KKH fordert höhere Impfquote bei Masern

Hochgefährlich und extrem ansteckend: Masern-Fälle wieder stark angestiegen

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Die Zahl der Masernfälle sind in Deutschland wieder enorm angestiegen. Ärzte schlagen Alarm.

Masern werden oft als Kinderkrankheit abgetan - dabei ist sie brandgefährlich. Die steigende Zahl an Neuerkrankungen verdeutlicht das. Doch Impfungen sind rar gesät.

Die Masern sollten in Deutschland eigentlich bereits ausgerottet sein – doch das Gegenteil ist der Fall. Der Virus ist wieder auf dem Vormarsch. Experten zufolge gibt es immer noch zu viele Impflücken. Anlässlich der europäischen Impfwoche fordert daher die KKH Kaufmännische Krankenkasse deshalb dringend eine höhere Impfquote für die hochansteckende Infektionskrankheit.

Ärzte schlagen Alarm: Masern sind wieder im Anmarsch

Erst wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern immun sind, gilt die Krankheit als ausgerottet. Einer aktuellen Auswertung der KKH zufolge ist die Zahl der Masernfälle im vergangenen Jahr wieder drastisch angestiegen. So registrierte die Ersatzkasse allein im ersten Halbjahr 2017 bundesweit deutlich mehr Masern-Erkrankungen bei ihren Versicherten (59 Fälle) als im gesamten Vorjahr 2016 (37 Fälle). Am stärksten betroffen war 2017 Nordrhein-Westfalen: Von den insgesamt 59 an Masern erkrankten KKH-Versicherten stammten allein 40 aus diesem Bundesland.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankten 2017 bundesweit insgesamt 929 Menschen an dem gefährlichen Virus, knapp dreimal so viele wie 2016. Zahlen zu Maserneurkrankungen werden in Deutschland erst seit Einführung der Meldepflicht im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001 erfasst. Seitdem gibt es immer wieder regionale und zeitlich begrenzte Krankheitsausbrüche, die keinem bestimmten Muster folgen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Symptome von Masern sind:

  • Fieber
  • Husten
  • Schnupfen
  • dunkelroter, großfleckiger, unregelmäßiger Hautausschlag

Mögliche Komplikationen sind

  • Lungenentzündung oder
  • Gehirnentzündung (Meningitis).

Video: Maser-Aalarm bei erstem Flug von Laudamotion

Das Risiko dafür steigt mit zunehmendem Alter. Als Spätfolge einer Maserninfektion kann es nach Jahren zu einer Entzündung der Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks kommen, die zum Ausfall von Gehirnfunktionen und zum Tod führt.

Tragisch: Drama um Tod einer Achtjährigen - so schützen Sie sich richtig gegen Meningitis.

Ansteckung

Das Masernvirus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also etwa durch Husten, Niesen und Sprechen. Masern sind bereits mehrere Tage vor Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen ansteckend. Wer einmal im Leben an Masern erkrankt war, kann sich kein zweites Mal anstecken. Das Immunsystem bildet Antikörper und speichert diese.

Impfung dringend empfohlen

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollte die erste Masernimpfung im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite mit 15 bis 23 Monaten erfolgen (Grundimmunisierung). Eine weitere Impfung empfiehlt die STIKO für alle nach 1970 geborenen ab 18-Jährigen mit unklarem Impfstatus, ohne bisherige Impfung oder mit nur einer Impfung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter. Gegen Masern wird üblicherweise in Kombination mit Mumps, Röteln und gegebenenfalls Windpocken geimpft.

Lesen Sie auch: Stiftung Warentest rät - diese Schutzimpfungen brauchen Kinder und Erwachsene dringend.

jp

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

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HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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