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200 Euro für 18-Jährige: Bund verschenkt KulturPass – denn Corona hinterlässt Spuren

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Von: Jasmin Farah

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Theater, Kulturbetriebe, Museen: Sie alle haben unter den Coronajahren sehr gelitten. Die Ampelkoalition will sie nun unterstützen – und schenkt jungen Leuten einen KulturPass im Wert von 200 Euro.

Der Haushalt für 2023 steht: Allerdings wurde ein weiteres Förderpaket aufgenommen, das vor allem junge Leute freudig stimmen dürfte. Sie bekommen zum Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk von der Ampelkoalition im neuen Jahr spendiert: den KulturPass. Der soll eigentlich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen.

200 Euro extra: Bund verschenkt Kulturgeld an alle 18-Jährigen

Einerseits sollen auf diese Weise Kultur- und Veranstaltungsbetriebe unterstützt werden, die unter den Coronajahren sehr gelitten haben. Das gilt allerdings auch für hunderttausende Jugendliche, die im Lockdown auf vieles verzichten mussten. Mit dem KulturPass soll es ihnen ermöglicht werden, wieder am kulturellen Leben teilzunehmen und einander mit Gleichaltrigen im realen Leben auszutauschen. Doch wie kommt das Geld bei ihnen an?

Eine Person hält die Hand auf, als es einen Bündel Geld sieht.
Nein, die Einmalzahlung über 200 Euro gibt es nicht in bar, sondern als Guthaben per App. © Imago/Ute Grabowsky

Die Umsetzung ist noch nicht vollständig geklärt. Geplant ist aber, dass es diejenigen hierzulande erhalten sollen, die im Jahr 2023 ihren 18. Geburtstag feiern. Die Bundesregierung stellt für das Pilotprojekt 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Dabei wird das Geld für den KulturPass nicht überwiesen oder bar ausgezahlt, sondern über eine App freigeschaltet. Das dann darauf befindliche Guthaben im Wert von 200 Euro kann zwei Jahre lang in folgenden Kulturstätten laut Kulturstaatsministerin Claudia Roth (67, Die Grünen) ausgegeben werden.

200 Euro extra per App: Doch zieht das Betrüger an?

Es sind allerdings noch einige Fragen offen: Es ist zum Beispiel noch nicht offiziell, welche Partner an dem Programm teilnehmen. Ist es allerdings erfolgreich, könne man sich vorstellen, das Modell auch auf Jugendliche unter 18 Jahren ausweiten, heißt es weiter. Der KulturPass ist allerdings keine neue Idee, es gibt ihn bereits seit Jahren auch in Frankreich, wo er sehr erfolgreich ist.

Zudem gibt es Experten, die die Umsetzung kritisch sehen. Die App dafür zu entwickeln sei nicht schwer, aber mit viel Bürokratie verbunden, meint etwa das Verbraucherportal Chip Online, damit sie bei allen teilnehmenden Kultureinrichtungen eingesetzt werden kann und die Abrechnung auch wirklich funktioniert. Hinzukommt das Problem des Datenschutzes, aber auch wie die Registrierung und Authentifizierung überprüft wird.

Schließlich fördern Softwarelücken Betrüger, die sich den Kulturpass erschleichen könnten. Dies hatte bereits die „ID Wallet“ der vorherigen Bundesregierung zum Scheitern gebracht, da es die App des Experten zufolge Hackern leicht machte, Ausweisdaten zu stehlen. Diese wurde daraufhin aus den Stores zurückgezogen; wann sie wieder kommt, ist ungewiss.

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