Coronavirus

Handy als Virenschleuder? So reinigen Sie es gründlich

Auf Smartphones tummeln sich Bakterien und Krankheitserreger.
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Auf Smartphones tummeln sich Bakterien und Krankheitserreger.

Das Smartphone halten wir so oft wie keinen anderen Gegenstand in der Hand. Gerade in Zeiten des Coronavirus ist es jedoch sinnvoll, hier gründlich zu reinigen.

  • Laut RKI ist es nicht ausgeschlossen, dass das Coronavirus* über kontaminierte Flächen übertragen wird.
  • Gerade das Smartphone ist ein täglicher Begleiter, auf dem sich viele Bakterien und Krankheiterreger tummeln.
  • Mit einer regelmäßigen und gründlichen Reinigung beugen Sie vor.

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter: Im Durchschnitt tippen wir über 2.500 Mal pro Tag darauf, heißt es laut Techniker Krankenkasse (TK). Eine Studie der Universität Mainz berichtet sogar, dass Jugendliche im Durchschnitt 10,3 Stunden ihr Smartphone und andere Mediengeräte benutzen. Da wird es höchste Zeit, das Handy mal wieder zu reinigen - vor allem jetzt während der Corona-Krise sollten Sie damit nicht zaudern.

Ein beruhigende Nachricht gibt es aber: "Das Handy ist keine Keimschleuder", erklärte Markus Egert, Professor für Mikrobiologie und Hygiene an der Hochschule Furtwangen, erst vor Kurzem der Deutschen Presse-Agentur. Gerade die modernen Smartphones seien so trocken und glatt, dass Keime keine Chance hätten sich festzuhalten. Nur bei älteren Tastentelefonen müsste man noch vorsichtiger sein. Aber wie werden die Smartphones nun am besten virenfrei gereinigt?

Schutz vor Viren und Keime: Smartphone mit Mikrofasertuch reinigen

Generell ist es ausreichend, das Smartphone mit einem Mikrofasertuch zu reinigen. Mikrofasertücher saugen selbst im trockenen Zustand noch viel Fett auf, wie die TK informiert. Bewegen Sie das Tuch einfach in kreisenden Bewegungen und wenig Druck über das Gerät. Obendrein haben Mikrofasertücher den Vorteil, dass sie keine Fussel auf dem Display hinterlassen.

Smartphone mit Display-Folie vor Viren schützen

Display-Folien sind praktisch, wenn es darum geht, Smartphones vor Kratzern zu bewahren. Wenn das Handy jedoch ständig im Einsatz ist, wird die Display-Folie schnell schmutzig und klebrig. Wie gut, dass sie sich einfach und schnell tauschen lässt - oft merkt man schließlich beim Berühren selbst, wenn das Display einfach nicht mehr sauber ist.

Keine Chance für Viren mit Desinfektionssprays

Wer auf Nummer sicher gehen will, reinigt sein Handy mit Desinfektionsmitteln*. Allerdings sollten Sie mit Sprays nicht direkt auf Ihr Gerät sprühen - die Linsen uns Sensoren sind einfach zu empfindlich dafür. Geben Sie das Spray stattdessen auf ein Mikrofasertuch und wischen Sie damit darüber.

Auch interessant: Dieses lebensgefährliche Virus kann in wenigen Stunden um die ganze Erde gehen.

Vorsicht: Diese Reiniger sollten Sie nicht am Smartphone benutzen

Glasreiniger, Spülmittel oder Alkohol können die Oberflächen des Smartphones beschädigen, warnt der TÜV. Experten erklärten gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Glasreiniger die sensiblen Beschichtungen auf dem Display zerstören. Zudem zerstören Sie auf Dauer die fettabweisende Oberfläche. Auf der sicheren Seite sind Sie mit speziellen Hygienereinigern, meint der TÜV.

Smartphone vor Viren schützen: So beugen Sie vor

Noch besser als Reinigen ist das Vorsorgen. Damit sich Krankheitserreger gar nicht erst am Smartphone festsetzen können, sollten Sie zum Beispiel vermeiden, während dem Telefonieren zu Essen. Essensreste bleiben nämlich auf der Oberfläche haften und begünstigen den Wachstum von Keimen, informiert der TÜV.

Außerdem sollten Sie das Smartphone nicht in Toiletten oder öffentlichen Waschräumen nutzen, heißt es, da sich hier viel Krankheitserreger befinden - insbesondere auf Türklinken. Wenn Sie es doch tun, ist es wichtig, dass Sie Ihr Handy noch öfter reinigen. Vergessen Sie zudem nicht das Händewäschen. Auch so vermeiden Sie, Viren auf Ihrem Smartphone zu verteilen und Erreger anderweitig weiterzutragen.

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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