Konkurrenz durch Investoren

Achtung: Diese Zahnärzte zocken Sie ab

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Die zahnmedizinische Versorgung wird zunehmend zum Geschäft von Finanzinvestoren. Sie kaufen Kliniken in Geldnot und bauen diese zu Versorgungszentren um.

Eigene Praxen sind teuer und aufwendig, daher arbeiten viele Zahnärzte lieber angestellt - etwa in Versorgungszentren. Das Problem: Dort steigen vermehrt auch Finanzinvestoren ein.

"Spekulanten", "Heuschrecken", "Finanzjongleure" - Zahnärzte-Vertreter sparen nicht mit starken Worten und Vorwürfen, um einen neuen Wettbewerber zu bekämpfen.

Der Grund des Alarms: Finanzinvestoren, die in die Branche hierzulande drängen und niedergelassenen Zahnarztpraxen Konkurrenz machen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) fürchtet schon einen Ärztemangel auf dem Land, weil Investoren für Versorgungszentren lukrative Städte bevorzugen würden.

Größte Bedrohung für Zahnärzte - und Patienten

"Der Ausverkauf der Versorgung an Spekulanten ist die größte Bedrohung, die es im zahnärztlichen Bereich je gab", warnt KZBV-Vorstandschef Wolfgang Eßer. Der Verband verhandelt mit den Kassen die Vergütungssätze für Zahnärzte. Versorgungszentren hingegen können ihre Preise freier setzen und niedergelassene Ärzte unterbieten - das macht sie bedrohlich.

Milliarden-Geschäft für Investoren

In der Tat haben Investoren, die auch schon Pflegeheime betreiben, das Milliarden-Geschäft der rund 63.000 Zahnärzte in Deutschland entdeckt. Das treibt die Branche um, die sich zum Deutschen Zahnärztetag (9. bis 10. November) in Frankfurt trifft.

Die KZBV zählt in einer neuen Analyse sieben aktive Investoren - darunter den Fonds Nordic Capital, der die Kölner Praxis-Gruppe "Zahnstation" kaufte, und die Frankfurter Quadriga Capital, Besitzer der "Zahnärztliche Tageskliniken Dr. Eichenseer" mit 19 Standorten. Auch die Kaffee-Dynastie Jacobs mischt über ihre Investment-Holding mit, unter der Marke "Colosseum Dental Group".

Finanzinvestoren kaufen Kliniken in Geldnot

Einzug gefunden haben die Investoren über eine Gesetzesänderung 2015. Seither sind medizinische Versorgungszentren mit Ärzten aus einer Fachrichtung erlaubt, etwa um zahnärztliche Behandlungen anzubieten. Das sollte die ländliche Versorgung verbessern. Manche Finanzinvestoren nutzen nun einen Kniff: Sie kaufen Kliniken in Geldnot und verwenden diese als Vehikel, um Versorgungszentren zu gründen und viele Zahnärzte anzuschließen - auch in anderen Gegenden.

Solche Investoren zentralisieren bei den Zahnärzten die Verwaltung und Abrechnung mit den Krankenkassen. Sie haben klare Renditeziele und suchen oft mittelfristig den Verkauf. Wer hinter dem Zahnarzt auf dem Behandlungsstuhl steht, ist für Patienten kaum zu sehen.

Zahl der angestellten Zahnärzte steigt

"Es gibt einen klaren Trend zu Finanzinvestoren in der Zahnarztbranche", sagt Thilo Kaltenbach, Gesundheitsexperte bei der Beratungsfirma Roland Berger. Ihr Marktanteil sei bisher aber klein. Die Investoren profitierten davon, dass eigene Praxen für junge Zahnärzte zunehmend als unattraktiv empfunden werden. "Viele scheuen die hohen Investitionen eines Kaufs und das Risiko der Selbstständigkeit, ziehen einen Angestelltenvertrag vor."

Denn der Kauf einer Praxis kostet Hunderttausende Euro, und das mühsame Abrechnen von Zahnersatz, Spangen oder Vorsorgekontrollen mit den Krankenkassen schreckt viele junge Ärzte ab. Andere, die ihre Praxen verkaufen möchten, finden wiederum kaum Abnehmer. Die Zahl der angestellten Zahnärzte bei den Versorgungszentren sei so allein 2017 um gut 70 Prozent auf 1350 gestiegen, erklärt die KZBV.

Eine große Zahnarzt-Kette ist "Zahneins" mit Sitz in Hamburg und 19 Standorten bundesweit. 2017 stieg dort der US-Fonds Summit Partners ein. Geschäftsführer Daniel Wichels hält private Investoren in der Branche für unerlässlich, um die flächendeckende Versorgung zu sichern. "Anders lässt sich das Nachfolgeproblem der niedergelassenen Zahnärzte auf dem Land nicht lösen", meint Wichels, der auch dem Bundesverband für nachhaltige Zahnheilkunde (BNZK) vorsteht.

Richtig unappetitlich: So hässlich werden Ihre Zähne, wenn Sie zu viel Cola trinken.

Bestimmt die Rendite künftig das Angebot?

Den Vorwurf der KZBV, die Versorgungszentren konzentrierten sich auf Ballungsräume, weist er zurück: "Viele unserer Standorte befinden sich in ländlichen Regionen." Dass bundesweit die große Mehrheit der Versorgungszentren in Städten und deren Umland säßen, liege schlicht daran, dass dort die meisten Patienten wohnten. Auch würden mit Versorgungszentren in der Regel nur bestehende Praxen übernommen und lediglich rechtlich anders aufgestellt.

Die KZBV sieht ein grundsätzliches medizinisches Problem. Sie wirft privaten Anbietern die Konzentration auf besonders renditestarke Bereiche wie Zahnersatz vor - zulasten eines ganzheitlichen Angebots. Wichels betont dagegen, dass die medizinische Leitung jedes Versorgungszentrums in den Händen der Zahnärzte liege: "Unsere Ärzte legen äußersten Wert auf eine hohe Behandlungsqualität."

Die Zahnärzte-Vereinigung würde Investoren gern gesetzlich verboten sehen. Davon ist in einem aktuellen Gesetzesentwurf im Bundesrat aber keine Rede. Die KZBV fordert nun, dass nur jene Kollegen Versorgungszentren gründen dürfen, die schon zahnärztliche Erfahrung haben, und dass die Zentren regional beschränkt bleiben.

Finanzinvestoren dürften sich nach Ansicht von Berater Kaltenbach weiter ausbreiten. "Mittelfristig wird ihr Marktanteil steigen." Droht nun Zahnärzte-Mangel auf dem Land? Die Zahl der Einwohner je Dentist ist in den vergangenen Jahren nur leicht gesunken. Kaltenbach ist überzeugt: "Wir haben eine gute Versorgung in Deutschland."

Parodontitis: Gesunder Zahn, krankes Zahnfleisch - was dagegen hilft.

Neues Terminservice- und Versorgungsgesetz

KZBV zu ihren Aufgaben

dpa

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. © Pixabay
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden. © Pixabay
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ... © Pixabay
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen. © Pixabay
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen. © Pixabay
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz. © Pixabay
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden. © picture alliance / dpa
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.  
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.    © picture alliance / dpa
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen. © Pixabay

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