Klage vor Gericht scheitert

Cannabis bei ADHS: Wirkt die Droge bei Konzentrationsschwäche? Experten sind sich einig

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Neben Medikamenten gibt es eine Reihe weiterer Behandlungsansätze bei ADHS.

Nicht nur schmerzstillende Eigenschaften von Cannabis machen die Pflanze interessant für Mediziner. Auch neue Anwendungsbereiche werden erforscht - ist ADHS ein solcher?

Unkonzentriert, vergesslich, zerstreut und unaufmerksam: So ähnlich beschreiben sich ADHS-Patienten. Typisch für die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind neben Konzentrationsproblemen auch die Unfähigkeit, Prioritäten zu setzen, eine schlechte Wahrnehmung der eigenen Stimmungen und Gefühle, innere Unruhe und starke Gefühlsschwankungen.

Die konventionelle Behandlung von ADHS ist multimodal, was bedeutet, dass mehrere Therapieansätze ineinandergreifen. Das kann etwa Verhaltenstherapie, Physiotherapie, sozialtherapeutische Unterstützung und die Gabe von Medikamenten wie Ritalin sein. Vor allem letzteres sehen viele kritisch - vor allem Eltern von Kindern, die an ADHS leiden. Immer wieder wird deshalb der Einsatz von nebenwirkungsarmen Alternativen diskutiert - Cannabis wird von vielen als solche angesehen. Doch wie sinnvoll ist eine Behandlung mit Wirkstoffen aus der Hanf-Pflanze?

Kasse und Gericht sind sich einig: Cannabis ist keine beliebige Behandlungsalternative bei ADHS

Es gibt Mediziner, die Cannabis zur Behandlung empfehlen - doch das ist skeptisch zu sehen. So zog ein 31-jähriger ADHS-Patient im Winter 2018 genau aus diesem Grund vor Gericht - und scheiterte

Sein behandelnder Arzt riet ihm, Medizinal-Cannabisblüten auszuprobieren, weil eine Ritalin-Therapie Nebenwirkungen wie Appetit- und Kraftlosigkeit bei ihm zur Folge hatte. Doch seine Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme für das Cannabis-Produkt ab, wie das Ärzteblatt berichtete. Die Verwendung von Cannabis wäre bei ADHS medizinisch zweifelhaft, so die Begründung der Kasse. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle war derselben Meinung und wies die Klage des Mannes zurück. Ein Gerichtssprecher sagte: "Cannabis soll schwere Krankheiten lindern, es ist keine beliebige Behandlungsalternative oder Hilfe zur Alltagsbewältigung".

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Ihre Meinung ist gefragt

Cannabis bei ADHS: Lange Liste von Nebenwirkungen

Auch ADHS Deutschland e.V. nahm Stellung zum Thema. In einer Veröffentlichung mit dem Titel "Cannabis-Medikation bei ADHS: Ja oder Nein?" kommt der Verein zu dem unmissverständlichen Urteil, dass Cannabis nicht bei der Behandlung von ADHS eingesetzt werden sollte - vor allem, weil nach aktuellem Wissensstand nicht davon ausgegangen wird, dass Cannabis ADHS-Symptome mildern kann.

Es würden wirksame Standardtherapien bestehen und die Nebenwirkungen von Cannabis auf die kognitive Leistungsfähigkeit würden in keinem gesunden Verhältnis zur Wirkung auf die Kernsymptome der ADHS stehen, so die Stellungnahme des Selbsthilfeverbands. Vor allem die Reihe von wissenschaftlichen Belegen für Nebenwirkungen von THC-haltigen Cannabis-Produkten macht dem Verband Sorgen. Darunter fällt nicht nur die Gefahr, eine Sucht zu entwickeln, sondern auch der negative Einfluss auf die Hirnentwicklung und die Gefahr eines Herzinfarkts, wie das Portal Hytiva berichtete. Cannabis-Konsumenten entwickeln auch häufiger Psychosen als Menschen, die kein Marihuana rauchen oder Haschisch nehmen.

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jg

Die innere Unruhe erfolgreich bekämpfen

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Was tun, wenn die Gedanken rasen? Schlaflosigkeit ist eines der typischen Symptome innerer Unruhe. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Der Klassiker unter den Beruhigungsmitteln: Baldrian hilft allgemein bei Nervosität und auch bei innerer Unruhe. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Der Klassiker unter den Beruhigungsmitteln: Baldrian hilft allgemein bei Nervosität und auch bei innerer Unruhe. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © Andrea Warnecke
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Ursula Sellerberg ist Apothekerin und stellvertretende Pressesprecherin der Bundesapothekerkammer. Foto: Peter Van Heesen/ABDA/dpa-tmn © Peter Van Heesen
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Dr. Rainer Stange ist Präsident des Zentralverbands der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin. Foto: Rainer Stange/dpa-tmn © Rainer Stange
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