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Steuererklärung: Welche Nebenkosten Sie von der Steuer absetzen können

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Wer Nebenkosten nicht in der Steuererklärung angibt, macht einen Fehler: Denn fast immer kann man sich eine größere Summe zurückholen.

Den meisten graut es wohl vor der jährlichen Steuererklärung. Komplizierte Bürokratie und schwer verständliche Dokumente schrecken zahlreiche Verbraucher ab und sorgen dafür, dass viele Menschen ihre Steuererklärung lieber gar nicht erst einreichen, statt entstandene Kosten geltend zu machen. Dabei lohnt es sich beispielsweise enorm, die Nebenkostenabrechnung bei der Steuererklärung zu berücksichtigen.

Wer im letzten Jahr Reparatur- oder Wartungsarbeiten an Haus oder Wohnung bezahlen musste, könnte nämlich eine Rückerstattung in Höhe von mehreren tausend Euro erhalten. Dabei gibt es jedoch einige wichtige Dinge zu beachten. Von der Steuer absetzbar sind nämlich ausschließlich ausgewählte Handwerkerarbeiten und sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen. Darunter fallen Renovierungsarbeiten am Objekt ebenso Reinigungs- und Winterdienste sowie Gartenarbeiten. Allerdings sind auch hier nicht alle Kostenpositionen abgedeckt. Wer Geld vom Finanzamt zurückbekommen will, sollte sich also unbedingt über die einzelnen Regelungen informieren. In welchen Fällen es sich beispielsweise für Studierende lohnt, eine Steuererklärung abzugeben, lesen Sie hier. Was man dagegen als Rentnerin bzw. Rentner bei der Steuererklärung beachten muss, erfahren Sie hier.

Steuererklärung: Grundlegende Gesetze zur Angabe der Nebenkosten

Das Einkommenssteuergesetz regelt, was in der jährlichen Steuererklärung abgesetzt werden kann und was nicht. Wer seine Dokumente ohne die Hilfe eines Steuerberaters vorbereitet, der lässt sehr wahrscheinlich einiges an Geld beim Staate liegen. Denn unter anderem die gezahlten Nebenkosten können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Bis zu 20 Prozent bestimmter Nebenkosten werden potenziell von der Einkommenssteuer abgezogen, wobei dafür klar formulierte Regeln gelten: Es muss sich um haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen handeln, die ihre festgesetzten Höchstbeträge nicht überschreiten.

Nebenkostenabrechnung Formular und Taschenrechner
Geben Sie Ihre Nebenkostenabrechnung bei der Steuererklärung an? (Symbolbild) © Blickwinkel/Imago

Bei haushaltsnahen Dienstleistungen handelt es sich um alles rund um Haus und Garten: Reinigung des Gebäudes und der Fenster, Gartenarbeiten und Winterdienste, sowie Schädlingsbekämpfung oder die Finanzierung eines Hauswarts. Auch durch Handwerkerleistungen entstandene Kosten können am Ende des Jahres in der Steuererklärung angegeben werden. Allerdings können nicht alle Reparaturen abgesetzt werden. Vor allen Dingen eher seltene Wartungsarbeiten, beispielsweise an Heizungsanlagen, Feuerlöscher, Fahrstuhl, Schornstein und anderen benötigten und gemeinschaftlich genutzten Teilen des Hauses, können als Nebenkosten angegeben werden. Auch einmalige Reinigungsaktionen der Dachrinne oder des Abflusses, ebenso wie die Beseitigung von Graffiti, gehören zu den Handwerkerkosten, die von der Steuer abgesetzt werden können.

Steuererklärung: Weitere Infos zur Angabe der Nebenkosten

Leider ist die Angabe der Nebenkosten — wie für die Steuererklärung üblich — nicht immer ein einfaches Unterfangen. Denn nicht alle einzelnen Positionen der entstandenen Betriebskosten können bei der jährlichen Abgabe geltend gemacht werden. Die Arbeitskosten für Handwerkereinsätze und andere Dienstleistungen müssen beispielsweise ohne Mehrwertsteuer angegeben werden. Material-, Liefer-, oder Warenkosten sind steuerlich nicht absetzbar. Maschinenkosten, Fahrtkosten sowie Kosten für Verbrauchsmittel und Entsorgung dagegen können in den Arbeitskosten mit berechnet werden. Die regelmäßige Müllentsorgung und Hausverwaltung wiederum muss vollständig vom Verbraucher selbst getragen werden.

Für Mieterinnen und Mieter gelten ähnliche Regelungen bei eigenständig in Auftrag gegebenen Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten. Es können allerdings ausschließlich Handwerkerkosten, die das Mietobjekt selbst betreffen, in der Steuererklärung angegeben werden. Dazu zählen beispielsweise Reparaturen an Dach, Fassade, Bodenbelägen, Wänden, Türen und Fenstern. Besonders wichtig ist, schon bei der Rechnungsausstellung für in Auftrag gegebene Arbeiten an die kommende Steuererklärung zu denken. Die verschiedenen Kostenpositionen müssen im Beleg erkennbar ausgewiesen sein, da das Finanzamt nur so die Höhe der Erstattung festlegen kann. Achtung: Wer seine Handwerker in bar bezahlt, wird eine böse Überraschung erleben. Denn das Finanzamt akzeptiert ausschließlich per Überweisung oder Lastschrift beglichene Kosten.

Nebenkosten in der Steuererklärung: Wie viel Geld kommt am Ende dabei raus?

Insgesamt können Handwerkerkosten in Höhe von 6.000 Euro in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Der Höchstbetrag der potentiellen Erstattung liegt dementsprechend bei 1.200 Euro. Haushaltsnahe Dienstleistungen dagegen könnten sich als echte Goldgrube erweisen: Hier dürfen Steuerzahler Kosten in Höhe von bis zu 20.000 Euro in ihrer Steuererklärung geltend machen. Sollten diese komplett vom Finanzamt anerkannt werden, ergibt sich daraus eine Rückzahlung in Höhe von 4.000 Euro. Durch die Angabe der Betriebs- und Nebenkosten können jährlich also bis zu 5.200 Euro steuerlich abgesetzt werden. Heizkosten sind leider nur bedingt für eine Rückzahlung geeignet. Denn ausschließlich einmalige Arbeiten in Zusammenhang mit der Heizungsanlage können in der Steuererklärung angegeben werden. Verbrauchskosten sind aus den Erstattungen ausgeschlossen.

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