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Sofortrente: Eine bequeme Renten-Variante, aber nicht für jeden geeignet – neun Punkte, ob sie sich für Sie lohnen könnte

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Von: Anna Heyers

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Einmal einzahlen und für den Lebensabend Zahlungen bekommen – immer mehr Ältere entscheiden sich für die sogenannte Sofortrente. Doch für wen lohnt sich das wirklich?

Viele Menschen möchten sich, gerade im Alter, nicht mit dem Verwalten des Vermögens auseinandersetzen. Genau für diejenigen ist die Sofortrente gedacht. Man zahlt einmal einen hohen Betrag in die Rentenversicherung ein. Quasi sofort danach können die Rentenauszahlungen dann schon beginnen – und das bis zum Lebensende. Und das Beste an dieser Variante: Nach der Einmalzahlung muss man sich im Grunde um nichts mehr kümmern.

Die Stiftung Warentest hat kürzlich 20 verschiedene Sofortrenten-Angebote geprüft und dabei festgestellt, dass die Höhe der aktuellen monatlichen Rentenauszahlungen recht bescheiden ist. Legt das Versicherungsunternehmen das Geld jedoch für seine Kunden gewinnbringend an (und zahlt eine Überschussbeteiligung), könnte sich das in Zukunft ändern.

Rente bis ans Lebensende: Wie funktioniert die Sofortrente?

Die Sofortrente ist eine Form der privaten Altersvorsorge. Dabei wird einmalig eine höhere Summe in die Rentenversicherung eingezahlt. Dieser Betrag könnte beispielsweise aus einer abgelaufenen Lebensversicherung oder einer Erbschaft stammen. Aus diesem „Einmalbeitrag“ errechnet der Versicherer dann eine monatliche Rente mit einem bestimmten Betrag aus. Diese ist garantiert bis zum Lebensende.

Die Sofortrente wird auch Leibrente genannt, da sie ans eigene Leben gekoppelt ist. Vorteil: Man muss sich keine Gedanken darum machen, in 20 Jahren kein Geld zu haben. Nachteil: Versicherer rechnen in der Regel damit, dass ein Alter über 90 erreicht wird. Je nach Höhe des Einmalbeitrags fällt die monatliche Rentenzahlung eher gering aus. Übrigens: Zahlungen für die Altersvorsorge lassen sich meist von der Steuer absetzen.

Für wen lohnt sich die Sofortrente?

Die Sofortrente kann sich als sinnvoll für diejenigen erweisen, die etwa eine Rentenlücke schließen möchten und dazu ein dauerhaftes Einkommen benötigen. Auch für Anleger, die kein Bedürfnis danach haben, sich um das Ersparte zu kümmern, könnte die Sofortrente ein attraktives Angebot sein.

Älteres Pärchen lacht im Schnee an einem sonnigen Tag.
Spaß und Freude auch im Alter – und das am besten ohne Geldsorgen. Die Sofortrente kann da ein gutes Mittel sein. © agefotostock/Imago

Treffen die folgenden Punkte auf Sie zu? Dann kann sich eine Sofortrente durchaus für Sie lohnen:

  1. Um Ihren gewünschten Lebensstandard zu finanzieren, reicht Ihr derzeitiges (lebenslanges) Einkommen noch nicht aus.
  2. Sie sind fit, gesund und erwarten, lange zu leben.
  3. Sie haben einen größeren Geldbetrag auf dem Konto (durch ausgezahlte Lebensversicherung o.ä.).
  4. Sie möchten kaum bis keine Einkommensschwankungen.
  5. Wichtiger als Rendite ist Ihnen die finanzielle Sicherheit.
  6. Sie möchten sich, besonders im Alter, nicht selbst um die Vermögensanlage kümmern.
  7. Einbußen sind annehmbar, falls man später doch eine Kapitalzahlung machen möchte.
  8. Ihr Fokus liegt nicht auf der Absicherung von Hinterbliebenen oder Erben.
  9. Sie bekommen neben der gesetzlichen Rente keine Zusatzrente (z.B. Betriebsrente).

Rente: Wie viel ist bei der Sofortrente garantiert?

Die Experten der Stiftung Warentest haben mit einer 65-jährigen Kundin (Erika Mustermann) gerechnet, die einen Einmalbetrag von 100.000 Euro in die Sofortrente investiert hat. Mit diesem Geld „kauft“ sie sich ein zukünftiges monatliches Extraeinkommen.

Sofortrente bei einem Lebens­versicherungs­unternehmen

Die Sofortrente bei einem Lebensversicherungsunternehmen deckt das sogenannte Langlebigkeitsrisiko ab. Das heißt: Auch, wenn die zugesagten Renten (bei Vertragsabschluss) nicht gerade hoch sind, fließen sie bis zum Lebensende des Kunden. Ganz egal, wie alt dieser wird.

Erika Mustermann bekommt in diesem Beispiel mit ihrer Zahlung eine garantierte Mindestrente zwischen 258 und 284 Euro. Hätte sie einen höheren Einmalbetrag gewählt, wäre die monatliche Rente ebenfalls höher. Bei einem niedrigeren Betrag, der auch möglich wäre, fiele die Rente ebenfalls niedriger aus.

Ist die Sofortrente an ein bestimmtes Alter gekoppelt?

Nein. Zumindest ist das Sofortrentenalter nicht abhängig vom Eintritt in die eigentliche Rente. Ein Vertrag kann auch dann abgeschlossen werden, wenn der Kunde jünger – oder aber älter – als 65 Jahre ist.

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Was kann eine Alternative zur Sofortrente sein?

Wer seine Vermögensanlage nicht aus der Hand geben möchte, hat in einem flexiblen und jederzeit anpassbaren Auszahlplan mit Aktien-ETF eine Alternative zur Sofortrente. Dabei fährt man im Grunde zweigleisig zwischen regelmäßigen Entnahmen aus (risikoreichen) Aktienfonds und (sicherem) Tagesgeld-Investment. Je nachdem wie gut es an den Kapitalmärkten läuft, kann sich der Auszahlplan als sehr lukrativ darstellen. Wer auf Nachhaltigkeit achtet, kann dies auch bei ETF-Fonds berücksichtigen und die wählen, die ethisch-ökologisch handeln.,

Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es – und welche passen auf Sie?

Die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung (DRV) informieren Sie kompetent und neutral über verschiedene Vorsorgemöglichkeiten. So können Sie entscheiden, welche davon für Sie die Sinnvollste ist. Die persönliche Beratung der DRV zur Altersvorsorge ist kostenlos.

Läuft es nicht so gut, wäre allerdings die Sofortrente eine bessere Wahl gewesen. Viele Interessierte wählen daher gern das Beste aus zwei Welten: Der Auszahlplan übernimmt die ersten Ruhestandsjahre, die Sofortrente die danach.

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