Was es zu bedeuten hat

Influenza 2018: Was steckt hinter Grippe-Symptomen - ohne Fieber?

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Wer Grippe hat, fühlt sich so schlapp und fiebrig, dass er am besten das Bett hütet.

Man hustet, schnupft und fühlt sich schlapp – doch von Fieber ist man glücklicherweise verschont geblieben. Ist es dann überhaupt eine Grippe?

Die Influenza-Welle ebbt bereits wieder ab – doch noch immer schnupfen oder husten sich viele Menschen durch die kalte Jahreszeit. Doch wo beginnt eine Grippe – und hört eine Erkältung auf? Und was ist, wenn ich gar kein Fieber habe?

Habe ich die Grippe?

Grundsätzlich gilt: Eine Grippe wird durch Viren ausgelöst und beginnt meist urplötzlich. "Normalerweise fühlt man sich am Morgen noch gesund und hat abends plötzlich 39 oder 40 Grad Fieber", erklärt Infektiologe Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten gegenüber der Welt. Viele Betroffene leiden zudem an heftigen Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost und fühlen sich zudem elend und schlapp – und das teilweise über Wochen oder sogar Monate. Weitere Symptome sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Starke Müdigkeit
  • Hohes Fieber von 38 bis 40 Grad Celsius
  • Muskelschmerzen im ganzen Körper
  • Trockener Husten ohne Schleim
  • Verstopfte oder laufende Nase

Sein Tipp: Besser sofort für ein paar Tage das Bett hüten. Schließlich ist mit Influenza nicht zu spaßen – und ganz wichtig: Nicht das Trinken vergessen. Ärzte raten gesunden Menschen bereits, eineinhalb bis zwei Liter durchschnittlich zu trinken. Wenn Sie allerdings krank sind, sind es nochmal bedeutend mehr. "Bei Fieber kann der Körper schnell zusätzlich zwei Liter Flüssigkeit verlieren", warnt Walger. Viel Wasser und Tee sind hier die beste Wahl.

So gehen Sie vor, wenn Sie eine Grippe haben

Zudem rät der Experte, wenn der Schmerz nicht mehr aushaltbar ist, zu Ibuprofen & Co. zu greifen. Doch Vorsicht: Die Dosis macht das Gift. Am besten nur so viel nehmen wie nötig. Von Kombipräparaten rät der Infektiologe allerdings ab: "Bei diesem Mix sind wichtige und unwichtige Einzelwirkstoffe drin, da ist eine richtige Dosierung unmöglich."

Und auch von Antibiotika hält Walger nicht viel: "Antibiotika machen weder bei Erkältungen noch bei Grippe einen Sinn, sie wirken gegen Viren nicht." Sie machen seines Erachtens nur dann Sinn, wenn zusätzlich zu den Viren noch eine bakterielle Infektion kommt. Dann spricht man von einer sogenannten Superinfektion, die den geschwächten Körper zusätzlich belastet.

Erfahren Sie hier, wie lange eine Grippe bei Erwachsenen im Normalfall andauert.

Erkältung: Ebbt schnell ab - und es droht kein Fieber

Viele Betroffene verwechseln allerdings Grippe und Erkältung miteinander, da sich die Symptome sehr ähneln. Doch eine Erkältung kann bis zu viermal im Jahr auftreten. Auch diese wird durch Viren ausgelöst - allerdings sind es unterschiedliche Virentypen - und auch hier treten Schnupfen, Halsschmerzen und Kopfweh auf.

Doch es gibt einen gravierenden Unterschied: Eine Erkältung beginnt sehr langsam und ebbt meist auch wieder nach ein paar Tagen ab. Zudem "beeinträchtigt sie zwar die Befindlichkeit, aber man ist nicht schwer krank", so Walger. Außerdem ist hierbei das wichtigste Kriterium nicht vorhanden: das Fieber. Das bedeutet konkret: Wer erkältet ist, wird davon glücklicherweise verschont. Wenn Sie allerdings bereits unter hohem Fieber leiden, dann sollten Sie am besten schnell einen Arzt aufsuchen. Das gilt besonders für:

  • Senioren
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Menschen mit Lungenkrankheiten
  • Diabetiker
  • Menschen mit schwachem Immunsystem
  • Kleinkinder

Grippe: Der ganze Körper tut weh

Wer nicht zur Risikogruppe gehört, aber mit Verdacht auf Grippe zusätzlich unter Atemnot, Kreislaufstörungen oder sogar Schwindel leidet, sollte ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die eine langanhaltende Erkältung plagt oder nach ein paar Tagen ein neuer Schub kommt. Schließlich könnte sich dahinter sogar eine Lungenentzündung verbergen. Doch auch andere Organe könnten betroffen sein:

  • Magen-Darm
  • Gelenke
  • Muskeln
  • Gehirn

Lesen Sie auch: Was hilft schnell gegen Grippesymptome?

Studie überrascht: Jeder fünfte Grippe-Infizierte zeigt gar keine Symptome

Dagegen erstaunt eine Studie des Lancet Respiratory Medicine von 2014 – die besagt, dass sich während einer Grippewelle jeder Fünfte mit Influenza-Viren ansteckt. Doch jetzt kommt der Hammer: Die meisten wissen es nicht einmal, da sie gar keine Symptome haben. Das Team um Andrew Hayward vom University College London konnte nachweisen, dass es sich sogar um drei Viertel der Infizierten handelt. Daher sollen auch nur einige wenige "Unglückliche" in der Folge zum Arzt gegangen sein.

Wie lange ist man eigentlich ansteckend mit Grippe? Das erfahren Sie hier.

Und das ist auch richtig so – eine Influenza ist schließlich eine ernstzunehmende Erkrankung, die bei Komplikationen am Ende sogar tödlich enden kann. Daher macht es auch Sinn, dass es gegen die "echte" Grippe eine Impfung gibt – gegen Erkältung nicht. Der Impfstoff unterscheidet sich dabei von Jahr zu Jahr, je nachdem, welche Grippeviren gerade im Umlauf sind.

Aber wer übernimmt die Kosten für eine Grippeschutzimpfung - geht das auch, wenn ich gesetzlich versichert bin? Das erfahren Sie hier.

Alles zum Thema Influenza erfahren Sie in unserem Großen Grippe-Ratgeber.

jp

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist. © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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