Pertussis

Keuchhusten: Darum kann die hochansteckende Krankheit tödlich enden

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Keuchhusten ist hochansteckend und kann in besonderen Fällen tödlich enden.

Husten, Atemnot und Erbrechen: Keuchhusten geht an die Substanz. Und das teilweise wochenlang. Warum mit Keuchhusten nicht zu spaßen ist, lesen Sie hier.

Keuchhusten gilt für viele Menschen mittlerweile als "ausgestorbene Krankheit" oder einfach eine andere Form einer Erkältung. Doch mit der Erkrankung ist nicht zu spaßen - vor allem Kinder, Senioren und Menschen mit einem ohnehin geschwächten Immunsystem sollten sie sehr ernst nehmen. Denn in manchen Fällen kann die Krankheit sogar tödlich enden.

Was ist Keuchhusten genau?

"Bei einer Keuchhusteninfektion (Pertussis) befallen Bakterien (Bordetella pertussis oder Bordetella parapertussis) die Schleimhäute der oberen Atemwege und verursachen starke, krampfartige Hustenanfälle", wie es auf der Website der Techniker Krankenkasse heißt. "Mit normalem Husten ist dieser Infekt nicht zu vergleichen. Die Hustenattacken sind so schwer, dass Betroffene erbrechen. Anders als Kinder leiden Erwachsene selten an Erstickungsanfällen. Die Krankheit schwächt Betroffene aber erheblich."

Die Symptome von Keuchhusten sind in drei Stadien eingeteilt:

1. Stadium: Unspezifischer Krankheitsverlauf

  • Symptome ähnlich wie bei einer Erkältung, z.B. Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein

2. Stadium: Stadium catarrhale

  • Grippeähnliche Symptome
  • Husten
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen

2. Stadium: Stadium convulsivum

  • Krampfartige Hustenanfälle
  • Atemnot
  • Erbrechen
  • Würgeanfälle

In diesem Stadium wird es für Risikopatienten wie Kinder, Senioren oder anderweitig erkrankte Menschen gefährlich. Sie sollten bei einem Verdacht auf Keuchhusten sofort einen Arzt aufsuchen. Denn im schlimmsten Fall kann die Erkrankung für die Risikogruppen tödlich enden.

Lesen Sie hier: Frau hustet so stark, dass ihr die Rippen brechen.

Keuchhusten: Eine der am stärksten ansteckenden Infektionskrankheiten

Noch vor etwa 100 Jahren starben jährlich rund 10.000 Neugeborene an Keuchhusten. Bis schließlich, in den 1930er Jahren, eine Impfung entwickelt wurde. Doch die aktuellen Entwicklungen können beunruhigen, steigen doch die Fälle von Keuchhusten in den letzten Jahren wieder an.

Die Inkubationszeit bei Keuchhusten beträgt etwa fünf bis 21 Tage. In der gesamten Zeit, auch direkt zu Beginn der Krankheit, ist eine Keuchhusten-Infektion sehr ansteckend, vergleichbar mit Masern, wie das Portal Everydayhealth berichtet.

Ab dem Ausbruch der ersten Symptome können Betroffene sogar fünf bis sechs Wochen ansteckend sein. Durch die Einnahme von Antibiotika lässt sich diese Phase drastisch verkürzen - wenn die Krankheit rechtzeitig entdeckt und behandelt wird.

Keuchhusten verbreitet sich durch bakterieninfizierte Tröpfchen. Wenn Sie etwa husten oder niesen, können Sie die infektiösen Bakterien auf andere übertragen. Die Infektion verbreitet sich dadurch also sehr schnell, sobald der Husten beginnt.

Lesen Sie auch: Meningitis wird ebenfalls über Tröpfcheninfektion übertragen. Alles über die Krankheit erfahren Sie hier.

Fälle von Keuchhusten in Deutschland gestiegen - drei Todesfälle

Keuchhusten ist in Deutschland aktuell wieder mehr verbreitet, obwohl er durch eine Impfung vermeidbar wäre. Laut bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LfG) sind die Fälle von Keuchhusten im Zeitraum von 2013 bis 2017 allein in Bayern von 2.600 auf 3.400 angestiegen.

In ganz Deutschland stieg die Zahl der an Keuchhusten Erkrankten an: Waren es 2013 - zu Beginn der Meldepflicht für Keuchhusten - noch rund 12.000 Fälle, erkrankten 2016 schon mehr als 22.000 Menschen daran, wie das ZDF berichtet. Drei Säuglinge seien sogar an der Infektion gestorben, was seit vielen Jahren nicht mehr geschehen sei.

Lesen Sie hier: Diese Impfungen brauchen Sie und Ihre Kinder dringend.

Wie beuge ich Keuchhusten vor?

Der beste Weg, Keuchhusten vorzubeugen, ist die Impfung. Und zwar nicht nur die erste, denn im Laufe der Jahre lässt der Impfschutz nach und das Risiko, an Keuchhusten zu erkranken, steigt wieder. Ohnehin hat die Impfung lediglich einen Schutz von 85 Prozent.

Laut Vorgabe der Impfkommission sollte die Impfung in folgenden Zeitabschnitten aufgefrischt werden:

  • Im Alter von zwei, drei und vier sowie zwischen elf und 14 Monaten
  • Im Alter von fünf und sechs sowie zwischen neun und 17 Jahren
  • Erwachsene sollten dann mindestens alle zehn Jahre auffrischen.

Wie wird Keuchhusten behandelt?

Wenn die Krankheit früh erkannt wird, kann Keuchhusten mit Antibiotika behandelt werden. Er ist sogar so ansteckend, dass ein Arzt vorbeugend Antibiotika verschreiben kann, wenn jemand in Ihrem Haushalt oder Ihrem näheren Umfeld an Keuchhusten erkrankt ist.

Wenn der Keuchhusten zu spät erkannt wird, können die Bakterien sich im Körper ausbreiten und zu schlimmeren Erkrankungen führen, wie etwa einer Lungenentzündung.

Keuchhusten ist seit 2013 in Deutschland meldepflichtig

Da Keuchhusten so hochansteckend ist, ist die Krankheit seit 2013 meldepflichtig. "Aufgrund der hohen Gefährdung sollten alle engen Haushaltskontaktpersonen von Neugeborenen gegen Pertussis geimpft sein", schreibt das Ärzteblatt. "Vor der Konzeption ungeimpfte Mütter sollten bevorzugt in den ersten Tagen nach Geburt des Kindes geimpft werden."

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sca

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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