Anleitung

Heilfasten: So werden Sie schlank und gesund in zehn Tagen

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Fasten ist gesund und "reinigt" Körper und Geist. Ein absolutes Muss: viel trinken.

Es ist Fastenzeit. Viele verzichten auf Zucker, Zigaretten und Alkohol. Wie Heilfasten richtig geht und wie lange Sie durchhalten müssen, erfahren Sie hier.

Fastenzeit, Ramadan, Jom Kippur: In vielen Religionen ist es Tradition, zu fasten. In einer ausgewählten Zeitspanne sollen Gläubiger Buße tun, sich besinnen und Körper und Geist "reinigen". Für die Christen beginnt die Fastenzeit, die 40 Tage andauert, am Aschermittwoch und geht bis Ostern, wenn sie Christi Auferstehung feiern. 2018 fällt der Beginn der Fastenzeit auf den 14. Februar und endet am 29. März.

Doch auch viele nicht-religiöse Deutsche nutzen diese "Auszeit", um nach der feucht-fröhlichen Krapfenzeit einen Gang zurückzuschalten. Jeder Zweite soll in dieser Zeit auf bestimmte, ungesunde Lebens- und Genussmittel verzichten wollen, laut einer DAK-Umfrage hauptsächlich Bier, Wein und Schokolade. Andere dagegen wollen das Rauchen aufhören und/oder wieder mehr Sport treiben.

Heilfasten: Zehntägige Entschlackungskur

Besonders Hartgesottene probieren sich gleich am Heilfasten. Doch Vorsicht: Das Heilfasten ist wohl gemerkt keine Crash-Diät, in der man in wenigen Wochen ruckzuck Pfunde verliert. Hier ist es dagegen wichtig, seinen Körper zu entlasten und gesünder und fitter zu werden.

Diejenigen, die es regelmäßig tun, berichten sogar nach einigen Tagen von unbändiger Energie und Glücksgefühlen. Das ist anfangs schwer verständlich, schließlich nehmen diese teilweise nur 250 bis 500 Kalorien pro Tag zu sich. Zum Vergleich: Ein Erwachsener benötigt täglich etwa 2.000 bis 2.5000 Kalorien. Doch der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther bringt Licht ins Dunkel: Er fand schließlich heraus, dass das Gehirn bei Nahrungsentzug Dopamin und Serotonin ausschüttet, sogenannte Endorphine, die für das Hochgefühl sorgen.

Auch interessant: So verlieren Sie zehn Kilo in drei Wochen mit der Stoffwechselkur.

Allerdings auch nur dann, wenn man sich bewusst für das Fasten entscheidet, so Hüther. Nur dann stufe "das Bewertungszentrum in der Hirnrinde die Situation als 'nicht bedrohlich' ein." Wenn das nicht der Fall sei, signalisiere das dem Gehirn, dass eine Hungersnot herrscht – und statt Glücks- sendet es Stresshormone aus. Dennoch sollte auch ein bewusstes Heilfasten nicht länger als eine Woche, maximal zehn Tage ohne ärztliche Aufsicht erfolgen.

Dagegen können Sie das ganze Jahr über Intervallfasten. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Heilfasten: Die ersten drei Tage sind am schwersten - können aber auch glücklich machen

Zu Beginn einer Fastenkur muss sich der Körper erst einmal auf die geringere Kalorienzufuhr umgewöhnen. Daher sind erfahrungsgemäß die ersten drei Fastentage auch die schwersten. Schließlich wird zunächst der Kohlenhydratspeicher angezapft und in der Leber zur Energiegewinnung abgebaut. Daher können sie mit "Entzugserscheinungen" einhergehen, wie

  • Schwindel
  • niedriger Blutdruck
  • Kopfschmerzen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Mattigkeit
  • Übelkeit

Erst danach wird das Eiweiß aus den Muskeln und Fett aus den Depots aus Bauch und Hüfte verbrannt. Wenn die ersten Tage allerdings überstanden, treten immer mehr die positiven Erscheinungen des Fastens zu Tage. Man fühlt sich glücklich und wohl und manche empfinden die Erfahrung sogar als bewusstseinserweiternd. Zudem sollen die Sinne geschärft werden, Geschmäcker oder Düfte werden jetzt intensiver wahrgenommen. Außerdem schläft man besser, braucht zudem weniger Schlaf und fühlt sich dennoch am nächsten Morgen erholter.

Doch Mediziner warnen: Wer das Heilfasten zu lange herauszögert und damit übertreibt, betreibt Raubbau an seinem eigenen Körper. Schließlich werden in dieser Zeit vermehrt Eiweißvorräte des Körpers abgebaut, was ihn auf Dauer schwächt. Doch wer unter ärztlicher Aufsicht fastet, sollte keine Probleme haben, so die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE), die sich mit den Themen Heilfastengesundheit, Fastentherapie, Fastenwandern, intermittierendes Fasten und Fastenkuren im Allgemeinen ärztlich auseinandersetzt.

