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Schon wieder Bahn-Streik: So holen Sie sich als Fahrgast Ihr Geld zurück

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Von: Anne Hund

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Bahnstreik
Der Streik trifft Fahrgäste am Montag und Dienstag. © Christoph Schmidt/dpa

Schon wieder trifft der Bahn-Streik tausende Pendler und Urlauber. Wie Betroffene Geld für Ihre Fahrkarte zurückfordern können - und welche Alternativen sie nutzen können.

Bahnreisenden drohen am heutigen Montag sowie am Dienstag wieder starke Einschränkungen: Im Tarifkonflikt* mit der Deutschen Bahn (DB) streiken erneut die Lokführer. Wie beim Streik zuvor trifft es die Fahrgäste für 48 Stunden. Was Reisende wissen sollten.

Bahnstreik - welche Verbindungen gibt es aktuell?

Fahrgäste sollten sich rechtzeitig informieren, ob ihre gewünschte Verbindung zur Verfügung steht. Zwar wird ein Großteil der Verbindungen ausfallen. Besonders nachgefragte Hauptverkehrsstrecken sowie die Anbindung an wichtige Bahnhöfe und Flughäfen sollen nach Angaben der Bahn aber zumindest in regelmäßigen Abständen bedient werden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. In Metropolregionen solle zumindest ein Grundangebot an Regional- und S-Bahnen fahren.

Wer den Ersatzfahrplan einsehen will, findet ihn in der DB Navigator App und online in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. In der Liveauskunft sind nur Züge zu finden, die in jedem Fall bis zum Ziel fahren, so dpa. Außerdem könnten sich Kunden an die Streikhotline der Bahn unter der Nummer 08000/99 66 33 oder an das DB-Personal am Bahnsteig wenden.

Zug-Verbindung fällt aus - was passiert mit dem gebuchten Ticket?

Für den Fernverkehr gilt: Fährt der Zug nicht, für den das Ticket gilt, können Fahrgäste auf eine andere Verbindung ausweichen. Auch höherwertige Züge, also etwa ein ICE statt eines IC, können dann genutzt werden. Die Zugbindung ist aufgehoben. Bereits gebuchte Tickets für den Streikzeitraum vom 23. bis einschließlich 24. August können an einem anderen Tag genutzt werden. Sie sind den Bahnangaben zufolge vom 20. August bis einschließlich 4. September gültig, wie dpa zudem berichtet.

Für den Nahverkehr gilt: Wenn sich bei Verbindungen eine mindestens 20-minütige Verspätung abzeichnet, könnten Fahrgäste Züge des Fernverkehrs ohne Aufpreis nutzen, heißt es in dem dpa-Bericht zudem. Bevor Fahrgäste in einen Fernverkehrszug einsteigen, müssten sie aber ein gültiges Ticket lösen. Die Kosten dafür könnten sie sich später von der Bahn erstatten lassen. Das gelte aber nur dann, wenn die ursprüngliche Route nicht länger als 50 Kilometer ist oder nicht länger als eine Stunde dauert. Auch bei einer erheblich ermäßigten Fahrkarte, also beispielsweise einem Länder- oder Semesterticket, gelte diese Regelung nicht.

Fahrkarte erstatten lassen - Geld zurück

Schon beim letzten Bahn-Streik hatte sich die Bahn kulant gezeigt. Auch diesmal gilt: Wer die Fahrt im Streikzeitraum nicht antreten möchte, kann sich das Ticket kostenfrei erstatten lassen. Dies gilt ausdrücklich auch für Verbindungen, die verfügbar wären, heißt es in dem dpa-Bericht. Für online oder in der App gekaufte Tickets muss dafür ein Kulanzformular auf der DB-Webseite ausgefüllt werden. Aufgepasst: Fahrkarten, die am Schalter gekauft wurden, können demnach auch nur dort zurückgegeben werden. Tipp: Die Reklamation sollte man nicht allzu lange aufschieben.

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Bahn-Streik: So viel Geld gibt es bei Verspätung zurück

„Wenn Sie wegen eines Bahnstreiks nicht pünktlich an Ihrem Ziel ankommen, können Sie je nach Verspätung einen Teil des Fahrpreises oder sogar den kompletten Fahrpreis zurück bekommen“, informierte die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite bereits beim letzten Streik. Das regele die EU-Fahrgastverordnung.

Die Höhe der Entschädigung richtet sich dabei nach der Länge der Verzögerung. „Kommen Fahrgäste mindestens 60 Minuten später als geplant an, haben sie Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent“, kommt Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf in dem dpa-Bericht zu Wort. Die Ansprüche kann man laut dpa mit dem Fahrgastrechte-Formular online, im Zug oder in einem DB-Büro geltend machen.

Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten müsse die Bahngesellschaft Betroffenen zudem kostenlos Erfrischungen und Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anbieten, heißt es auf verbraucherzentrale.de, sofern sie im Zug oder im Bahnhof verfügbar oder lieferbar seien. Tipp der Verbraucherzentrale: „Gibt es von dem Unternehmen nichts und kaufen Sie auf eigene Faust etwas ein, bewahren Sie auch diese Rechnungen auf.“

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Verbraucherzentrale rät: Zug-Verspätungen dokumentieren

Die Verbraucherzentrale rät zudem, die Belege von Verspätungen oder Zugausfallen gleich an Ort und Stelle zu sammeln: Entweder könne man sich Verspätungen von DB-Mitarbeitern am Bahnhof bescheinigen lassen. Das könne allerdings mühselig sein, wenn bei einem Streik Tausende Passagiere an einem Bahnhof gestrandet seien. Oder man könne sonst auch Fotos von den Anzeigetafeln machen, auf denen die Verspätung oder der Zugausfall zu sehen sind, so der Rat der Verbraucherschützer. Oder Screenshots von einer entsprechenden Information in der DB-App oder auf der Internetseite des Eisenbahnunternehmens.

Mögliche Alternativen, wenn der Zug nicht fährt

Bahnreisende haben dem dpa-Bericht zufolge noch folgende Alternativen:

Der Streik dürfte wieder Millionen Fahrgäste treffen, darunter viele Urlaubsreisende. In zehn Bundesländern sind noch Schulferien.

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