Ohne Abstrich

„Corona-Spucktest“: Neuartige Tests versprechen schnelle Ergebnisse – so funktionieren sie

Ein Mitarbeiter des Universitätsklinikums Magdeburg führt bei einem Mann einen Antigentest auf das Coronavirus durch.
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Ein Mitarbeiter des Universitätsklinikums Magdeburg führt bei einem Mann einen Antigentest auf das Coronavirus durch.

Kein Hals- oder Rachenabstrich nötig: Neuartige „Corona-Spucktests“ bringen schnelle Ergebnisse – und sind angenehmer als ihre Alternativen.

  • Röhrchen unter die Zunge und schon ist der Corona-Test überstanden: Unter anderem ein Produkt aus Frankreich macht schnelles und angenehmes Testen möglich.
  • Auch weitere Formen des Spucktests werden aktuell erprobt.
  • Wie die Testverfahren funktionieren und warum sie die baldige Wiederöffnung von Kulturstätten wie Kinos oder Konzertsälen erleichtern könnten, erfahren Sie hier.

PCR-Test, Antigen-Schnelltest bis Antikörpertest: Viele blicken nicht mehr durch, wenn es um die Nachweismöglichkeiten von Coronaviren geht. Kurz erklärt: PCR-Tests werden zum direkten Erregernachweis durch einen Rachen- und/oder Nasenabstrich* gemacht. Bei einem Antigen-Schnelltest wird eine Probe von einem Nasen- oder Rachenabstrich auf einen Teststreifen gegeben. Wie das Bundesgesundheitsministerium informiert, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen und eine Verfärbung wird auf diesem sichtbar, falls das Coronavirus in der Probe vorhanden ist. Antikörpertests dagegen weisen eine abgelaufene Infektion nach, wenn der Körper bereits Antikörper gegen den Erreger gebildet hat.

Relativ neu sind Corona-Speicheltests, auch „Spucktests“ genannt. So berichtete der Südwestrundfunk am 27. Dezember 2020 über einen weltweit einzigartigen Corona-Speicheltest aus Frankreich, der binnen 40 Minuten ein Ergebnis liefert. Dabei wird ein Röhrchen unter der Zunge platziert, um Speichel zu entnehmen. Nach knapp einer dreiviertel Stunde könne man das Resultat David Halter zufolge auslesen: Gelb steht für Corona-positiv, orange für negativ. Halter arbeitet für Firalis, eine Firma mit Sitz im Elsass, die den Speicheltest „EasyCov“ produziert. Entwickelt wurde das Produkt von einem Team des nationalen Zentrums für Wissenschaftsforschung, wie der SWR informiert. Aktuell werden dem Hersteller Firalis zufolge etwa eine Million Tests pro Monat produziert, im Februar sollen es ganze fünf Millionen sein.

Wegen der geringen Fehlerquote des Tests, der einfachen Anwendung und den schnellen Ergebnissen soll „EasyCov“ vor allem für den Einsatz in Schulen, Universitäten, Konzertsälen und anderen Kulturstätten geeignet sein.

Antigen-Sputum-Test aus China: Experten zweifeln an der Sicherheit der Ergebnisse

Auch andere „Spucktests“ kommen weltweit zum Einsatz. So wird etwa im Testzentrum am Flughafen Weeze in Nordrhein-Westfalen seit Wochen mit einem neuen Antigen-Sputum-Test aus China getestet. „Anders als bei einem Abstrichtest mittels Stäbchen ist dieses Testverfahren einfacher und angenehmer. Diese Herabsetzung der Hemmschwelle ist im Sinne der Teststrategie und des Bevölkerungs- und Infektionsschutzes“, zitiert die Bild Stefan Ripkens, Leiter des Testzentrums. Im Rahmen des Tests werde Sputum, nicht Speichel, auf Coronaviren hin untersucht. Sputum ist das Sekret im tiefen Rachenraum, das etwa durch Husten hervorgeholt werden kann. Der neuartige Antigen-Sputum-Tests aus China wird von Fachleuten kritisch beäugt, so würden Bild zufolge neutrale Studien zur Wirksamkeit fehlen. Virologe Prof. Dr. Bodo Plachter der Universität Mainz gibt zu Bedenken, dass Sputum viel Virus enthalten könne, jedoch in der Regel nur Menschen mit Symptomen Sputum produzieren. „Wer kein Sputum produziert, wird nur Speichel abgeben können“, erläutert er. Speichel könne zwar auch Virus enthalten, als wirklich sicher könne das Ergebnis dann aber nicht eingestuft werden. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Mehr Quellen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2020/faq-antigen-schnelltests.html

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Alltagsmasken und die Materialfrage

Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn © Mascha Brichta
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn © Friso Gentsch
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn © Christoph Soeder
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn © Kirsten Neumann

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