Warnsignale und Risikofaktoren

Folgen erst nach Jahren: So erkennen Sie den "stummen" Herzinfarkt

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Ein Herzinfarkt macht sich nicht immer durch bekannte Symptome bemerkbar.

Ein Herzinfarkt zeigt sich nicht immer durch starke Schmerzen und den Griff an die Brust. Symptomfreie Varianten treten häufig auf und bergen große Gefahren.

Es gibt Krankheitsbilder, zu denen hat wohl jeder ein Bild im Kopf. Zu den schwerwiegenden gesundheitlichen Notfällen gehört dabei der Herzinfarkt. Nicht zuletzt, weil hier jede Sekunde zählt und die schnelle Behandlung lebenswichtig ist.

Die Symptome für einen "herkömmlichen" Herzinfarkt sind deshalb wohl den meisten geläufig:

  • starke Schmerzen im Herzbereich und Brustkorb, hinter dem Brustbein
  • Schmerzen im linken Arm
  • Engegefühl im Brustkorb
  • brennendes Gefühl im Brustbereich
  • Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Schmerzen im Oberbauch
  • kalter Schweiß
  • fahle Haut

Langzeitschäden machen stummen Herzinfarkt gefährlich

Es gibt aber auch Herzinfarkte, die unentdeckt bleiben, weil sie symptomarm oder sogar gänzlich symptomfrei, also "stumm" verlaufen. Die Zahl dieser Herzinfarkte liegt laut einer Langzeitstudie an Isländern deutlich höher als die Zahl der erkannten Anfälle, wie das Nachrichtenportal Focus berichtet.

Ein Umstand, der sehr gefährlich ist, vor allem auf lange Sicht. Denn die Folgen eines stummen Herzinfarktes zeigen sich nach Tagen oder Monaten, mitunter sogar erst nach Jahren. Durchblutungsstörungen lassen dabei Teile des Herzmuskels absterben. So erhöht sich das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, deutlich. Auch das generelle Sterberisiko und die Gefahr, einen weiteren Herzinfarkt zu erleiden, ist bei Opfern eines stummen Infarktes erhöht.

So erkennen Sie einen stummen Herzinfarkt

Bei einem akuten Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist die Zahl der betroffenen Männer doppelt so groß wie bei den Frauen. Dafür versterben Frauen häufiger an den Folgeschäden, das gilt auch für den stummen Herzinfarkt. Deshalb ist es wichtig, die Symptome eines stummen Herzinfarktes zu erkennen, auch wenn sie unspezifisch sind:

  • Schwindel
  • Schwächegefühl
  • Atemnot
  • Lustlosigkeit
  • Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Ohnmacht

Diese Symptome lassen die wenigstens aufhorchen, zumal sie häufig nur kurzzeitig auftreten und dann wieder verschwinden. In manchen Fällen verstärken sie sich aber auch, bis es schließlich zum Zusammenbruch des Erkrankten kommt. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen. Besonders, wenn Sie zur Risikogruppe gehören.

Vier Anzeichen: So einfach erkennen Sie, ob Ihr Herz gesund ist.

Diese Risiko-Faktoren begünstigen einen stummen Herzinfarkt

Dass Männer häufiger einen Herzinfarkt erleiden als Frauen, ist bekannt, aber nicht nur das Geschlecht ist ein Risikofaktor. Treffen diese weiteren Merkmale auf Sie zu, sollten Sie selbst bei den oben genannten, diffusen Symptomen hellhörig werden:

Trifft eines oder mehrere dieser Merkmale auf Sie zu, sollten Sie sich regelmäßig untersuchen lassen und versuchen, Risikofaktoren abzustellen. Eventuell schon eingetretene Schädigungen des Herzens können zudem frühzeitig behandelt werden.

Lesen Sie auch: Wer diese Anzahl Liegestütze schafft, schützt sich vor Herzinfarkt

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So beugen Sie Arteriosklerose und damit einem Herzinfarkt am besten vor

Darum hält Nordic Walking durch das Herbstlaub Ihr Herz gesund.
Darum hält Nordic Walking durch das Herbstlaub Ihr Herz gesund. © Armin Weigel/dpa
Eine Angioplastie kann helfen, verschlossene Gefäße wieder zu erweitern, damit das Blut normal fließen kann. Foto: Franziska Gabbert
Eine Angioplastie kann helfen, verschlossene Gefäße wieder zu erweitern, damit das Blut normal fließen kann. Foto: Franziska Gabbert © Andrea Warnecke
Menschen mit Gefäßverkalkung dürfen zwei Eier in verarbeiteter Form pro Woche essen. Foto: Franziska Gabbert
Menschen mit Gefäßverkalkung dürfen zwei Eier in verarbeiteter Form pro Woche essen. Foto: Franziska Gabbert © Franziska Gabbert
Komplett auf Eier verzichten müssen Menschen mit Arteriosklerose nicht: Drei pro Woche sind in Ordnung. Foto: Franziska gabbert
Komplett auf Eier verzichten müssen Menschen mit Arteriosklerose nicht: Drei pro Woche sind in Ordnung. Foto: Franziska gabbert © Franziska Gabbert
Prof. Ernst Weigang ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Foto: Martin Thomas/Paul Gerhardt Diakonie/dpa-tmn
Prof. Ernst Weigang ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Foto: Martin Thomas/Paul Gerhardt Diakonie/dpa-tmn © Martin Thomas
Rita Rausch ist Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Foto: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V./dpa-tmn
Rita Rausch ist Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Foto: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V./dpa-tmn © VZ Rheinland-Pfalz

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