Pflegebedürftige Angehörige

Experte verrät: So finden Sie die perfekte – und bezahlbare – Pflegekraft

Stehen Sie als Angehöriger eines pflegebedürftigen Menschen vor der Frage, wer sich kümmern und wie man die Pflege finanzieren soll? Ein Brancheninsider gibt wertvolle Tipps.

Wenn die eigenen Eltern oder andere Angehörige pflegebedürftig werden, steht man neben der emotionalen Belastung häufig auch vor vielen Fragen und ganz alltäglichen Problemen. Was tun, wenn man selbst nicht oder nicht mehr dazu in der Lage ist, sich um Pflegebedürftige zu kümmern?

Wie findet man die richtige Betreuungskraft? Wie teuer ist die Pflege Angehöriger? Welche finanziellen Unterstützungen stehen einem zu? Der Pflegeexperte und Gründer der Vermittlungsplattform Marta, Philipp Buhr, weiß Rat zu den wichtigsten Fragen in Sachen 24-Stunden-Betreuung.

Welche unterschiedlichen Formen der Pflege Angehöriger gibt es?

Zunächst einmal wird die pflegebedürftige Person aufgrund körperlicher und/oder geistiger Einschränkungen in einen Pflegegrad eingestuft. Während es sich bei der Pflegestufe 1 um den niedrigsten Grad an Pflegebedürftigkeit handelt, erhalten Menschen mit dem höchsten Pflegegrad 5 die größtmögliche Unterstützung im Alltag. Entscheidend sind neben der Mobilität auch kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen. Auch die finanzielle Unterstützung durch das Pflegegeld richtet sich nach dem Pflegegrad der Betroffenen. Aktuell liegt diese dem Experten zufolge zwischen 316 Euro und 901 Euro monatlich.

Wenn Sie einen Angehörigen pflegen oder dessen Pflege organisieren, haben Sie verschiedene Möglichkeiten – und das Recht auf finanzielle Unterstützung.

Man unterscheidet ganz grundsätzlich zwischen stationärer und häuslicher Pflege. Neben dem klassischen ambulanten Pflegedienst, der laut Buhr zwischen 500 Euro und 2.500 Euro pro Monat kostet, gibt es auch die Möglichkeit der 24-Stunden-Betreuung.

Die 24-Stunden-Betreuung bietet sich insbesondere dann an, wenn die pflegebedürftige Person Unterstützung im Alltag benötigt und eine Betreuung ohne Zeitdruck erwünscht ist.

Philipp Buhr, Pflegeexperte und Gründer der Vermittlungsplattform Marta

In der stationären Pflege gibt es dem Experten zufolge Modelle auf Zeit und langfristige Optionen, bei denen die Kosten im Durchschnitt bei 2.125 Euro liegen. Hinzu kommen im Pflegeheim oftmals Kosten für ein Einzelzimmer oder etwaige Komfortleistungen, die stark abhängig vom Pflegeheim sind und teilweise den Kostenrahmen um ein Vielfaches erhöhen.

Nicht ins Pflegeheim: Wie viel kostet die Pflege zuhause?

Im Durchschnitt kostet eine häusliche Betreuung monatlich 2.500 Euro. Die Zahl schwankt jedoch je nach Anzahl der Personen, die im Haushalt leben, sowie dem Pflegeaufwand und den Erwartungshaltungen an die Betreuungskraft. Neben den Kosten für die Betreuung selbst sollten eine kostenfreie Unterkunft, das bedeutet laut Experte ein abschließbares Zimmer, und Verpflegung gestellt werden.

Da die häusliche Pflege durch eine 24-Stunden-Betreuungskraft als private Dienstleistung gilt, erhalten Sie weiterhin das volle Pflegegeld und können zudem von Steuervorteilen profitieren. Bei Maximierung der finanziellen Unterstützungen und einem Pflegegrad 3 ist beispielsweise laut Buhr mit einem monatlichen Aufwand von 1.500 Euro zzgl. der Kost und Logis zu rechnen.

Man muss nicht unbedingt pflegebedürftig sein, um bestimmte finanzielle Ansprüche in Gesundheitsfragen einfordern zu können. Haben Sie schon einmal etwas vom Präventionsbudget gehört? Aufgrund dessen haben Sie Anspruch darauf, dass Ihre Krankenkasse Ihnen Apps für Ihre mentale Gesundheit finanziert.

