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Rentner in Deutschland erhalten immer länger Ruhebezüge – Experten nennen dafür wichtigen Grund

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Von: Anne Hund

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Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten zusehends länger Ruhebezüge. Die durchschnittliche Bezugsdauer aller Renten stieg im Jahr 2020 sogar auf folgenden Wert.

Rentner in Deutschland bekommen zusehends länger Ruhebezüge. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die durchschnittliche Bezugsdauer aller Renten* stieg 2020 auf 20,2 Jahre, wie die Deutsche Rentenversicherung am 3. August mitgeteilt habe. Noch zehn Jahre zuvor waren es dem dpa-Bericht zufolge 18,5 Jahre gewesen. Bei Männern verlängerte sich die Rentenbezugsdauer demnach in dieser Zeitspanne von 16,2 auf durchschnittlich 18,5 Jahre – bei Frauen von 20,9 auf 22,0 Jahre, schreibt dpa. Im Jahr 2019 waren es bei Rentnern im Schnitt 18,2 Jahre und bei Rentnerinnen 21,7 Jahre gewesen. Ein wichtiger Grund für die Entwicklung sei die längere Lebenserwartung.

Rentenbezugsdauer in Deutschland steigt

Zuvor hatte auch die „Bild“-Zeitung (Dienstag) über die längere Bezugsdauer von Altersrenten ohne Erwerbsunfähigkeits- und Witwenrenten berichtet. Ein Sprecher hob die Anpassungsfähigkeit der umlagefinanzierten Rentenversicherung hervor. Sie werde auch künftig stabil bleiben, wenn sie immer wieder an aktuelle Herausforderungen angepasst werde. Eine gute wirtschaftliche Entwicklung und ein starker Arbeitsmarkt seien die Basis für eine weiterhin positive Entwicklung der Rentenversicherung.

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Debatte über Reform des Rentensystems

Der kräftige Anstieg der sogenannten Rentenbezugsdauer könnte die Debatte über eine Reform des Rentensystems befeuern, heißt es in einem Bericht von Spiegel Online (3. August). Das umlagefinanzierte Rentensystem stoße immer mehr an seine Grenzen. Um es noch finanzieren zu können, steige von 2012 bis 2031 das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Zugleich wird jedoch auch die Zeit des Rentenbezugs immer länger, wie nun die Zahlen zeigen.

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Das Ifo-Institut hatte zuletzt vor einer Überlastung des Bundesetats durch die Renten gewarnt und für eine weitere Erhöhung des Rentenalters plädiert. Ohne Korrekturen müssten 2050 fast 40 Prozent des Bundeshaushalts in die Rentenkassen fließen, erklärten die Wirtschaftsforscher. Und, so das von ihnen geschilderte Szenario: Würden die bereits jetzt absehbaren Zusatzkosten der Rentenversicherung nur über die Mehrwertsteuer finanziert, müsste der Steuersatz bis 2030 auf 23 Prozent und bis 2050 auf 27 Prozent steigen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat ein solches Szenario der Wirtschaftsforscher derweil heftig kritisiert. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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