Auwaldzecken sind ab April aktiv

Gefährliche Auwaldzecke breitet sich in Deutschland aus

Die Auwaldzecke breitet sich in Deutschland aus und ist ab April besonders aktiv. Für Hunde kann ein Stich tödlich enden – und auch für Menschen gefährlich werden.

Im Frühling und Sommer sind die bluthungrigen Zecken besonders aktiv – richtig los geht es bereits Anfang April, sobald es wärmer wird*. Sowohl für Menschen als auch für Hunde gilt: Zecken sind nicht nur lästig, sondern als Krankheitsüberträger auch gefährlich, wie echo24.de* berichtet. Eine in Deutschland noch recht neue Art der „Buntzecken“, ist die Auwaldzecke, welche für den Hund besonders bedrohlich werden kann – ein Stich dieser Zecke kann für einen Hund sogar tödlich enden.

Die Auwaldzecke breitet sich momentan vor allem in Rheinland-Pfalz und dem Saarland aus. Zecken mögen es generell warm, die Auwaldzecke ist allerdings schon bei Temperaturen ab vier Grad sehr aktiv und überlebt den kalten Winter in Deutschland mit Leichtigkeit. Das Gefährliche an der Auwaldzecke: Sie kann die sogenannte Babesiose übertragen, auch Hundemalaria genannt. Wird die Krankheit nicht schnell behandelt, verläuft sie in der Regel tödlich. Aber auch für Menschen kann ein Stich der Auwaldzecke gefährlich werden und nach neusten Erkenntnissen FSME übertragen.

Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSM) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und auch einer Meningoenzephalitis, der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, einhergeht. Beim Großteil der infizierten Personen treten jedoch keine Krankheitsanzeichen auf.

Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke, hauptsächlich durch den „Gemeinen Holzbock“. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist nur eine Therapie zur Linderung einzelner Symptome möglich. Im Gegensatz zur Borreliose, kann eine Frühsommer-Meningoenzephalitis durch eine aktive Impfung häufig verhindert werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat bestimmte Landkreise als Risikogebiet für FSME eingestuft. 

 Die für Hunde tödliche Auwaldzecke breitet sich in Deutschland aus

Für Hunde werden die Zecken in Deutschland* immer gefährlicher. Lange war in Deutschland nur der Gemeine Holzbock als bekannteste Zeckenart verbreitet: Sowohl auf Menschen als auch auf Tiere kann diese Zeckenart Borreliose übertragen und Gelenkentzündungen auslösen, erklärt Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands praktizierender Tierärzte in Frankfurt/Main gegenüber der Deutschen-Presseagentur.

Nun kommen allerdings in Deutschland auch die Auwaldzecke und die „Braune Hundezecke“ dazu. Beide Arten stammen aus dem Mittelmeerraum, können Babesiose (Hunde-Malaria) und Ehrlichiose übertragen. Deren Erreger befallen rote und weiße Blutkörperchen. Vor allem die Babesiose kann unbehandelt bei Hunden zum Tod führen. „Idealerweise sollten Zecken gar nicht erst stechen“, sagt Hester Pommerening, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Welches Mittel zur Abwehr von Zecken sinnvoll ist, sollten Halter am besten mit dem Tierarzt besprechen.

Deutschland: Woran erkenne ich die für Hunde tödliche Auwaldzecke und wo kommt sie vor?

Woran erkenne ich eine Auwaldzecke? Die für Hunde gefährliche Auwaldzecke ist nicht wie viele andere Zeckenarten in Deutschland braun oder schwarz, sondern hat einen gemusterten Panzer. Sie ist weißlich marmoriert, die Außenwand des Rückenschilds ist rotorange. Die Buntzecke ist nüchtern etwa fünf, vollgesogen bis zu 16 Millimeter groß und damit größer als der Holzbock. Generell saugt sich die Auwaldzecke bevorzugt an Haustieren wie Hunde und Katzen fest, aber auch Pferde Rinder und Schafe sowie Wildschweine, Rehe und Füchse sind gefährdet.

Wo ist die Zecken-Gefahr am größten? Zecken, auch die Auwaldzecke, halten sich überall auf, wo Gräser und Sträucher wachsen, sagt Astrid Behr. Dort lassen sie sich vom vorbeikommenden Wirt, also Mensch oder Tier, „abstreifen“. Den Namen Auwaldzecke hat die Buntzecke daher, dass sie bevorzugt in feuchten Gebieten wie Auwäldern und Moore lebt. Der Mythos, dass Zecken von Bäumen springen oder sich auf Mensch und Tier fallen lassen, stimmt übrigens nicht und bleibt ein Mythos.

Wie kann ich meinen Hund vor Zecken schützen?

Um seinen Hund vor Zecken zu schützen, gibt es verschiedene Mittel. Eins davon sind beispielsweise Halsbänder, die einen „repellierenden“ Effekt haben: Sie schrecken die Zecke ab. Den Wirkstoff geben sie in winzigen Staubpartikeln ab, erklärt Ralph Rückert, Tierarzt aus Ulm. Der Nachteil: „Wenn kleine Kinder im Haushalt leben, besteht die Gefahr, dass sie Zeckenmittel aufnehmen, wenn sie sich etwa nach dem Streicheln die Hände ablecken“, so Rückert. Allerdings seien diese Dosen in der Regel sehr gering und somit ungefährlich.

Vor allem in hohen Gräsern verstecken sich die Zecken. (Symbolbild)

Eine Alternative sind Spot-On-Präparate. Sie werden im Nacken des Tieres aufgeträufelt und haben den Vorteil, dass sie im Fettmantel der Haut gebunden werden. Manche Hunde oder Katzen reagieren allerdings mit Hautirritationen auf „Spot Ons“. Eine weitere Möglichkeit sind Tabletten, die Isoxazoline enthalten. Das Blut wird giftig gemacht, sodass die Zecke beim Stich stirbt.

Allerdings stehen die Tabletten vor allem bei Hundehaltern immer wieder in der Diskussion, da sie echte „Chemiekeulen“ sind. Die meisten Tierärzte sind hingegen der Meinung, dass die Präparate nicht schädlich sind. „Medikamente für Tiere werden über Jahre auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht, bevor sie zugelassen werden“, sagt Astrid Behr.

Wie kann ich eine Zecke enfernen?

So oder so sollten Sie ihr Haustier und auch sich selbst nach Spaziergängen nach Zecken absuchen und gegebenenfalls entfernen. Die beste Methode ist dabei das Herausziehen der Zecke. Dabei sollte die Zecke möglichst wenig gequetscht und auch nicht gedreht werden, da sonst der Speichelfluss des Tieres angeregt wird und sich Krankheiten schneller übertragen können.

Leichtes Rütteln zum Lockern der Zecke ist dennoch in Ordnung. Das Herausziehen der Zecke gelingt am besten mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte. Anschließend sollte die Wunde direkt desinfiziert und über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen beobachtet werden. Entzündet sich der Zeckenbiss, sollte sofort ein (Tier-)Arzt aufgesucht werden. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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