

"Ein Leben ohne Kühlschrank, Handy oder elektrisches Licht ist schwer möglich. Strom kann daher mit gutem Recht als lebensnotwendiges Gut bezeichnet werden", kommentiert Köster-Niechziol.

Strom sparen: Anbieter besser schnell wechseln?

Dennoch besteht über die Hälfte des Strompreises mittlerweile aus Steuern, Umlagen und Abgaben. An der Steuerpolitik werden Verbraucher zwar kaum etwas ändern können, wohl aber an ihrem Stromtarif.

"Familien, die das erste Mal wechseln, sparen durchschnittlich rund 400 Euro im Jahr, wenn sie in den günstigsten Tarif mit fairen Vertragsbedingungen wechseln. Daher raten wir jedem Verbraucher, seinen aktuellen Tarif unter die Lupe zu nehmen", erklärt Köster-Niechziol.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Lohnt sich ein Stromwechsel finanziell überhaupt?

Die Angaben zum Energieverbrauch basieren auf den Daten der AG Energiebilanzen e.V. für das Jahr 2015.

Lesen Sie hier auch, ob die neuen, günstigen Ökostromtarife von Lidl & Co. laut Stiftung Warentest wirklich gut sein sollen.

Auch interessant: Wie Sie bei Ihren Nebenkosten viel Geld sparen können.

Ökostrom-Förderung wird umgestellt: Mehr Wettbewerb

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Blick in einen gigantischen Solarstromspeicher in Schwerin: Hier sollen die natürlichen Schwankungen der erneuerbaren Energien abgepuffert werden. Foto: Jens Büttner/Archiv
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Vier große Biogastanks liefern der "Bio-Käsemanufaktur" in Teningen die nötige Energie. Foto: Patrick Seeger/Archiv
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Frisch gehäckselter Mais wird auf dem Gelände einer Biogasanlage zu einem Hügel aufgeschoben und verdichtet. Die Maissilage dient später der Biogaserzeugung. Foto: Philipp Schulze/Archiv
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Energiebörse EEX in Leipzig. Foto: Jan Woitas/Archiv
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Die seit Jahren geltenden festen Fördersätze für Strom aus Erneuerbaren Energien sollen ab 2017 in großen Teilen abgeschafft werden. Foto: Stefan Sauer/Archiv
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