Keine Lust auf langes Fasten? Dann probieren Sie doch mal das Intervallfasten aus. Hier erfahren Sie mehr über die Abnehm-Methode.

Wer darf heilfasten?

Das bedeutet aber auch, dass nicht jeder für eine längere Zeit ohne Nahrung geschaffen ist. Schließlich gibt es Risikogruppen, denen es nicht nur besonders schwerfällt, sondern wo eine Nahrungskarenz über Tage schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen könnte. Es ist also Grundbedingung, dass Sie körperlich gesund, fit und belastbar sind, um ein Fastenprogramm durchzuziehen. Wer darauf besser verzichten sollte:

  • Schwangere
  • Senioren
  • Frisch Operierte
  • Stillende Mütter
  • Chronisch Kranke (Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen etc.)
  • (Klein-)Kinder
  • Jugendliche
  • Menschen mit Essstörung
  • Menschen mit chronisch niedrigem Blutdruck
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Menschen mit Untergewicht

Anleitung Heilfasten: Entlastungstage - Fastenphase - Aufbautage

Die ersten drei Fastentage dienen der Umgewöhnung und sollen entlasten. Um sich allmählich auf das Fasten vorzubereiten, sollten Sie nun Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und Süßigkeiten meiden. Trinken Sie viel Flüssigkeit, am besten bis zu drei Liter stilles Wasser, Saftschorle oder Kräutertee. Außerdem sollten Sie auf alles Fettige und (rotes) Fleisch verzichten. Stattdessen kommt viel Obst, Gemüse und Vollkornreis auf den Teller.

Um dem Entlastungsprozess auf die Sprünge zu helfen, schwören manche Fastende zudem auf Einläufe oder nehmen Bittersalze zu sich, um den Darm zu entleeren und die Reinigung von innen anzukurbeln. Das soll zudem das Hungergefühl während des Fastens vermindern. Aber auch äußerlich können sogenannte basische Bäder viel zur Entlastung beisteuern. Diese transportieren Giftstoffe über die Haut nach außen.

Tipp: eine Badetemperatur von 37 Grad bei einer Dauer von 15 Minuten ist optimal. Körperpeelings tun ihr Übriges dazu.

Anschließend treten Sie in die eigentliche Fastenphase. Fastende schwören dann jeglicher fester Nahrung ab und nehmen nur noch Flüssiges zu sich – in Form von viel Wasser, Tee, Fruchtsäften oder auch Gemüsebrühen. Wer zudem Sport treiben möchte, sollte es allerdings nicht übertreiben. Schließlich ist stundenlanges Joggen oder Gewichte stemmen kontraproduktiv – und erschöpft auf Dauer die Nebennieren. Stattdessen empfiehlt es sich, etwas flotter längere Spaziergänge zu machen, um Körper und Geist zu entspannen.

Auch interessant: Mit dem "Schlank im Schlaf"-Plan schmilzt das Fett über Nacht.

Am Ende der Fastenkur ist es wiederum ratsam, drei Aufbautage einzuplanen. Diese stellen eine Art Übergang zum normalen Essverhalten dar und sollen vor dem gefürchteten Jo-Jo-Effekt bei plötzlicher, normaler Kalorienzufuhr schützen. Diese Aufbautage bereiten den Körper sanft darauf vor, ihn wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

Erfahren Sie hier, was es mit der Essstörung "Orthorexie" auf sich hat - und warum Sie so gefährlich ist.

Dazu ist es wichtig, weiterhin viel zu trinken, aber sich auch ab und an ein Glas Buttermilch oder Joghurt zu gönnen. Schonend gegarte Gemüse- und Getreidegerichte stehen jetzt auch wieder auf dem Speiseplan. Dieser könnten an den drei Aufbautagen so aussehen:

Frühstück: Tee und zwei Scheiben Knäckebrot mit Kräuterquark

Vormittagssnack: ein Apfel

Mittags: Kartoffel-Gemüsesuppe

Nachmittags: Tee und ein Biojoghurt

Abends: Gemüsesaft und eine Scheibe Vollkornbrot mit Kräuterquark und magerem Käse

Lesen Sie hier alles über die Low Carb-Ernährung - worum es geht und was verboten ist. Und hier erfahren Sie mehr über die zuckerfreie Ernährung.

jp

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate.
Diät-Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken.
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen.
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran.
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an.
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick.
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller.
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann.
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung.
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen.
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen. © pixabay

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