Nicht mit zu spaßen

Ihre Hände kribbeln und schlafen ständig ein? Dann schnell ab zum Arzt

Die Hände kribbeln, es zieht unangenehm, die Hände sind "eingeschlafen". Nachts kann das den wohlverdienten Schlaf rauben. Wann Sie sofort zum Arzt gehen sollten.

Fast jeder hat es schon einmal erlebt, dass das Bein eingeschlafen ist. Das kann nach längerem Sitzen oder auch im Ruhen passieren. Dann fühlt es sich taub an, an einer Bewegung ist nicht zu denken und es kribbelt schmerzhaft. Meist geht dieser unangenehme Zustand nach einiger Zeit wieder vorüber und es kehrt wieder Gefühl ins Bein zurück.

Manch einem ist das auch schon mit den Händen passiert. Nachts wird man wach, da sich die Hände plötzlich taub anfühlen. Wenn die Hände aber immer öfter einschlafen, sollten Sie die Beschwerden genauer beobachten. Besonders dann, wenn die Beschwerden auch tagsüber kommen, zum Beispiel beim Fahrrad- oder Autofahren.

Diagnose bei Karpaltunnelsyndrom: Das steckt dahinter

Schuld daran kann eine chronische Nervenschädigung im Handbereich sein, das sogenannte Karpaltunnelsyndrom (KTS). Besonders ältere Menschen, zumeist Frauen, sind davon betroffen. Beim Karpaltunnel selbst handelt es sich um den Durchgang zwischen den Handwurzelknochen und dem darüber liegenden Karpalband. Durch letzteren verlaufen diverse Sehnen sowie der Medianus-Nerv. Er ist für das Gefühl in Daumen, Zeige- und auch Mittelfinger zuständig.

Das Karpaltunnelsyndrom bildet sich meist dann aus, wenn die Sehnen darin anschwellen, mehr Platz einnehmen und so innerhalb des Tunnels ein Druck entsteht. Dieser wird dann auf den Nerv sowie die kleinen Gefäße abgegeben, die ihn mit Blut versorgen. Die Folge: Die Gefäße werden zusammengedrückt und der Nerv erhält nicht mehr so viel Sauerstoff und Nährstoffe. Dadurch nimmt seine Funktion rapide ab und es kommt zu Schäden am Nerv.

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Kribbeln in den Händen & Co: Das sind die Symptome beim Karpaltunnelsyndrom

Dieser Vorgang löst dann bei betroffenen Patienten die typischen Symptome aus. Diese sind:

  • Taubheitsgefühle
  • Schmerzen in Daumen bis Mittelfinger
  • Muskelabbau
  • Kribbeln und/ oder Ziehen in den Fingern

Man vermutet, dass die Beschwerden deshalb nachts auftreten, da viele Menschen im Schlaf ihre Hände anwinkeln. Das behindert allerdings die Durchblutung derselben. Das gilt auch für Tätigkeiten wie Telefonieren oder Fahrradfahren.

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Ursachen des Karpaltunnelsyndroms

Die Ursachen eines Karpaltunnelsyndroms sind vielfältig. So kann einerseits eine genetische Disposition (bei etwa zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung) zu einem Engpass führen, wenn der Handwurzelknochen anatomisch so ausgeprägt ist.

Andererseits können auch Hormonumstellungen (Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Schwangerschaft etc.) für eine Schwellung der Sehnen sorgen. Bei älteren Patienten liegt oftmals bereits eine rheumatische Erkrankung oder Arthrose des Handgelenks vor.

In seltenen Fällen kann auch eine Überlastung zugrunde liegen. Aber auch ein alter Bruch der Speiche oder des Handwurzelknochens kann ein Karpaltunnelsyndrom begünstigen.

Therapie bei Karpaltunnelsyndrom: Schiene, Kortison oder Operation?

Wenn die Beschwerden noch milder ausfallen, dann sollten Sie sich von Ihrem Arzt eine Schiene verschreiben lassen. Diese wird in der Nacht getragen, um das Abknicken des Handgelenks zu unterbinden. Aber in manchen Fällen kann auch eine entzündungshemmende Kortison-Therapie (in Tablettenform oder als Spritze direkt in den Karpaltunnel) verabreicht werden. Allerdings sollte diese nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen.

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Wenn die Schäden am Nerv allerdings bereits zu gravierend sind, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Hierbei wird häufig ambulant und unter örtlicher Betäubung das Karpalband gespalten. Dadurch erhalten die im Karpaltunnel befindlichen Sehnen und der Nerv so mehr Raum und es erfolgt eine spürbare Entlastung. Das heißt konkret: Oftmals verschwinden bzw. verbessern sich Symptome drastisch. Spätestens nach zwei Wochen sollte die Wunde schließlich verheilt sein.

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jp

Hinter Beinschmerzen können ernsthafte Erkrankungen stecken

Wenn andere Behandlungsmethoden scheitern, können Mediziner, wie hier Prof. Hermann Josef Steinkamp in Berlin, mit einer Laser-Angioplastie das Blut in einer verschlossenen Arterie oftmals doch wieder in Fluss bringen. Foto: Andrea Warnecke
Wenn andere Behandlungsmethoden scheitern, können Mediziner, wie hier Prof. Hermann Josef Steinkamp in Berlin, mit einer Laser-Angioplastie das Blut in einer verschlossenen Arterie oftmals doch wieder in Fluss bringen. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Kleines Laser, große Wirkung: Bei einer Laser-Angioplastie werden bei einem Verschluss der Gefäße Ablagerungen an den Gefäßwänden mit einem energiereichen Laserlicht verdampft. Foto: Andrea Warnecke
Kleines Laser, große Wirkung: Bei einer Laser-Angioplastie werden bei einem Verschluss der Gefäße Ablagerungen an den Gefäßwänden mit einem energiereichen Laserlicht verdampft. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Prof. Hermann Josef Steinkamp führt in der Angioclinic in Berlin eine Laser-Angioplastie durch. Das Verfahren wird bei der arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke
Prof. Hermann Josef Steinkamp führt in der Angioclinic in Berlin eine Laser-Angioplastie durch. Das Verfahren wird bei der arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Wieder im Fluss: Nach einem Verschluss der Kniearterie (l) kann das Blut nach einer Laser-Angioplastie wieder fließen (r). Foto: Prof. Hermann Josef Steinkamp
Wieder im Fluss: Nach einem Verschluss der Kniearterie (l) kann das Blut nach einer Laser-Angioplastie wieder fließen (r). Foto: Prof. Hermann Josef Steinkamp © Prof. Hermann Josef Steinkamp
Thrombosestrümpfe üben Druck auf die Venen aus - dadurch verbessert sich der Blutfluss. Foto: Franziska Gabbert
Thrombosestrümpfe üben Druck auf die Venen aus - dadurch verbessert sich der Blutfluss. Foto: Franziska Gabbert © Franziska Gabbert
Prof. Hermann Josef Steinkamp ist Facharzt für Radiologie und tätig am Gefäßzentrum Angioclinic in Berlin. Foto: André Berger
Prof. Hermann Josef Steinkamp ist Facharzt für Radiologie und tätig am Gefäßzentrum Angioclinic in Berlin. Foto: André Berger © André Berger
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und tätig am Orthopaedicum Frankfurt am Main. Foto: Christian Loewe
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und tätig am Orthopaedicum Frankfurt am Main. Foto: Christian Loewe © Christian Loewe

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