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Haarausfall im Herbst: Sind Sie „Fellwechsler“? Hautarzt erklärt, ob das normal ist

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Von: Juliane Gutmann

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Der Jahreszeitenwechsel kann Grund für vermehrten Haarausfall sein. „Viele Menschen weisen einen periodisch verstärkten Haarwechsel auf“, so Professor Hans Wolff.

Ein Verlust von bis zu 100 Haaren täglich ist normal, steht in der Fachzeitschrift für pharmazeutisch-technische Assistenten PTA Forum geschrieben. Vor allem bei der Haarwäsche oder dem Durchkämmen fällt auf, wie viele Haare sich vom Kopf verabschiedet haben. Vor allem bei dunklen Haaren im weißen Waschbecken kommt da schon mal die Frage auf, ob es sich noch um „normalen“ Haarausfall handelt oder ob man sich Sorgen um den Fortbestand der Mähne machen muss.

Es gibt eine ganze Reihe an Ursachen, die für vermehrten Haarausfall verantwortlich sein können. Viele sind harmlos, einige erfordern ärztliche Abklärung. Auch im Rahmen von Corona-Infektionen berichten Patienten über verstärkten Haarausfall noch Monate nach Abklingen der Symptome.

Schwarze Haare liegen im Waschbecken.
Wenn die Haare ausgehen, muss das kein Grund zur Sorge sein. Saisonal bedingt können sie vermehrt im Waschbecken landen. © Kia Cheng Boon/Imago

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Warum gehen die Haare aus? Auch Wechsel der Jahreszeiten kann die Ursache sein

Professor Hans Wolff, Hautarzt am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München, befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema „krankhafter Haarausfall“. In einem Beitrag für die Pharmazeutische Zeitung (PZ) nennt er einige Faktoren, die verstärkten Haarausfall fördern. Dazu zählen:

„Viele Menschen weisen einen periodisch verstärkten Haarwechsel auf. Ist dieser im Frühling und Herbst besonders ausgeprägt, wird plakativ sogar von ‚Fellwechslern‘ gesprochen“, so Dermatologe Wolff in der PZ. In der Zeitschrift PTA Forum heißt es, dass verstärkter Haarausfall im Herbst vermutlich auf die vermehrte Sonneneinstrahlung der langen Sommertage zurückgeführt werden kann. Diese bewirke, dass besonders viele Haare von der Wachstums- in die Ruhephase ein­treten und einige Monate später ausfallen. Genauer gesagt, zwei bis vier Monate später. So lange dauert die Telogenphase des Haares, auch Ruhephase genannt.

Umfrage zum Thema Haarausfall

Jeder Haarfollikel, wie die Verankerungsstruktur eines Haares genannt wird, hat eine eigene biologische Uhr, wie Hautarzt Wolff informiert. Es gibt eine Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase. Im Mediziner-Sprech ist die Rede von Anagen, Katagen und Telogen. Die gesamte Wachstums- oder Anagen-Phase dauert meist drei bis sechs Jahre, so Wolff. Abgeschlossen werde der Haarzyklus durch die Telogen-, also Ruhephase. In dieser Phase verbleiben die Haare noch für zwei bis vier Monate am Kopf und werden dann abgestoßen. Einflussfaktoren wie oben aufgelistet können den abrupten Übergang der Haarfollikel vom Anagen ins Katagen und Telogen fördern und so nach zwei bis vier Monaten einen verstärkten Haarausfall auslösen, so Wolff.

Diffuser oder kreisrunder Haarausfall?

Saisonal bedingter Haarausfall sollte nach einigen Wochen abnehmen, so die PTA Forum. Falls das nicht der Fall ist, sollte man Arzt oder Apotheker aufsuchen, weil ungewöhnlich starker Haarausfall auch Symptom einer Krankheit wie Schilddrüsenüberfunktion, chronischen Leber- und Nierenerkrankungen oder schweren Infektionskrankheiten sein kann, heißt es weiter. Abzugrenzen sei diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa) von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata). Diese Form geht häufig mit Autoimmunkrankheiten einher und Patienten berichten über Stress als Auslöser, was aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, informiert PTA Forum.

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