Darf ich sie behalten?

User bekommt Tausende Bitcoins "geschenkt" - so reagierte er

+
Wer plötzlich fremde Bitcoins bei sich findet, wundert sich im ersten Moment. Doch was damit anfangen?

Was für ein Glücksfall: Mehrere Internet-User berichten jetzt, dass sie aus dem Nichts Tausende Bitcoins geschenkt bekommen haben. Doch darf man die behalten?

Was passiert eigentlich, wenn man Bitcoins verschusselt? Oder das Handy mit Coins drauf gestohlen wurde? Das fragen sich sicherlich einige sorgenvolle Nutzer ab und an. Doch auch umgekehrt stellt sich die Frage: Was ist, wenn jemand Bitcoins an den falschen Account geschickt hat – und zwar an den meinigen? Darf ich diese dann behalten – oder werde ich bestraft, wenn ich sie nicht zurückgebe?

Bitcoins in Millionenhöhe "geschenkt" bekommen - darf ich sie behalten?

Dieser Gedanke trieb auch einen anonymen Nutzer um, als er auf dem US-Frage-Portal Quora aufgeregt postete, dass er angeblich einfach so satte 18.500 Bitcoins im Wert von 66,6 Millionen Euro erhalten habe. Der Glückspilz wusste allerdings nicht, von wem. Ein anderer User behauptete auf der Plattform ebenfalls, dass er aus dem Nichts 2.042 Bitcoins (etwa 7,3 Millionen Euro) bekommen habe.

Beide sollen laut Gründerszene auf dem Frage-Portal um Rat gefragt haben, was sie jetzt damit tun sollen. Schließlich ist es oftmals wegen der verschlüsselten Blockchain-Technologie dahinter schwer, den Besitzer ausfindig zu machen. Dennoch bleibt fraglich, ob sich diese Transaktionen wirklich so zugetragen haben, schließlich geht es hier um verdächtig hohe Summen.

Nichtsdestotrotz kamen ihnen andere Quora-Nutzer sofort zu "Hilfe" – und rieten ihnen, mit dem Geld unterzutauchen. Sofern der vorherige Besitzer eventuell in kriminelle Machenschaften verwickelt war. Denn Forscher haben allerdings 2014 bei bis zu 60 Prozent der untersuchten Bitcoin-Transaktionen die IP-Adresse – und somit den genauen Standort - herausfinden können. Und das könnte auch dem ursprünglichen Besitzer gelingen.

Auch interessant: Wenn Sie auf diesen Bitcoin-König hören, werden Sie reich.

Rechtliches Vorgehen: "Geschenkte" Bitcoins müssen versteuert werden

Doch wie sieht es eigentlich rechtlich aus? Wenn ich Bitcoins zufällig erhalte, gehören sie dann mir? "Nein", sagt Florian Gatz, IT-Rechtsanwalt und Präsident des Bundesverbands Blockchain gegenüber Gründerszene. "Es handelt sich um einen Fall von ungerechtfertigter Bereicherung. Es gibt einen Herausgabeanspruch nach § 812 BGB."

Doch wie zurückgeben, wenn der Versender doch nicht mehr auffindbar ist? Schließlich sind manche Sende-Adressen nur kurze Zeit gültig. Und eine Rücküberweisung könnte für beide Seiten böse ins Auge gehen – indem Bitcoins verloren gehen. Wenn der Anspruch des Versenders mangels Identifizierbarkeit verfällt, so Gatz, "sollte der Betrag natürlich versteuert werden. Eventuell kann man es als Handschenkung definieren."

Schock: Sind Bitcoins am Ende wirklich nur etwas für Superreiche?

So umgehen Sie eine Versteuerung von Bitcoins

Doch so einfach ist das nicht: Zwar könne man dies wie eine unentgeltliche Zuwendung, zum Beispiel wie ein Weihnachtsgeschenk, betrachten. Doch da Bitcoins in Deutschland nicht als offizielles Zahlungsmittel durchgehen, sondern als Fremdwährung gelten, muss eine andere Strategie her. Und die lautet folgendermaßen: Sie warten ein Jahr ab und verkaufen dann die "geschenkten" Bitcoins.

Erst zu diesem Zeitpunkt gelten Gewinne aus dem Handel mit Bitcoins für Privatpersonen nämlich grundsätzlich als steuerfrei. Ansonsten droht eine Versteuerung – und die kann wie im Falle einer Schenkung von 18.500 Bitcoins in Millionenhöhe ausfallen. Schließlich liegt der gesetzliche Freibetrag für sogenannte Spekulationsgeschäfte bei gerade mal 600 Euro.

