„Zügig weiterimpfen“

Deutschland gibt Astrazeneca-Impfungen wieder frei – Thrombose laut Paul-Ehrlich-Institut „sehr seltenes Ereignis“

Der Astrazeneca-Impfstoff ist seit 30. Januar 2021 in der EU zugelassen. Wegen Thrombose-Berichten kam es zum kurzen Impfstopp. Ab 19. Märzt wird weitergeimpft.

  • Stand 09. März 2021 haben 5.555.420 Menschen bundesweit bisher die erste Impfdosis erhalten, 2.605.818 Personen bekamen bereits die zweite Impfdosis, wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert. Bei dem Moderna- und Biontech-Präparat gibt es keine Altersgrenze, jedoch wurde das Astrazeneca-Mittel nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht an Ü-65-Jährige verimpft – bis Anfang März. Am 4. März wurde bekannt, dass die STIKO die Altersgrenze aufhebt. Bedenken in Hinblick auf die Wirksamkeit bei Älteren waren der Grund für die anfängliche Impfempfehlung.
  • Eine schottische Veröffentlichung zeigte indes: Der Astrazeneca-Impfstoff entfaltet eine Wirksamkeit von bis zu 94 Prozent nach der ersten Impfstoffdosis – auch bei älteren Menschen.
  • Aufgrund des Verdachts auf mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen wurde die Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin am 16. März 2021 in Deutschland ausgesetzt, wie unter anderem die Tagesschau meldete. Ab Freitag, den 19. März wird weitergeimpft. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier.

Update vom 19. März 2021: „Nach der Entscheidung der Europäische Arzneimittelagentur EMA und Beratungen mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), haben die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister von Bund und Ländern deshalb am 18. März 2021 gemeinsam beschlossen, die vorsorglich ausgesetzten Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca ab dem 19. März 2021 wieder aufzunehmen“, heißt es vonseiten des Bundesgesundheitsministeriums. Auf der Astrazeneca-Packungsbeilage würden ab sofort Warnhinweise aufgenommen werden, berichtet die Tagesschau und zitiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Die Bürgerinnen und Bürger können darauf vertrauen, transparent informiert zu werden.“ Nach der Aussetzung der Impfungen am Montag gelte es nun, vier verlorene Tage aufzuholen, so der Minister. Es gehe jetzt darum, „dass wir zügig weiterimpfen“, zitiert tagesschau.de Spahn weiter.

Eine Sicherheitsbewertung durch die EMA kam zu dem Ergebnis, dass der Nutzen des Astrazeneca-Wirkstoffs die Risiken überwiegt. Auch der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, wies der Tagesschau zufolge auf die Relevanz der Wiederaufnahme der Impfungen hin. Wichtig sei allerdings die Information der Bevölkerung über mögliche Risiken wie der Entstehung einer Thrombose. Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust oder punktförmige Einblutungen unter der Haut vier bis 16 Tage nach der Impfung können auf eine solche hinweisen. Es handle sich hierbei um ein „sehr seltenes Ereignis“, so Cichutek. In Deutschland war es nach einer Astrazeneca-Impfung bei 13 Menschen zu Hirnvenenthrombosen gekommen. Zwölf Frauen und ein Mann waren betroffen.

Update vom 15. März 2021: Nachdem es in Dänemark nach Angaben der Behörden vor Ort zu mehreren Fällen von schweren Blutgerinnseln nach der Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gekommen war, wurde die Astrazeneca-Impfung dort eingestellt. Auch Norwegen, Island, Bulgarien, Irland und die Niederlande sehen aktuell davon ab, mit Astrazeneca zu impfen. Österreich, Estland, Lettland, Litauen und Luxemburg dagegen setzten der Tagesschau zufolge die Nutzung von einer bestimmten Astrazeneca-Charge aus und Italien sowie Rumänien stoppten die Nutzung einer anderen Charge. Jetzt sieht auch Deutschland vorübergehend vom Verimpfen des Präparats ab mit der Begründung, dass ein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln nach der Impfung gegeben sein könnte. Vor dem Hintergrund sieht das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig an, teilte das Bundesgesundheitsministerium der Tagesschau zufolge mit.

