Seltener Gen-Defekt schuld

Frau stirbt an Proteinüberdosis: Kann mir das auch passieren?

Mit nur 25 Jahren starb Bodybuilderin und Mutter Meeghan Hefford an einer Proteinüberdosis. Der Grund: ein seltener Gen-Defekt. Doch was hat es damit auf sich?

Am 19. Juni wurde die 25-jährige Meeghan Hefford leblos in ihrer Wohnung aufgefunden – zwei Tage später war sie tot. Die Ärzte im Krankenhaus konnten einfach nicht den Grund herausfinden, warum sich bei der jungen Mutter so viel Ammoniak im Blut und Flüssigkeit im Gehirn angesammelt hatte.

25-jährige Bodybuilderin starb an Proteinüberdosis - wegen eines Gen-Defekts

Zu spät erkannten sie: Die Australierin war an einer Proteinüberdosis gestorben. Hefford war nämlich Bodybuilderin – und hatte sich einer strikten Diät unterzogen, um sich für einen kommenden Wettbewerb vorzubereiten. Dazu nahm sie viel Eiweiß in Form von Proteinshakes und –nahrungsergänzungsmitteln zu sich.

Doch was die 25-Jährige nicht wusste: Sie litt an einer seltenen, genetischen Stoffwechselstörung, dem Harnstoffzyklusdefekt. Deshalb konnte ihr Körper auf Dauer auch nicht die großen Mengen Eiweiß, die sie für den Muskelaufbau zugeführt hatte, richtig verwerten.

Das dadurch entstandene Ammoniak, ein Zellgift, sorgte schließlich dafür, dass Nerven in Heffords Hirn geschädigt wurden. Mit der Folge, dass die Hirnfunktionen versagten. Dass allerdings so wenige von diesem Gen-Defekt wissen, liegt laut dem Urologen Dr. Thomas Kreutzig-Langenfeld aus Koblenz daran, dass man sich beim Arzt nicht darauf testen lassen kann.

Zu einseitige und eiweißhaltige Ernährung macht krank

Des Rätsels Lösung liegt also darin: Essen Sie nicht zu lange zu einseitig – auch nicht als Sportler. Extreme Diäten sind unausgewogen – und oftmals eine unnötige Belastung für den Körper. Besonders dubiose Pülverchen und Drinks können eine gesundheitliche Gefahr darstellen – häufig sind die darin enthaltenen Inhaltstoffe kaum bekannt.

"Bei einem gesunden Stoffwechsel kann Eiweiß kaum gefährlich werden – halten Sie sich aber lieber an Hähnchenfleisch! Was in den diversen Eiweiß-Shakes drin ist, ist nicht immer so klar", rät Kreutzig-Langenfeld gegenüber der Bild.

Generell gilt: Ein gesunder Mensch sollte etwa 0,8 bis ein Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht am Tag zu sich nehmen. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit langem. Schließlich ist Eiweiß ein wichtiger Makronährstoff. Dagegen müssen Sportler mehr zuführen – doch auch hier hält sich die Menge in Grenzen: An Trainingstagen sollten es etwa eineinhalb Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht sein.

Eiweiß in Maßen ist wichtig - essen Sie lieber Milchprodukte

Tipp: Anstatt Proteinshakes zu trinken sollten Sie besser gesunde und eiweißreiche Lebensmittel wie Quark, Käse oder auch Bohnen oder Tofu essen. Gut zu wissen: Egal, ob Sie an dem Tag Sport treiben oder nicht – sie sollten zudem stets viel trinken. Experten raten dazu, mindestens eineinhalb Liter pro Tag zu sich zu nehmen. Das Doppelte, wenn Sie körperlich aktiv sind.

Allerdings sollten Sie aufpassen, nicht mit dem Eiweiß zu übertreiben. Wer als normaler Sportler oder nicht aktiver Mensch zwei oder mehr Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht isst, der bringt seine Gesundheit in Gefahr:

"Nimmt ein normal sportlicher oder sogar ein sportlich nicht aktiver Mensch zwei Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht zu sich, kommt es unter Umständen zu erhöhten Entzündungswerten im Blut, Müdigkeit, Mattigkeit und einer erhöhten Infektionsanfälligkeit. Zudem ändert sich der Fettstoffwechsel – vor allem, wenn das Eiweiß aus tierischen Produkten stammt. Dann entstehen im Körper Purine, die das Risiko für Rheuma, Arthrose, Herzinfarkt oder Typ-2-Diabetes erhöhen. An zu viel Eiweiß kann man sich also wirklich krank essen!“, weiß auch Sportwissenschaftler Dr. Michael Despeghel.

Daher sollten besonders Schwangere, Senioren oder auch Nierenkranke lieber die Finger von Proteinshakes und –pülverchen lassen.

Lesen Sie hier, wie Sie mit diesen Fatburner-Tipps wirklich Ihr Fett wegkriegen.  

jp

Soja ist in Maßen sehr gesund

Rubriklistenbild: © Instagram/meeganheff

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