Lesen Sie auch: Dieser 18-jährige Bitcoin-Millionär sagt Unglaubliches über die Zukunft der Kryptowährung voraus.

jp

Das sind die fünf angesagtesten Kryptowährungen der Welt

Bitcoin ist nach wie vor die Nummer Eins unter den Kryptowährungen. Bitcoin erlebte vor Kurzem ein Allzeithoch und knackte die 4.000 Dollar-Marke (etwa 3.350 Euro). Doch andere Cyber-Währungen drängen nach vorne.
Bitcoin ist nach wie vor die Nummer Eins unter den Kryptowährungen. Bitcoin erlebte vor Kurzem ein Allzeithoch und knackte die 4.000 Dollar-Marke (etwa 3.350 Euro). Doch andere Cyber-Währungen drängen nach vorne. © pixabay
So hat es Ethereum geschafft, sich den zweiten Platz zu ergattern. Auf Online-Handelsplätzen versucht es, Bitcoin die Poleposition streitig zu machen. Der aktuelle Ether-Kurs beläuft sich auf 260 Dollar (circa 215 Euro).
So hat es Ethereum geschafft, sich den zweiten Platz zu ergattern. Auf Online-Handelsplätzen versucht es, Bitcoin die Poleposition streitig zu machen. Der aktuelle Ether-Kurs beläuft sich auf 260 Dollar (circa 215 Euro). © Twitter/Ethereum Bidder
Litecoin, kurz LTC genannt, gibt es seit Oktober 2011. Auch diese Kryptowährung bedient sich der Blockchain-Technologie wie Bitcoin. Das heißt: Daten von Transaktion werden verschlüsselt übertragen, in Blöcken zusammengefasst und aneinandergehängt. Aktuell liegt der Litecoin-Kurs gerade bei 60 Dollar (etwa 50 Euro).
Litecoin, kurz LTC genannt, gibt es seit Oktober 2011. Auch diese Kryptowährung bedient sich der Blockchain-Technologie wie Bitcoin. Das heißt: Daten von Transaktion werden verschlüsselt übertragen, in Blöcken zusammengefasst und aneinandergehängt. Aktuell liegt der Litecoin-Kurs gerade bei 60 Dollar (etwa 50 Euro). © Instagram/ltc_litecoin
Die Kryptowährung Iota ist noch relativ jung - 2014 wurde sie von Dominik Schiener, Serguei Popov und David Sonstebo entwickelt und auf den Markt gebracht. Die Besonderheit an Iota: Laut seinen Entwicklern soll das Cybergeld eine Art Währung für Maschinen sein. Dabei bezahlen sich die unterschiedlichsten technischen Geräte gegenseitig. Allerdings liegt hier der aktuelle Kurs nur bei 0,40 (Euro-)Cent.
Die Kryptowährung Iota ist noch relativ jung - 2014 wurde sie von Dominik Schiener, Serguei Popov und David Sonstebo entwickelt und auf den Markt gebracht. Die Besonderheit an Iota: Laut seinen Entwicklern soll das Cybergeld eine Art Währung für Maschinen sein. Dabei bezahlen sich die unterschiedlichsten technischen Geräte gegenseitig. Allerdings liegt hier der aktuelle Kurs nur bei 0,40 (Euro-)Cent. © Instagram/iota_updates
Die Krypto-Plattform Ripple dagegen entstand aus einer Idee von Software-Entwickler Ryan Fugger und wird von Ripple Labs. weiterentwickelt. Ziel ist es, Ripple zu einem für alle zugänglichen Zahlungsnetzwerk für jede beliebige Währung wie Dollar, Euro oder Bitcoin &Co. sowie Handelsplatz zu machen. Ripple enthält zudem eine eigene interne Digitalwährung namens XRP. Deren Kurs beträgt aktuell gerade mal um die 15 (Euro-)Cent.
Die Krypto-Plattform Ripple dagegen entstand aus einer Idee von Software-Entwickler Ryan Fugger und wird von Ripple Labs. weiterentwickelt. Ziel ist es, Ripple zu einem für alle zugänglichen Zahlungsnetzwerk für jede beliebige Währung wie Dollar, Euro oder Bitcoin &Co. sowie Handelsplatz zu machen. Ripple enthält zudem eine eigene interne Digitalwährung namens XRP. Deren Kurs beträgt aktuell gerade mal um die 15 (Euro-)Cent. © Instagram/bitvesti

Auch interessant:

Meistgelesen

"Bares für Rares": Verfluchtes Erbstück sorgt für Schock bei Händler
"Bares für Rares": Verfluchtes Erbstück sorgt für Schock bei Händler
Revolutionär: Diese Kryptowährung hat Bitcoin bereits DAS voraus
Revolutionär: Diese Kryptowährung hat Bitcoin bereits DAS voraus
Bitcoin knackt die 11.000 Dollar - doch es gibt einen großen Haken
Bitcoin knackt die 11.000 Dollar - doch es gibt einen großen Haken

Kommentare