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Darmkrebsfrüherkennung: Scharfe Kritik an neuer Empfehlung, weil sie diese Personen in Gefahr bringt

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Darmkrebs gehört zu eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. (Symbolbild)

Zu einer der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland zählt der Darmkrebs. Deshalb ist eine Früherkennung äußerst wichtig, doch eine neue Empfehlung rät einer Gruppe davon ab.

Eigentlich raten aktuelle Leitlinien allen Männern und Frauen ab 50 Jahren zu einem Darmkrebs-Screening. Eine neue Empfehlung im Fachblatt BMJ weicht aber davon ab und erntet scharfe Kritik von Medizinern.

Darmkrebs-Screening: Neue Empfehlungen schaden Frauen

Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie vertritt sogar die Ansicht, dass die Empfehlung Frauen schade. Der Grund: Die neue Leitlinie rät nur Personen zu einer Darmkrebsfrüherkennung, wenn die diese eine Wahrscheinlichkeit von drei Prozent in den kommenden 15 Jahren haben, an Darmkrebs zu erkranken.

Auf diese Weise würde einem Großteil der Frauen vom Darmkrebs-Screening abgeraten, erklärt Prof. Dr. Ulrike Haug, Leiterin der Abteilung Klinische Epidemiologie am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie.

"In Deutschland treten 45 Prozent der Darmkrebserkrankungen bei Frauen auf. Ich halte es für nicht vertretbar, Frauen vom Darmkrebs-Screening abzuraten beziehungsweise es erst im höheren Alter zu empfehlen. Selbst wenn es dann noch gelingt, Darmkrebs im frühen Stadium zu erkennen, reduziert man die Chance, das Auftreten der Erkrankung gänzlich zu verhindern", führt sie in einer Pressemeldung weiter aus.

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Darmkrebsfrüherkennung mit dem Arzt besprechen

Prof. Dr. Ulrike Haug kritisiert zudem, dass man zunächst sein eigenes persönliches Risiko prüfen müsse, in den nächsten 15 Jahren an Darmkrebs zu erkranken. Allerdings seien die aktuellen Vorhersagemodelle dafür noch zu fehlerhaft. Man würde auf diese Weise rund zwei Drittel der Frauen von einer Darmkrebsfrüherkennung abraten, die in den nächsten fünf Jahren an Darmkrebs erkranken.

Die Autoren der Studie selbst schreiben, dass es sich nicht um starke Empfehlungen handeln würde. Man solle sich immer mit einem Arzt in einem persönlichen Gespräch austauschen, ob ein Darmkrebs-Screening sinnvoll sei, betonen sie.

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Video: Darmkrebs - so senken Sie das Risiko einer Erkrankung

So wird auf Darmkrebs untersucht

Bei einer Früherkennung werden anhand von Stuhlproben und Darmspielgelungen etwaige Krebsvorstufen erkannt und entfernt. In Deutschland rufen die Krankenkassen ihre Versicherten ab einem Alter von 50 Jahren auf, ein Darmkrebs-Screening beim Facharzt machen zu lassen, wie das Bundesgesundheitsministerium informiert. Eine frühere Untersuchung wird vor allem denjenigen empfohlen, die Darmkrebsfälle in der Familie hatten.

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Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich.
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich. © picture-alliance/ dpa/ dpaweb
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. 
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen.   © pixabay
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken.
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken. © pixabay
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll.
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © pixabay/jrvalverde

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