Diese finanzielle Unterstützung steht Ihnen für die individuelle Pflege zu

  • Pflegegeld: je nach Pflegegrad zwischen 316 Euro und 901 Euro monatlich
  • Pflegesachleistungen: 724 Euro bis 2.095 Euro monatlich
  • Verhinderungspflegebudget: bis zu 1.612 Euro jährlich

Außerdem können Sie laut Experte die Kosten für eine Pflegekraft als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen. Bis zu 20.000 Euro jährlich können Sie zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung von der Steuer absetzen und somit 4.000 Euro pro Jahr sparen. Schon gewusst: auch Kosten für den Schornsteinfeger können Sie von der Steuer absetzen.

Die Zeit vor dem Euro: Wer kennt diese Währungen noch?

Belgische Franc
Vor dem Euro und zwar von 1832 bis 2001 war die Währung Belgiens der Belgische Franken bzw. Belgische Franc. © Johan/Imago
Belgische Franken
Während er in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Franken genannt wurde, war er in Deutschland und Österreich meist als Franc bekannt. 1 Franc ergab 100 Centimes. © Paolo77/Imago
D-Mark-Scheine und Pfennigmünzen
Diese Scheinchen und Münzen dürften Ihnen bekannt vorkommen. Haben Sie noch D-Mark und Pfennig zuhause? © Imago
Estnische Krone
Von 1928 bis 1940 und von 1992 bis 2010 war die Estnische Krone die Währung Estlands. In der Zeit dazwischen war Estland von der Sowjetunion annektiert worden – zur gemeinsamen Währung wurde der Sowjetische Rubel. Seit dem Beitritt Estlands am 1. Januar 2011 in die Europäische Währungsunion zahlt man in dem baltischen Staat mit Euro. © Johan/Imago
Finnische Mark
Die Finnische Bank tauschte noch bis Ende Februar 2012 Finnische Mark und Pfennig in Euro um. Seitdem hat die Währung, die umgangssprachlich in Deutschland auch Finnmark genannt wurde, nur noch Sammlerwert.  © Janusz Pienkowski/Imago
Französische Franc
Der Französische Franc, ehemalige Währung in Frankreich, zirkulierte auch in Monaco parallel zum Monegassischen Franc und war einziges gesetzliches Zahlungsmittel in Andorra. © Marek Uliasz/Imago
Monegassischer Franc
Der Monegassische Franc des Fürstentums Monaco war paritätisch an den Französischen Franc gebunden und auch in Frankreich gesetzliches Zahlungsmittel, da eine Währungsunion zwischen Monaco und Frankreich besteht. © Ivan Vdovin/Imago
Griechische Drachme
Die Drachme gilt als älteste Währungseinheit der Welt, denn schon in der Antike zahlte man mit Drachmen. Mit der Einführung des Euro ging in Griechenland eine Ära zu Ende. © CSP_majaan/Imago
Irischer Pfund
Beim Irischen Pfund galt, ebenso wie beim Britischen Pfund, 100 Pence = 1 Pfund. © Schöning/Imago
Italienische Lira
Mit Italienischer Lira bezahlte man vor der Einführung des Euro in Italien, San Marino und in der Vatikanstadt. © Imago

Wie finde ich eine bezahlbare Pflegekraft für meine Eltern oder andere Angehörigen?

Der Gründer der Vermittlungsplattform Marta empfiehlt, auf Kostentransparenz, gute Kommunikation und eine Prüfung der Qualifikation von Pflegekräften zu achten. Marta.de bietet Pflegesuchenden beispielsweise die Möglichkeit, direkt mit Betreuungskräften in Verbindung zu treten. Diese haben Buhr zufolge ein eigenes Profil auf der Plattform und geben transparent Auskunft über ihre Fachkenntnisse und Präferenzen.

Das Unternehmen führt eigenen Angaben nach Interviews und Hintergrundchecks mit den Betreuungskräften vor Ort durch und kümmert sich um Versicherung und Legalität der Anstellung. Durch den Verzicht auf weitere Vermittlungsunternehmen können durch diesen direkten Weg der Anstellung Kosten für alle Seiten gespart werden. (jn)

Rubriklistenbild: © gpointstudio/Imago

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