Update vom 10. März 2021: Am 4. März veröffentlichte das RKI eine Information darüber, dass Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff jetzt auch bei Ü-65-Jährigen von der STIKO empfohlen werden. „Angesichts der außergewöhnlichen Situation und des großen, verständlichen Informationsbedürfnisses der Bevölkerung teilt die STIKO – trotz des noch vorgeschriebenen Stellungnahmeverfahrens – vorab mit, dass sie gestern beschlossen hat, die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen“, heißt es vonseiten des RKI. Neue Studiendaten aus England und Schottland hätten gezeigt, dass der Impfstoff von Astrazeneca auch bei Menschen höheren Alters eine gute Wirksamkeit gegen Corona entfaltet – bereits nach der ersten Impfdosis. „Die Wirksamkeit wurde in Bezug auf die Verhinderung von Covid-19-Erkrankungen und insbesondere auch in Bezug auf die Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe eindrücklich belegt“, informiert das RKI weiter.

Update vom 25. Februar 2021: Bereits die erste der zwei Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca* soll eine Wirksamkeit von bis zu 94 Prozent entfalten, wie schottische Forscher herausgefunden haben. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) weiter informiert, berücksichtigten mehrere schottische Universitäten und die schottische Gesundheitsbehörde für ihre Erhebung die Daten von rund 5,4 Millionen Menschen, die im Zeitraum vom 8. Dezember bis 15. Februar in Schottland gegen Corona geimpft worden sind. Die vielversprechenden vorläufigen Ergebnisse der Analyse vier Wochen nach der ersten Impfstoff-Spritze: Die Gabe der ersten Astrazeneca-Impfdosis reduzierte das Risiko eines Klinikaufenthalts wegen Covid-19 wohl um bis zu 94 Prozent. Das Vakzin von Biontech/Pfizer hatte das Risiko einer Hospitalisierung mit der ersten Dosis um rund 85 Prozent gesenkt, wie die FAZ informiert. „Diese Ergebnisse haben einen substanziellen Effekt bei der Reduzierung des Risikos von Krankenhauseinweisungen durch eine einzelne Impfdosis quer durch die schottische Bevölkerung gezeigt“, zitiert die FAZ Jim McMenamin, den Leiter der für Corona zuständigen Abteilung der schottischen Gesundheitsbehörde Public Health Scotland.

In Großbritannien wird der Astrazeneca-Impfstoff ohne Altersbegrenzung verabreicht.

WHO plädiert für Astrazeneca-Impfung quer durch alle Altersgruppen

Update vom 12. Februar 2021: Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland nur für 18- bis 64-Jährige. Grund dafür ist die bis dato nicht eindeutig geklärte Wirksamkeit des Präparats bei älteren Menschen, heißt es. Die Weltgesundheitsinformation (WHO) spricht sich indes dafür aus, dass die Astrazeneca-Impfung in allen Altersklassen verimpft werden soll. Wie die Tagesschau berichtete, hätten erste Studien aus Südafrika zwar deutlich weniger Wirksamkeit gezeigt, um relativ milde Krankheitssymptome zu verhindern. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff gegen schwere Verläufe von Covid-19 nicht schütze, zitiert die Tagesschau Alejandro Cravioto, den Vorsitzenden eines Expertenrats, der die WHO berät. Zudem heißt es vonseiten der WHO – entgegen der aktuellen Empfehlungen der STIKO –, dass es wahrscheinlich sei, dass der Astrazeneca-Wirkstoff auch für Menschen über 65 Jahren wirksam und sicher sei.

Astrazeneca-Impfung nur für Jüngere? In Italien werden nur Menschen bis 55 Jahre geimpft

Artikel vom 4. Februar 2021: Die Europäische Arzneimittelagentur EMA gab Ende Januar bekannt, dass sie alle Unterlagen geprüft habe und den Astrazeneca-Impfstoff für alle Personen ab 18 Jahren empfehle. Wie das Ärzteblatt meldet, gibt es allerdings ein gewisses Maß an Unsicherheit, was den Effekt der Astrazeneca-Impfung bei älteren Menschen anbelangt. Menschen über 55 Jahren wären in den Zulassungsstudien schlecht vertreten gewesen. Es sei zwar bei den älteren Studienteilnehmern eine gute Antikörperreaktion nach der Impfung beobachtet worden, allerdings gehen einige europäische Staaten auf Nummer sicher.

