Verblüffende Studie

Diese Zwillinge scheinen gleich - bis auf ein pikantes Detail

Sie sehen gleich aus, haben dieselben Gene – dennoch sind Rosie und Sarah in ihren Geschmäckern völlig verschieden. Damit stellen sie Forscher vor ein Rätsel.

Sarah Nunn und Rosie Ablewhite aus Großbritannien sind eineiige Zwillinge und sehen dementsprechend völlig gleich aus. Das ist erstmal nichts Neues – doch in einem wesentlichen Punkt könnten die Schwestern nicht unterschiedlicher sein: ihren sexuellen Vorlieben.

Eineiige Zwillingsschwestern: Gleiche Gene, verschiedene sexuelle Orientierung

Sarah steht auf Männer, Rosie dagegen auf Frauen. Das hätte sich schon sehr früh herauskristallisiert: "Die Jungs haben sich bei Rosie immer wohler gefühlt", sagt Sarah der britischen Tageszeitung The Times über ihre Zwillingsschwester.

"Sie mochte Fußball, sprach über typische Jungs-Sachen und zockte Videospiele. Sie haben zu mir gesagt 'Sarah, du bist so langweilig. Ich spiele lieber mit Rosie.' Ich war neidisch, dass sie meine Schwester mehr mochten als mich", erinnert sich Sarah. Rosie hätte allerdings stets nur ein freundschaftliches Verhältnis zu Jungs gepflegt – Anmachversuche blockte sie schnell ab.

Doch warum sind die Zwillingsschwestern so unterschiedlich, was ihre Sexualität angeht? Schließlich haben sie doch dasselbe genetische Material mit auf den Weg bekommen, sind zusammen aufgewachsen und haben dasselbe Umfeld und dieselbe Erziehung genossen.

Überraschende Studienergebnisse: Bildet sich Sexualität bereits in der Kindheit aus?

Genau diese Fragen beschäftigen auch Forscher. Zwar wisse man schon länger, dass ein gegenseitiges Wechselspiel vieler verschiedener Faktoren in die Sexualität eines Menschen mit einfließen – doch welche das genau sind, wird noch gerätselt. Daher wollen sie mithilfe von Rosie und Sarah herausfinden, welche Komponenten noch einbezogen werden müssen.

Dabei gehen sie oftmals weit zurück in die Kindheit, bevor die Pubertät eingesetzt hat. Schließlich zeigen Menschen, die sich später als homosexuell outen, bereits in dieser prägenden Zeit angeblich auffällige beziehungsweise geschlechtsuntypische Verhaltensweisen.

Dazu hat Gerulf Rieger von der University of Essex 56 Zwillingspaare mit unterschiedlichen sexuellen Ausrichtungen gebeten, ihm ihre Kinderfotos zu zeigen. In der Studie sollten dann Probanden, die nichts über die Hintergründe des Experiments wussten, anhand von Kleidung oder Spielzeug erklären, ab wann sich die Zwillingspaare verändert haben. Zwar gilt Riegers Hypothese als umstritten – da hier Vorurteile über typisch geschlechtliche Verhaltensweisen verstärkt werden könnten, doch bei Sarah und Rosie bestätigte sich sein "Verdacht".

Sind die Hormone "schuld"? Zwillinge zeigen schon früh auffällige Verhaltensmuster

Ihre Kinderfotos zeigen deutlich: Während Sarah gerne Kleider trug und mit Puppen spielte, zog sich Rosie lieber Superhelden-Kostüme an und besetzte meist die männliche Rolle auf den Bildern. Besonders sei diese Veränderung in der Studie bei Mädchen ab einem Alter von sechs und bei Jungs ab acht Jahren aufgefallen. Damit will Rieger beweisen, dass sich die Sexualität schon lange vor der Pubertät herausbildet. "Wir können dadurch einige andere Hypothesen widerlegen. Viele Leute sind der Meinung, dass die DNA der einzige Grund sei", so Rieger.

Doch woran kann es also sonst noch liegen? Seine Vermutung: an den pränatalen Hormonen im Bauch der Mutter. "Auch wenn Zwillinge eigentlich identisch sind, können die Prozesse, die sich im Mutterleib abspielen, stark abweichen. Ihre Nahrung wird unterschiedlich zusammengesetzt und der Hormonspiegel ist nicht bei beiden gleich", schließt Rieger.

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jp

Zwillingsfestival: Hier sehen Sie alle doppelt

Rubriklistenbild: © Facebook/Spadge Nunn (Screens hot)

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