Die italienischen Behörden etwa empfehlen die Astrazeneca-Impfung nur für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, so lange, bis fundiertere Daten vorlägen. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die mRNA-Impfstoffe* verabreicht werden, wie das Ärzteblatt die italienische Arzneimittel-Agentur Aifa zitiert. Und auch in Deutschland soll der Vektorimpfstoff von Astrazeneca (AZD1222) vorerst nicht an allen Bevölkerungsgruppen Anwendung finden.

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Astrazeneca: Sicherer Impfstoff auch für Menschen über 65 Jahren?

Das Bundesgesundheitsministerium beruft sich auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission STIKO, die am Robert Koch-Institut in Berlin angesiedelt ist. Diese hat das Astrazeneca-Vakzin nur für 18- bis 64-Jährige empfohlen. Virologe Thomas Mertens als STIKO-Vorsitzender weist der Tagessschau zufolge darauf hin, dass weitere Informationen nötig wären, um die Wirksamkeit bei Älteren zu belegen. Die Sicherheit des Impfstoffs steht Mertens zufolge außer Zweifel, allerdings seien die Daten von Astrazeneca nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahre beurteilen zu können.

In Großbritannien wird AZD1222 auch an Ü-65-Jährige verimpft. Von dort gebe es bis dato keinen negativen Berichte, weder was die Wirksamkeit noch was die Sicherheit für diese Altersgruppe betrifft, so die ehemalige österreichische Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner bei ATV-Aktuell. In Österreich dagegen gab es vom Nationalen Impfgremium keine Empfehlung für über 65-Jährige, wie der Österreichische Rundfunk berichtet. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Quellen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Impfquotenmonitoring.html; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/120707/Coronaimpfstoff-von-Astrazeneca-in-Italien-nur-bis-55-Jahre-empfohlen; https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/AstraZeneca-Impfstoff.html

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Liebevoll und quirlig: Frettchen brauchen Geduld

Frettchen sind neugierig und lieben Spielzeug: Das kann von Höhlen oder Röhren bis hin zu Knisterfolie alles sein. Foto: Andrea Warnecke
Frettchen sind neugierig und lieben Spielzeug: Das kann von Höhlen oder Röhren bis hin zu Knisterfolie alles sein. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Für ein junges Frettchen vom Züchter müssen Halter 200 Euro einkalkulieren. Foto: Andrea Warnecke
Für ein junges Frettchen vom Züchter müssen Halter 200 Euro einkalkulieren. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Gisela Henke ist Tierärztin und hält selbst Frettchen. Die Mardertiere sind sehr verspielt und liebevoll, findet sie. Foto: Andrea Warnecke
Gisela Henke ist Tierärztin und hält selbst Frettchen. Die Mardertiere sind sehr verspielt und liebevoll, findet sie. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Frettchen haben einen großen Bewegungsdrang und brauchen viel Aufmerksamkeit. Foto: Andrea Warnecke
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Wer die Tiere in der Wohnung hält, stellt am besten mehrere Katzenklos auf. Ganz stubenrein werden Frettchen dennoch nicht. Foto: Andrea Warnecke
Wer die Tiere in der Wohnung hält, stellt am besten mehrere Katzenklos auf. Ganz stubenrein werden Frettchen dennoch nicht. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Ein Frettchenzuhause muss abwechslungsreich sein: Sie brauchen verschiedene Schlafplätze, Höhlen, Hängematten, Äste und diverses Spielzeug. Foto: Andrea Warnecke
Ein Frettchenzuhause muss abwechslungsreich sein: Sie brauchen verschiedene Schlafplätze, Höhlen, Hängematten, Äste und diverses Spielzeug. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
In den Käfig sollten Frettchen nur nachts. Tagsüber müssen sie ihren Bewegungsdrang ausleben. Foto: Andrea Warnecke
In den Käfig sollten Frettchen nur nachts. Tagsüber müssen sie ihren Bewegungsdrang ausleben. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke

Rubriklistenbild: © Andrew Matthews

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